Dienstag, 27. September 2022


KI 37



Nach anfänglicher großer Begeisterung schlich sich doch schnell Skepsis in mein Verhältnis zu KI-generierten Bildern wie man sie nun überall im Internet sieht. Ein Zuckerwatteverhältnis: Man hat einen süßen Start, ist nach drei Bissen verklebt und fragt sich nach fünf leicht abgestossen, ob man den ganzen Rest wirklich noch aufessen muss. Die Resultate sind erstaunlich, beunruhigend auch, weil man sich fragt, woher die Maschine diese ganzen Einfälle hat und warum sie einen so gut spiegeln kann. Aber dann ist es wie in dieser Ecke der Kirmes, wo gleich nebem dem Zuckerwattestand dieser Typ mit der rotierenden Trommel steht, in die man ein Blatt Papier legt, Farbe dazu und schwupps ein sog. "Kunstwerk" in den Händen hält, das fortan an der Jugendzimmerwand vergammelt. Ein Effekt, der auf Verblüffung setzt und "schönen" Schein (immer im Auge des Betrachters), sich nach und nach und längerer Betrachtung aberindesallerdings als hohles Nichts enttarnt.



Zuletzt bat ich die Maschine, mir ein Fahrrad mit Bananensattel und Schwalbe-Bereifung zu malen. Und dann kommt die mit etwas zurück, das wie ein plumper Twitterwitz wirkt, wo Frauen ihre Männer mit einem Zettel in den Supermarkt schicken um darüber ablachen, daß der Gute sich am Regal nicht auskennt. Brüller! Jedenfalls hat diese künstliche "Intelligenz" zwar ein Lexikon milliardenfach verschlagworteter Einheiten zur Verfügung, blättert darin aber wie ein unbeholfenes Kind oder eine alkoholisierte Surrealistengruppe, die bewusstseinslos die Welt neu ordnen. Da kennt die Maschine 500 Worte für Schnee und 2000 Bilder für Bananen, muss aber angelernt werden wie ein Hund, der nach und nach begreift und repetiert, wenn er etwas "fein" gemacht hat. Bananensattel am Arsch der Taube!


 


Dienstag, 19. April 2022


Ostereier



Um Ostern herum neigen Menschen ja gerne dazu, ihre dicken Eier zu zeigen. Protzprotz von und zu Snobbiesnob, während ich an einem alten Graubrot mit Dosensardine mümmle. Zu mehr reicht's einfach nicht, die finanziellen, geistigen und insbesondere eierkörblichen Mittel sind einfach beschränkt. Um so außergewöhnlicher mein Twin-Peaks-Ei, das ich dieses Jahr präsentieren darf.

Ich sitze also in der Sonne, höre Klaviermusik (Henry Cowell), betrachte das Twin-Peaks-Ei, das im Inneren ein Geheimnis trägt ("Das Geheimnis von Twin Peaks") und folge der Geschichte eines weiteren Easter-Eggs. Zur Erbauung sah ich über die Feiertage Ein Herz und eine Krone (Roman Holiday), was mich immer sehr rührt, weil der Film beschreibt, wie ich einmal aus meinem goldenen Gefängnis ausbrach und tatsächlich eine Nacht lang in einer großen, aufregenden Stadt etwas "erlebte", wie man so sagt. (Dann aber rief die Bloggerpflicht mich zurück zu Norm und Etikette.) Im Film haben die das etwas verdreht, aber die Erzählung ist noch erkennbar.

Jedenfalls geht es in einem kleinen Detail um dieses Bild, dessen Herkunft mir noch nicht genau klar ist.



Es stammt als Dekoration aus einem Foto von 1999 des Pariser Fotografen Gilles Berquet, ist aber selbst ein Zitat. Ich dachte zunächst, ich hätte es bei Mark Ryden gesehen, kann das aber nicht verifizieren. Irgendsoeine Surreal-Späßle-Quelle. Oder eben Roman Holiday. Dort steht die Hauptfigur (also ich, hier aber eine Frau) vor einem Friseur in Rom (nicht aber zum Beispiel New York, was eine große Stadt in den USA ist) - und im Schaufenster steht dieses Bild.



