Mittwoch, 12. Juni 2019


Rostmotte



Neulich fand ich auf meinen Wanderungen durch die zerlebte Stadt auf der Straße dieses Artefakt. Eine verrostete Motte, wie ich bald erkannte. Ab und an findet man noch solche zu Schlacke erstarrten Insekten aus der Zeit vor der großen Krise. Heute als totemistische Symbole verehrt, eine Erinnerung an von Arten belebtere Zeiten. Ich werde es als Reliquie für den Kult der großen Motte aufbewahren, einmal im Jahr wird sie aus ihrem Behältnis geholt und der Gemeinde gezeigt werden.

In knapp zwei Wochen ist Sonnenwende, dann werden die Tage wieder kürzer. Können sich die Regierungen im verdorrten Europa auch nicht auf eine Zeitumstellung einigen, so tickt sie doch bereits wieder schneller. Ich esse verstärkt Frühlingszwiebeln, um das Altern abzubremsen. Karotten und Sesam. Frühlingszwiebeln, Karotten und Sesam sollen mich mottenstark machen, dazu Eisenpräparate, damit ich ein Nachleben als Rostartefakt haben kann. Heimlich halte ich die Rostmotte fest in der Hand, meine, eine Krafte in ihr zu spüren und denke, schön, wenn etwas Bestand hat.

>>> Geräusch des Tages: The Sound, I Can't Escape Myself


 


Mittwoch, 27. März 2019


Humpback Hocker

"Ich bin ein verwunschener Buckelwal", sprach er. Ich runzelte die Stirn und sah meinen drehbaren Hocker mißbilligend an. "Man soll nicht fantasieren", mahnte ich. "Und auch nicht aufschneiden!"

Zu viele prahlen und gleißen, dann setzt man sich drauf, und es ist nur billiges Gewackel. Ein Ikeahocker eben, dachte ich. Aber neugierig war ich doch und drehte - und wie überrascht war ich! Der Gesang eines Wales! Mein Hocker kann unter Wasser singen? Ich habe es jedenfalls, so der Beweis, aufgezeichnet. Ein Hockerwalgesang.

Wie schön das wäre. In unruhiger Nacht, wenn um drei die dunklen Wahrheiten wachen, drehte ich schnell eine Runde auf dem Stuhl, um mich - und die Nachbarn vielleicht auch, die sich über das unbestimmte Quietschen aus dem Finstern ihrer eigenen Nacht wundern würden - zurück in den Schlaf zu singen. Oder wie mit einer Lockpfeife herangerufen, einen Leviathan zu wecken, der mich aus tiefer See betrachtet.

Unter meinen Händen soll alles Klang werden, rief ich entzückt, drehte den Hocker herauf und herunter, entlockte ihm, so als würde ich ein Lenkrad halten, Töne, Seufzer und Gesang - eine Symphonie wurde in meiner Diele geboren. Ideen blitzten auf: Ich würde weitere Hocker besorgen und mit einem Quartett in der Elbphilharmonie auftreten. Von den Gagen könnte ich mir die Stradivari der Hocker kaufen, um diesem noch präziser noch feiner klingende Gesänge abzuringen.

Zu lange herumgehockt, ich gehe jetzt durchs Haus lauschen. Hör den Gesang der Wasserleitung, das Trommeln der Waschmaschine. Die Geräusche entlang der geheimen Traumpfade.


 


Sonntag, 10. März 2019


Bomberjackenmädchen



Auf dem Debütalbum meiner Punkband Die verranzten Rentner befand sich damals das Lied "Bomberjackenmädchen", das europaweit, vor allem aber in Japan, ein kleiner Hit war.

Du- wolltest immer was wagen
Dir - kann keiner was sagen
Bomberjackenmädchen!
Bomberjackenmädchen!


So was kommt an. Pogo im Publikum (Albumtitel). Ein wenig so wie meine Fotoreihe "Kaffeetrinken mit Frauen". Das ist ein faszinierendes, vergleichsweise aber stilles Projekt, bei dem es um Abstraktion geht - oder besser gesagt Substraktion. Denn die Frauen oder der Kaffee sind gar nicht im Bild. Aber das sieht man ja.

