Dienstag, 15. April 2008


Der gefundene Satz, 41

Die erste Lektion spielte sich in meinem Arbeitszimmer ab. Sie erklärte mir, daß links (gauche) das Fenster und daß rechts (droite) die Tür sei. Bei dieser Gelegenheit sagte sie, 'qu'il faut qu'une porte soit ouverte ou fermée'; denn im Leben sei es notwendig, immer eine klare Entscheidung zu treffen.

(Pitigrilli, "Yvette gibt französischen Unterricht". 1931.)


 


Montag, 14. April 2008


Und die ersten Boote fahren

Es ist schon eine Frage der Kondition. Nach der langen Zeit des ruhigen Wochenendschlendrians ist die Auseinandersetzung mit dem Thema No Sleep Til Bedtime dieses Jahr ein interessantes Experiment. Immerhin lockt tagsüber bereits wieder mein Lieblingsflohmarkt. Sonne verscheucht das kühle Grau, Metall und Wasser glitzern silbrig im Gegenlicht, nur zu Kaufen gibt es nichts. Aber ich merke, wie sich der Blick für Neues öffnet. So viele Schätze gibt es im Leben zu entdecken, und gespannt bin ich aufs Eldorado. Beim Outdoor-Experten ums Eck nehme ich erneut die Boote in Augenschein. Einer, Zweier? Nachdem die Leichtmatrosen unlängst meuterten, setze ich heuer auf zweite Offiziere mit Patent. Efraimstochter Langstrumpf, und statt Wind lieber Herzblut als Antrieb. Skeptischen Blicken ausgesetzt, versuche ich die Vor- und Nachteile der verschiedenen Typen zu erläutern, so weit es meine oberflächlich angelesenen Kenntnisse der Materie erlauben. Vielleicht bin ich also doch Kapitän Nemo, unverstanden, aber ein Mann wie gemacht, unter Wasser durchs Leben zu reisen.

Sanftes Sinnieren in Szenecafés. Die Frage lautet: Zu wenig Schlaf oder zu wenig Kaffee? Schön immerhin, wie sich die Wochenenden dehnen, mitunter über unruhige See, sicher, aber mit Plänen, Ideen und Projekten. Bislang stimmt alles, und es kann gerne so weitergehen. Nur an der Kondition muß ich noch arbeiten.


 


Sonntag, 13. April 2008


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Auf und ab.

| von kid37 um 04:06h | 22 mal Zuspruch | Kondolieren | Link

 


Freitag, 11. April 2008


Referrer-Botschaften

Search request: wie sag ichs ihm auf die schönste art das er papa wird

Jetzt bin ich doch etwas überrascht.


 



Wenn's schön ist, mach ein Pflaster drauf

© Laura HonseDie Neigungsgruppe Kummer & Trunk trägt ja als nom de plume auch die Bezeichnung Kunst & Tracht, denn gute Kunst und schicke Kleider haben noch das dunkelst umflorte Leben ein wenig wundersamer und strahlender werden lassen. Die Amerikanerin Laura Honse zeigt daher wie von höherer Hand bestellt derzeit die Ausstellung "Glamour without Glitter" - eine verzückend unverschönte Sicht auf abgefeierte Räume, ebensolche Menschen, kleine Bruchstellen des Lebens, kurz, das Graziöse der Verletzlichkeit. Statt Schnapstrinken lockte folglich ein Bummel zu fotografierten Partysplittern und Fragmenten einer traurigen Poesie vom Morgen danach. Laura selbst ist ganz entzückend; wir plauderten ein wenig über die Dinge des Herzens und die Lage der Fotografie, weshalb mein refrainartiger Hinweis, daß man das alles auch kaufen kann, nicht fehlen soll.

Die Ausstellung im Atomic Salon wird im Rahmen der heute startenden Phototriennale, gezeigt, die dieses Jahr zum vierten Mal in Hamburg stattfindet und über 70 Ausstellungen zur Fotografie präsentiert.

Laura Honse: "Glamour without Glitter". Noch bis zum 31.6.2008 im Atomic Salon, Glashüttenstr. 19, 20357 Hamburg.


 


Donnerstag, 10. April 2008


Speisen & Reisen



Gestern um die Abendstunde war ich mit Hamburgs attraktivster Bloggerin (konkurrierende Einwände und Proteste bitte mit Bildbeweis an links eingeblendete Adresse) was Essen, weil man a) nicht immer Tanzen kann und b) Leib und Seele auch mal anders zusammenhalten muß. Die Teller wurden brav geleert, falls sich jemand wundert, warum heute in Hamburg schon wieder die Sonne scheint. Ich berichte von meinem Fotoprojekt, den lange verschobenen Ausstellungsplänen, nichts wildes, nur um einfach wieder mal was zu machen. Und wie ja alles seinen Rahmen finden muß.

Die letzte Bahn ist angenehm leer. Am Hafen blinken die Lichter der Schiffe herein, Aretha summt ihr kleines Gebet in mein Ohr und das Rumpeln der Wagen lullt mich auf wohlige Weise ein. Die Nacht muß man sich immer wieder neu erobern, den Geruch und den Hauch der Schwerelosigkeit. Die Treppe hoch, die letzte Runde, wer Glück hat, findet eine Stimme, die dann noch ein wenig spricht.

Heute kehrte der lang verreiste Kollege zurück. Am Arsch der Welt sei er gewesen, ein ausnehmend schöner Arsch allerdings sei es gewesen. Wir beschließen, es müsse sozusagen der JLo unter den Ärschen dieser Welt gewesen sein. Dieses Jahr, so merke ich, legte ich gerne meine Hände drauf. Dieses Jahr bin ich wieder unterwegs.


 


Dienstag, 8. April 2008


Oh! Calcutta Montparnasse!

Es beginnt ja nun die Reisezeit: Wer wie ich Paris mag und möglicherweise auch ein Herz hat für die analoge Bohème der 20er und 30er Jahre, möchte sich vielleicht auf die Fersen von Henry Miller heften. Nicht wegen Unterhosenbloggen, sondern wegen der Kunst, was sonst, der Mann hat ja schließlich alle gekannt! Oder ist an ihnen vorbeigelaufen. Sozusagen das komplette Shakespeare & Company.

Amy und Eric Lehman haben einen solchen Spaziergang in ihren Flitterwochen unternommen, was auch sonst, und schreiben darüber recht unterhaltsam im Blog Miller Walks. Dort gibt es weitere Informationen, Obskuritäten und Wanderrouten zu entdecken.

>>> Miller Walks


 


Montag, 7. April 2008


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Am Wochenende nach langer Zeit erneut die ersten zwei Teile "Der Pate" gesehen. Viel über Familienkult gelernt und vielleicht auch verstanden. Man hält sich besser raus. Manchmal.

Je herzlicher der Empfang, desto lauter klingt die Tür, wenn sie zuschlägt. Irgendwann gibt man die Schlüssel zurück. Irgendwann klingelt man nicht mehr.