Offenbar gar kein popsurrealistisches Porträt zusammengewachsener Zwillinge, sondern eine Friseurreklame, ein Vorher-Nachher-Bild womöglich, das möglicherweise auch nur im franko-italienischen Raum bekannt war. Die Bildersuche im Internet brachte bislang nichts, man muß also tiefer einsteigen, um die Herkunft dieses Ostereis im Film zu finden. Bin also vorerst beschäftigt, oder wie die Schauspielerin, die da mein Leben spielt, in einem später entstandenen Film sagt: "Auf Reisen".


 


Montag, 24. Januar 2022


Energie!



Nach drei Jahren, 372 Monaten und fünftausendsiebenhundertdreiundreißig Wochen Pandemie ist vielen ein wenig die Energie verloren gegangen. Dieser ewige, perspektivlose Nebel und eine ungewisse Zukunft greifen eben tief ins Nervenkostüm. zudem sind Ladesäulen zugeparkt, Energiepreise generell hoch, was also fehlt, ist eine Erfindung, die aus ungewöhnlichen Quellen Elektrizität zapfen kann. Zum Beispiel aus erwähntem Nervenkostüm oder besser noch: aus Gedankenkraft.

Aus haushaltsüblichen Utensilien habe ich in meinem geheimen Geheimlabor eine Maschine konstruiert, die mich als zweiten Edinson ins Licht der großen Bühnen stellen wird. Eine Hirnstromelektrode, die intensive Gedanken anzapft und den stream of consciousness in Energie umwandelt. "Mein Gott, es lebt!" wird man rufen, wenn so einem bleichhäutigen Quarantänezombie (oben Hemd und Krawatte, unten Pyjamahose) plötzlich ein Licht aufgeht.

Leider hat diese Technik noch ihre Tücken. Zum einen braucht man eine gewisse Gedankenstärke, um überhaupt ein paar Milliwatt zu erzeugen. Für Schwachstromdenker nicht geeignet. Dann ist das Prinzip höchstwahrscheinlich gar nicht einmal nicht regenerativ, sondern degenerativ. Da sind wir wieder beim Nervenkostüm. Hierzu braucht es noch erleuchtende Studien. Möglicherweise sitzt man Ende also im Hellen, aber verblödet unter der Lampe, kann das Buch zwar lesen, aber nicht mehr verarbeiten. Aber das sind die Einwände braver Bürger. In der Fringe-Forschung am Rande des Möglichen muß man mutige Schritte gehen.


 


Mittwoch, 29. September 2021


Team Zukunft



Ich habe im Lockdown leider keine weitere Fremdsprache gelernt (verstehe die eigene schon nicht), mich aber in meinem kleinen Geheimlabor eingeschlossen, bis ich mit einer aufregenden Erfindung (und einem furchterregendem Bart) wieder herauskam. Ein kleines unscheinbares Gerät mit einem Bildschirm, einem Frequenzabstimmknopf und einem Lautstärkeregler. Wozu man das braucht? Für alles! Mit Hilfe einer ebenfalls schnell erfundenen Yagi-Richtantenne kann dieses Gerät nun Signale aus dem sogenannten Äther auffangen und anzeigen. Schwingende Wellen! Singende Klänge! Laufende Bilder, die durch die Luft übertragen werden!

Daß bislang noch niemand auf diese Idee gekommen ist! Dabei wäre dieses System so nützlich. Nach getaner Hausarbeit einfach einen Film (Fachbegriff für bewegte Bilder) anschauen und dabei entspannen. Apropos Hausarbeit: Bislang haben mich sogenannte Saugroboter nicht überzeugen können (meine Atelierloftwohnung hat dafür zu viele Hindernisse auf dem Boden). Zudem sehen die alle nicht aus, als hätte ich sie erfunden und gestaltet. Allesamt häßlich wie die Nacht! Nun aber fand ich dieses Modell [Youtube], das mir ganz vernünftig ausschaut. (Der Werbeclip zeigt einen vom Bodenfegen ganz erschöpften Mann und schließlich die Rettung: ein autonomer Saugroboter.)

Mit diesen Zukunftsideen für unser Land möchte ich gerne in die Politik als Minister für Technik, Kommunikation und Digitales. Etwas bewegen, das Leben der Menschen leichter machen und ein Motor sein für Ideen, Zukunft, Stabilität, Sicherheit, Solidarität und Fortschritt.


 


Samstag, 15. Mai 2021


Hirondelles; Sommer



Hier am geisteswissenschaftlichen Institut werden ja regelmäßig Sprichwörter und Redensarten auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft. Zum Beispiel die über Vogelsichtung und Wetterlage. So wurde für eine wissenschaftliche Untersuchung ein Pärchen Rauchschwalben angeworben, das mißmutig wie alte Rentner am Fenster sitzen und in den Regen hinausstarren sollten. Als Kontrolle wurde ein zweites verregnetes Fenster ohne Schwalben beobachtet.