So ist es oft im Leben. Etwas ist da und gleichzeitig nicht da. Die stille Präsenz der Abwesenheit. Alle kennen das durch das von Freud beschriebene "Fort-da"-Prinzip, woran ich immer denken muß, wenn ich den Kaffee dann auf einmal auf habe. Alle, leer, weg. Von wegen, die "Permanenz der Dinge". Schaut man nicht hin, gibt es die auch nicht. Wie Staub im Haus zum Beispiel. Oder Streifen auf frisch geputzten Fenstern.

Streifen auf frisch geputzten Fenstern wäre auch ein schöner Titel für meinen Debütfilm, sollte ich mein künstlerisches Portfolio dereinst erweitern wollen. Klingt einerseits haushaltsbekannt und ist damit instantly relatable, wie das Prinzip von Hollywoodfreuds beschrieben wurde. Gleichzeitig hat es aber einen geheimnisvollen Klang. Das ist wichtig, falls mein Film (da geht es um ein Bomberjackenmädchen, das immer viel Kaffee trinkt und in einer Schlüsselszene die Fenster nachlässig putzt) einemal im Deutschunterricht interpretiert werden soll. "Mangelnde Durchsicht" steht dann in Königs Erläuterungen und gibt bei Nennung schon mal drei Punkte.

Es ist Sonntag. Da fasse ich für die Nachgeborenen das Leben gerne kurz zusammen.


 


Samstag, 23. Februar 2019


Miti Miti



Mal angenommen: Wenn ich wie ein Astronaut im All schweben würde, was passierte mit dem Blumenstrauß in meiner Hand? Solche Fragen kann wieder niemand beantworten. Es bräuchte ein wissenschaftliches Notfalltelefon, wo man spätabends noch anrufen könnte, um Antworten auf derartige Fragen zu bekommen.

Alles muß man selber denken, sitzt dabei zwischen Baum und Borke, im Comme ci, comme ça, mal hier, mal dort, und am Ende teilt man fifty-fifty.

Im Telefongespräch mit meinem Vater rechneten wir gestern durch, wie man einen höheren Lottogewinn möglichst effizient aufteilt. So wie früher in der Schule bei den Textaufgaben, wo man drei Stück Lakritz gerecht an sieben Personen am Tisch aufteilen soll. Daraus habe ich vor allem eins gelernt: Laß niemanden in die Bude, die wollen dein Lakritz!

Oft wollen die nur was wissen, die Nase in die Luft halten, wie wir unter Jägern sagen. Vielleicht eine meiner neuen Erfindungen oder Theorien abgreifen oder etwas Aufmerksamkeit. Während ich mich auf die Blumen konzentriere und mich frage, wie sie auf einem Tisch im Weltraum wirken würden.

Ich würde gerne mal so mit drei Frauen am Tisch sitzen, dabei Kaffee und Kuchen einnehmen, kein weiteres Wort sprechen. Denn wenn ich mit Menschen zu Tisch sitze, hört sich das oft nicht anders an. Gerne würde ich auf der Arbeit mal eine Woche nur in Meredith-Monk-Fantasiesprache reden. Oder das Notfalltelefon anrufen. Um Gewohnheiten zu brechen, zu schauen, wie weit man sich nach links oder rechts neigen kann (im Weltraum: auch nach oben oder unten!), hin- und herschaukeln mit immer neuen Blick auf die Blumen auf dem Tisch.

Ich habe heute nach langer Zeit Hiroshima, mon amour von Aain Resnais wieder gesehen. Darin treffen sich zwei schöne Menschen aus weit entfernten Städten (eben Hiroshima und Nevers in Frankreich), entkommen aber nicht ihrer jeweils etwas bedrückenden Vergangenheit. Ich sag mal so: Es geht nicht erfreulich aus. (Wobei "gehen" ein übertriebenes Verb für diese Art Film ist.)

Interessant ist die repetitive Sprache (Skript: Marguerite Duras), in der Worte in verschiedenen Stellungen im Satz wiederholt werden, Ketten mit weiteren Sätzen bilden und einen musikalischen Rhythmus. Niemand spricht (mehr) so, auch nicht in Filmen. Es klingt ein wenig wie die mechanischen Variationen eines Steve Reich oder die PIN, die ich heute für die Packstation bekam: 2568. Wo jeder gleich denkt, da fehlt in der Kette von Fünf, Sechs und Acht doch eine Sieben. Dabei, so erklärte mir das wissenschaftliche Notfalltelefon, ist die vorhanden - man muß nur die anführende Zwei und die Fünf addieren. Habe ich mir nicht ausgedacht: 2568.

Jetzt stelle man sich vor, nur damit das jetzt alles einen Sinn ergibt, man hätte 2568 Blumen, legte die in eine Packstation und schickte die ins All. Und dann hieße es, so jedenfalls in dem Film, den ich darüber drehen würde (Skript: Meredith Monk), hier ist die PIN-Nummer, öffnen Sie eine Klappe und schauen Sie, was mit den Blumen passiert ist. Und dann sieht einer die Blume an und sagt: "Du bist Hiroshima."

So war mein Tag bislang. Mal so, mal so. Das Geld vom Lotto würde ich übrigens in Immobilien anlegen. Eine Wohnung in New York, eine London, in Paris und Melbourne. So daß man wie ein Raumfahrer immer um den Erdball kreisen kann, entweder Blumen oder ein Putztuch in der Hand. Denn meine nächste Frage ans wissenschaftliche Notfalltelefon wäre: Wie halte ich die Buden sauber?

Muß los.


 


Freitag, 1. Februar 2019


Elektrogesundheit

Heute ist ja Tag der Elektrogesundheit, da gibt es, wie man auf den Bildern erkennen kann, allerlei Möglichkeiten, Verspanntes mit der korrekten Spannung zu korrigieren, Tiefgestimmtes mit Hochfrequenz anzukurbeln und (zu) Kurzgeschlossenes in weite Kreise zu schalten.

Als geübter Elektrostatiker ziehe mich mir dann im abgedunkelten Dachzimmer einen Acrylpullover über den Kopf (zehn Wiederholungen) und lausche dem Knistern und Britzeln, schaue halluzinogiert den Blitzen hinterher, spüre wie im Nachhall das Verschwinden von Nackenschmerz und Schwachstromstimmung. Es erheitert mich, wie die umgebundene Krawatte darauf wie ein am Mast festgefrorener Seemann stocksteif in die Höhe steht. (Passiert bei Eismeerfahrten ständig.) "Flaggensignale der Gesundheit!" rufe ich in die Dunkelheit hinein. "Hart backbord! Und keine Pest an Bord!"

Auf diese aufregende, wahre Begebenheit auf hoher See gönne ich mir einen Schluck Eisenwasser, selbst angesetzt. Wozu teuer im Metallschnapsladen kaufen. Eisen steigert die innere Leitfähigkeit, wer in Physik der Mittelstufe aufgepaßt hat, dem leuchtet das ein wie ein energiedurchflossener Wolframdraht. Wer mag, kann es sich auch in einer Eisenwasser-Challenge über den Kopf gießen, das Ganze beim Lichtblitz eines Acrylpullovers fotografieren und beim Sozialen Netzwerk einstellen. Derart befähigt könnte ich auch als Experte für Energiewirtschaft ins Fernsehen gehen, meinen kleinen Elektrostatiktrick auf einem Panel von anders gesinnten Redner zum Besten geben und einen Vorschlag machen. Ich habe da nämlich eine Theørie entwickelt. Trügen Radfahrer in der Stadt statt gelber Warnwesten nämlich welche aus Acryl oder Katzenfell, könnten sich viel zu eng überholende Autos durch Reibung daran elektrisch aufladen! Geht der Akku zu neige, einfach einen Radfahrer im Acrylanzug ausgucken, anreiben, zack - schon kann man zehn oder gar 20 Kilometer weiterfahren. Da ist natürlich jeder erstmal baff, wenn er das hört, das überrascht mich nicht. Geniale Ideen sind oft so einfach, fallen einem wie überreife Äpfel auf den Kopf, wenn man gerade schön unterm Baum träumt, oder schwappen beim Einsteigen wie Wasser über den Rand der Badewanne. (Die übrigens ganz ohne Expertendiskussion fern jeglicher Elektrizität und Acrylpullover zu halten ist.)