Heute scheint die Sonne, die Temperaturen bleiben aber weiterhin kühl. Ein Sommer ist nicht in Sicht. Dies gilt für beide untersuchten Fenster, auch dem aus dem Kontrollmodell. Der Faktor "Schwalbe" sorgtefür keinen signifikanten Unterschied. Nimmt man als erwiesen, daß nicht einmal zwei Schwalben einen Sommer machen, scheint die Schlußfolgerung, daß dies einer einzelnen erst gar nicht gelingt, der im Sprichwort formulierten Lebenserfahrung zu entsprechen. Elementary.

(Disclaimer: Dies ist ein Vorab-Paper einer großangelegten Studie, das noch nicht peer-reviewed ist.)

Zwillingsforschung | von kid37 um 12:00h | noch kein Zuspruch | Kondolieren | Link

 


Freitag, 2. April 2021


Karbienen


"Tote Bienen". (Rostiges Metall, Bienen auf Pappträger. 1000,- Mark)

Hier auf Schloß Solitude mache ich ja zur Entschleuinung in Zeiten der Pandemie nur noch Kunst. Hier mein Karfreitagsnaturmahnmal "Tote Bienen", symapthische, aber tote Insekten im melancholischen Kontrast zu industriellen Artefakten, die selbst auch im Stadium des Verfalls befindlich sind.

Ich bin auch manchmal befindlich, befinden meist andere, aber das könnte am Rost liegen, der meine Strukturen langsam überzieht. Vom T-Träger-Man zum alten Rumpelsack. Pandemiefolgen, denn sonst wäre ich selbstverständlich tiptop.

Hilfe böte mir ein Blick in meinen eigenen Bestseller: Gesund durch Corioliskraft. Das Konzept dahinter besagt, hier stark verkürzt wiedergegeben, daß Menschen auf der Nordhalbkugel alle kreisförmigen Bewegungen im Uhrzeigersinn ausüben sollten, Menschen auf der Südhalbkugel in entgegengesetzter Richtung. (Was interessant wird, wenn man einer Person aus Australien gegenübersteht und beide sich drehen, weil es dann in dieselbe Richtung geht, während Menschen aus derselben Hemisphäre sich von einander wegdrehen.) Wer sich also in letzter Zeit wie festgenagelt fühlt, sollte mit vorsichtigen Bewegungen entsprechend der Corioliskraft seinen Körper bewegen. So lange, bis alles im Weltenfluß ist. Auch bei Krämpfen und Verspannungen hilft es, sich bei kreisenden Bewegungen und Massagen von der Corioliskraft helfen zu lassen.

Es gibt übrigens eine Fortsetzung meines Buchs unter dem Titel Putzen mit Corioliskraft, wo ich zeige, wie einfach und effektiv man Flächen reinigen kann, wenn man kreisförmige Bewegungen mit dem Putzlappen immer in Uhrzeigerrichtung (Nordhalbkugel) ausübt, um sich von der Corioliskraft unterstützen zu lassen. (Man kann auch die Schwerkraft bequem dazu nutzen, wenn man Sachen runterfallen lassen will. Das spart sehr viel Energie!)

Im dritten Teil, Heimwerken mit der Corioliskraft, zeige ich noch ein paar Tricks. Zum Beispiel, daß man Schrauben immer im Uhrzeigersinn eindreht oder Wasserhähne in derselben Richtung schließt. Hier gibt es ja bei Anfängern, die im Physikunterricht nicht so gut aufgepaßt haben, immer mal Unsicherheiten. Nur bei Nägeln nutzt das Wissen alles nichts. Honig vielleicht. Der hilft immer.


 


Mittwoch, 14. Oktober 2020


Hirntag



Als Freund der inneren und äußeren Schlichtheit, ganz Wabi-Sabi also, stelle ich derzeit mehr Sabi als Wabi zur Schau. Aber siehe, auch diese Patina ist nur scheinbar. Denn beim Sortieren schüttel ich meine Gedanken gut durch, knete ein wenig an den Synapsen und puste mein Hirn ordentlich von Staub frei.