Ich werde mir jetzt einen Anzug aus Katzenfell zusammennähen, einen Prototyp wie ein Buffalo Bill der Stromerzeugung. Nur eben mit Cat und Kid. Das sind so Gedanken einer Freitagnacht.


 


Freitag, 5. Oktober 2018


When Mama Was Moth

When mama was moth,
I took bulb form
My body electric will writhe in vain

(Cocteau Twins, "When Mama Was Moth")




Manchmal, wenn ich abends in meinem Geheimlabor sitze und obskure Experimente an armen Seelen durchführe, hoffe ich, Antworten finden zu können. Warum Leute immer so weltumgreifend tolerant sein können, solange sie es nicht selbst betrifft. Warum Menschen nur das Beste wollen, solange sie es nur selbst betrifft. Warum Menschen manchmal nicht hinhören, finden, daß immer nur die anderen zu viel reden, warum immer nur eigene Probleme zählen, man für die anderen nicht verantwortlich ist.

Man kann den Untersuchungsobjekten allerdings mit den gewagtesten Instrumenten zu Leibe rücken, peinliche Befragungen durchführen, die Stimme erheben. Wie tot, schweigen sie still. Sie schweigen still, wie tot. Wenn einer sagt, "Mach mal Herbst!" welke ich ein, wie ein abgefallenes Blatt, stelle mich starr, so daß man meine Knochen knacken hört, will einer mich bewegen.

Mutter schickt ein Paket mit Schokolade. Tiere kauern wie leblos in den Wäldern. Pilze zittern, in den Körben der Jäger liegt kein Kuchen und kein Wein. So sieht es aus, und alles aus den Fugen.

>>> Geräusch des Tages: Cocteau Twins, When Mama Was Moth


 


Freitag, 11. August 2017


When Doves Cry

Stay still, be still
No wonder you are always lost
As a messenger you must be known
With messages you must return

(Blonde Redhead, "The Messenger")




"Get fit or I'll kneecap you!" Na, toll. Jetzt werde ich auch noch bedroht. So bin ich nun schon aus Selbstschutz gezwungen, fluchend Liegestütze zu machen, während im Fernsehen Leichtathletik läuft, noch mehr Gemüse in mein Essen zu schnibbeln und trübe Gedanken wegzumeditieren. Nutzt ja nichts. Unangestrengt achtsam heißt das statt Schulterzucken, Aggression oder Rauswinden, wo gibt es denn so was noch.

Verbindungen knüpfen, ein delikates Geschäft. Strippen ziehen, den Staub aus den Jacken klopfen. Schweißtreibend altes Laub und Geäst wegräumen, den Acker umpflügen wie so ein Gartenbesitzer. "No sour meadows", richtig ausgependelt, den Stand des Mondes beachtet. Über Kreise reden, Zirkel, die sich schließen und weiterschrauben. Das Unwahrscheinliche in einer schnell gezimmerten Echokammer ausfüttern mit dem Auflisten von Zufällen. Daß ich genau dieses Buch habe. Daß sich Sequenzen bilden und Oktaven. Daß ich bis drei zählen kann. Daß man gleichzeitig Zeitzonen nachschlägt.

Pattern recognition als weithin phasengerechte Beschäftigung. Das Summen der Leitungen hören, irgendeinen Windhauch. Störungen. Gespür haben. Manchmal auch kein Gespür haben. Oder Worte haben. Oder wieder ganz viele haben. Das ist schon sehr unwirklich, und man denkt an die Zeit, als man Brieftauben schicken mußte und hoffen, daß kein Fuchs die fängt, oder die sich nicht verirrt. Mein Vater rät zu einem Reisepaß.