Zuletzt habe ich viel (sozusagen ein "Crashkurs") über automobile Sicherheit gelernt. Autos, die Piepsen und Summen, wenn ihnen Umwelt zu nahe kommt. Als geübter Beifahrer kann ich Vergleiche anstellen. Ich habe Dinge erlebt (und überlebt), die dem Gehirn eines Phantasten entsprungen sein könnten. Mit Gaffa-Tape zusammengeklebte Autos, die über Landstraßen geprescht werden. Junge Fahrerinnen, die mit ihren Kleinwagen bei 120 forsch in eine geschwungene 80er-Baustelle durch Nürnberger Hütchen voltigieren, daß einem der Schweiß in den Nacken perlt und einem Liedzeilen einfallen wie "when a ten-ton-truck crashes into us...", dann noch überpulsierte Slalom-Schwimmer im Stop-and-Go-Stadtverkehr, daß einem lagerungsschwindlig wird, hielte man sich nicht am Türgriff fest. Immer wieder also ein Genuß, wenn man gut luftkissenumpackt und grundentspannt aus der Komfortzone befördert wird. Man spart ja auch Magenpastillen!

Blockaden, auch das ist interessant, lassen sich wegstempeln. Hau "quasi" weg! In fünf, sechs Monaten schlagen zudem nicht nur manche Hirne, sondern auch Herzen schneller. Alles Gute bis dahin, möchte man rufen. Und schon ist der nächste Anrufer in der Leitung... Ähnlich, wie wenn ein Gedanke den nächsten jagt. Ich könnte zum Beispiel auch Hellseher werden und für jeden Tag eine besondere Karte aus dem Anatomieatlas (Adolf Faller, Der Körper des Menschen) ziehen. Ihr Glückstag: Hirntag.

Wenn ich links unten in die Ecke schaue, stelle ich fest, daß da Bücher gespeichert sind, die [ich] längst vergessen habe. Ich könnte da einfach was freiklopfen und brauche für Lesegenuß keine neuen bestellen. (Das ist der Notvorrat für den nächsten Lockdown.) Ich bin ja kein Intellektueller, habe mir jetzt aber folgendes gedacht:

Neue Gedanken sind also möglicherweise alte Gedanken, die man nur nicht mehr erinnerte. Als somnambule Gestalt schlingert man an Nürnberger Hütchen vorbei durchs Leben, denkt "Ach!" und "Kommt mir bekannt vor!" und ahnt nichts von den Zusammenhängen. Jetzt tut mal nicht überrascht.


 


Mittwoch, 22. April 2020


Quarantäneforschung

Während ich wie Burroughs' Dr. Benway (natürlich ohne die Drogen) in meinem Bunker hoch oben im Leuchtturm sitze und Gedanken ausbrüte, nutzen andere die Zeit, die ein oder andere nützliche Fertigkeit zu erlernen. Die einen widmen sich einer Fremdsprache, dem Japanischen etwa, andere verkleiden ihre Katzen oder vertreiben sich die Zeit mit monotonen Puzzles und viele kochen sich mehr oder weniger kompliziert und schmackhaft durchs Hefeland.

Aus New York (das ist eine große Stadt in den USA) erreichte mich dazu eine weitere Folge der Quarantäne-Dokus von Max Sharam, wo ohne Chichi und exaltiertes Tamtam einfache und effektive Gerichte erklärt werden. Dabei geht es getreu dem in westlichen Herzenskulturen klebrig verankerten Motto "Das Wesentliche ist für das Auge unsichtbar" zu. Ich kann bestätigen: Genau mein Geschmack!



Als ernsthafter Wissenschaftler, der abwechselnd Sterne zählt, dann wieder in Ganglien bohrt, habe ich mich derweil mit den medizinisch relevanten Auswirkungen von Quarantäne beschäftigt. So habe ich verschiedene Wasserproben genommen (unter anderem im Spülkasten, gerne auch als "drittes Mikrobiom" bezeichnet, bei dem das Gewicht der Bakterien das eines normal augebildeten, erwachsenen Gehirns erreicht) und zudem Abschabungen von Wänden in einer Petrischale zur Kultur angeregt. Und siehe da, es herrscht Gefahr: Bei länger andauerndem Lockdown droht durch feuchte Aussprache und unnötige Tränen akute Pilzbildung, die sogar auf den Menschen übergreifen kann (auch wenn ich diese Schlußfolgerung persönlich für extrem übertrieben halte)!

Deshalb mein Rat: immer gut lüften und den Kopf frei halten. Vielleicht noch was einfaches Kochen und Gymnastik am offenen Fenster.


 


Dienstag, 31. Dezember 2013


Pneumatische Liebe



Jetzt, wo ihr alle in rote Unterwäsche gekleidet seid (wegen des Zaubers der Silvesternacht), gilt es, letzte lose Gedankenfäden eines Jahres zu einem glücklichen Ende zu führen. Habt ihr euch nämlich nicht auch oft gefragt, frage ich mich, wo die Roboter eigentlich herkommen? Einem Artikel im Cabinet-Magazin folgend - ich dachte, an Weihnachten wenigstens ein bißchen in den Archiven zu blättern - stieß ich auf den Animationsfilm (womöglich aber auch eine Doku oder einfach ein metallisch-oxidierter Prono) von Michael Sullivan aus New York.

Der hockt seit einigen Jahren zwar rasurapparatelos, dafür aber mit einer Vielzahl anderer obskuren Maschinen und einer alten Kamera in seiner Atelierbude und bastelt aus alten Barbiekens vom Flohmarkt kleine, ordinär lebensechte Robotniks. Und filmt dann, wie die sich aus Langeweile und elektrischem Trieb wie die Tiere benehmen.

Hättet ihr, ein wenig Bastelfreude vorausgesetzt, auch selbst drauf kommen können.

>>> RoboMike


 


Mittwoch, 7. Dezember 2011


Liebe Werbepsychologen, 8

Eigentlich wollte ich bloß einen CD-Player kaufen für die Küche. So was mit CD. Und Radio. Und CD. Und bitte nichts, was aussieht, wie ein Designverbrechen wahnsinnig gewordenes, mutiertes Insekt, das aus den Weiten des Weltraums zu uns gefunden hat. Gibt es natürlich alles nicht für die Küche. Also mit CD. Und Radio. Und CD.

Dann dachte ich, egal, bevor nur noch die Dinge im Kühlschrank zu dir singen, nimm einfach was modernes, sei spontan, Hauptsache CD. Und Radio. Und CD. Dann las ich die Beschreibung, die es verdient, hier in breiterer Länge zitiert zu werden:

Reiselustiges CD-Radio mit MP3-fähigem USB-Eingang, AUX-Eingang und integrierter Uhr mit Weckfunktion.

Die xxx ist eine nomadische Stereoanlage, deren pfiffiges
Produktdesign den Kassettenrekorder für das Hier und Jetzt übersetzt.

Seinen Gegenwartsbezug stellt das quirlige Gerät zuvorderst über Anlaufstellen für mobiles Audioequipment her. Der AUX-Eingang der xxx sorgt für den kulturellen Austausch mit externen Audiokomponenten wie CD- und MP3-Playern. Das namensgebende Kassettendeck des Kassettenrekorders ersetzt die Stereoanlage durch einen MP3-fähigen CD-Player. Abgerundet wird das Funktionsangebot des Gerätes durch einen integrierten Radioempfänger.

Eine sinnvolle Zusatz-Funktion des xxx ist die integrierte Uhr mit Weckfunktion, die die Kompaktanlage zu verantwortungsvollen Weckarbeiten im Schlafbereich und anderen Koordinationsaufgaben qualifiziert.

Die Raumforderung des CD-Radios ist im direkten Vergleich zu anderen Stereoanlagen höchst übersichtlich, sodass selbst gut befüllte Schreib- und Nachttische als Aufstellort in Frage kommen. Gleichgültig, ob im sesshaften oder im nomadischen Betrieb erfreut das xxx mit seinem breit grinsenden, jugendlichen Design.


Ich meine, "verantwortungsvolle Weckarbeiten im Schlafbereich". Da muß man doch mit erschöpft dreckiger Lache einräumen: Diese Übersetzungstrafos dichten besser als ich so mancher, der es absichtlich versucht. Und der "Kulturaustausch zu den anderen Komponenten". Seßhaft oder nomadisch, ganz egal, dieser jugendlich breite Grinser macht alles mit! Unheimlich. Der wird noch wie ein Automatenmensch aus der Romantik durch meine Wohnung wandern, Nomadenzelte vor den Heizkörpern aufschlagen oder unter meinem Schlaflager verantwortungsvolle, aber möglicherweise geräuschentwickelnde Arbeiten ausführen. Ich glaube, ich mache vorerst einfach weiter Karaoke zu den Geräuschen des Kühlaggregats.

>>> Frühere Folgen