Immerhin. Andere gehen Tauben füttern im Park. Andere gehen Tauben vergiften im Park. Andere stellen sich taub.

>>> Geräusch des Tages: Blonde Redhead, The Messenger


 


Sonntag, 23. Juli 2017


When shall we three meet again?

And I said you're better not
To light that fire
It will take you to the
Darkest part of the weather

(Warpaint, "Undertow")




Gemütlich mit der Nase an die Scheibe gepresst ist so ein großes sommerliches hurly-burly, Rumpelpumpel wie der Dorf-Shakespeare hier sagt, eine faszinierende Sache. Angeschwitzt von der schwülen Hitze fließt die Elektrizität gleich viel intensiver durch den Körper, ja, auch dahin. Sofort fallen einem ein bis drei Menschen ein, mit denen man dann faserlos nackt gekleidet im großen Suppentopf rühren wollte, fire burn, and cauldron bubble. Manchmal schlägt es ja auch wirklich wie ein Blitz ein, ein Gedanke zum Beispiel.

/Ich schaue mir das so an. Regen, Blitz, auch dunkle Wolken. Aber he, schleudere ich dem Dorf-Shakespeare den Dorf-Hemingway entgegen. The Sun Also Rises. Man muß angeblich nur durch die Wellen tauchen, die nackten Füße tapfer in den Regen setzen, ruhig auch den exakten Einsatz verpassen. Mal kurz auf Risiko. Mal kurz die Strömung ziehen lassen. Mal gucken, ob die anderswo tatsächlich gegen den Uhrzeigersinn dreht.

Mit dem Finger so Linien nachzeichnen wie bei ganz nebenbei angefertigten Telefonkritzeleien. Blitzen über dem dunklen Himmel hinterherzacken, Zigzagging durch fremde Straßen. Was - längst untergezogen - alles so geht. Geduld. Geduld.

>>> Geräusch des Tages: Warpaint, Undertow


 


Dienstag, 11. Juli 2017


Ruhemond



Wie unter Äther. Der Vollmond zieht die Backen ein, den aufgedunsenen Bauch, Zeit wird es, daß Ruhe einkehrt. Der Wind weht Wolken hin und her, Zeit, die Finger ausgestreckt zu halten. Daumen, Zeigefinger, Mittelfinger, Ringfinger, kleiner Finger. Greifhände, Protesthände, Gitarrenhände. Schön ausstrecken, nicht Zittern, einzeln vor das Licht halten. Dann Schatten malen. Die Wolken an der Decke verfolgen, Jetstream über Wendekreise, mit den Fingern anstupsen, umlenken, wie unruhige Tiere, die ein Ziel suchen. Einatmen, Ausatmen, Fresse halten.

>>> Geräusch des Tages: P. J. Harvey, When Under Ether


 


Montag, 13. Oktober 2014


Le vent nous portera



Am Ende dann doch noch im Herbst angekommen. Die Landung mag immer weich sein. Der Rest folgt bekanntlich drei Tage später.

Neulich einen schlimmen Traum gehabt. Angekettet wie ein Galeerensträfling, war ich dazu verdammt, bis in endlose Zeiten auf einem Bier-Bike die Reeperbahn rauf- und runterzufahren, während drei Nornen als Fahrgäste mit an Bord waren, die auf leiernden Harfen mein dunkles Schicksal klagten. Ich sollte meiner Liebe zu Ludivine Sagnier entsagen, fordertern sie, weil diese ohne Zukunft sei. Ein Leben in Untertiteln drohe mir, eine sprachlose Liebe in Fragmenten. Die schwitzigen Laken fanden sich morgens leer neben mir, von einem vollen Mond getränkt.


(Café de Flore. Kan./F. 2012. Regie: Jean-Marc Vallée. Musik: Sophie Hunger, "Le Vent Nous Portera".)