Freitag, 19. Juni 2026


Merz/Bow #84


Entwurf für ein Brautkleid im Blaublumenmuster (div. Stoffe, 1000,- Mark)

War ins Sprachlose gedrängt und musste ein wenig Pausieren. Versuchte in der Zeit aber fleißig und unermüdlich, ein neues Berufsfeld einzuschlagen und bewarb mich mit einer eigenen Linie als Modedesigner für einen bekannten deutschen Porzellanhersteller. Ein „Zwiebellook“ sozusagen, aber ironisch. Am Ende abgelehnt, aber das kennen ich und meine guten Ideen gut.

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In meiner demnächst hingegen vielbeachteten wissenschaftlichen Arbeit Die Mauer muss weg: Analyse der „Durchreiche“ als kulturhistorisches Phänomen und architektonische Besonderheit im bundesrepublikanischen Eigenheim der 1970er-Jahre [Diss. Hamburg, 2027.] untersuche ich die eigenheimmodische Eigenheit der Summer-of-Wohlstandjahre in der BRD, als man die Wand zwischen Küche und Essraum wie in einem Landgasthof durchbrach, um Speisen ohne Umwege über die braungeflieste Diele vom Herd zum Tisch zu bringen. Wurde natürlich nur einmal benutzt, weil viel zu hampelig, und außerdem standen in der kleinen mit einem Fensterladen verschließbaren Nische bald Blumen (Usambaraveilchen) und anderer Nippes.

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Nun hat ja alles eine Sprache und ein System und hier lag natürlich der kompensatorisch ausgeführte Wunsch vor, eine solche Durchreiche auch in der anderen großen Mauer, die Deutschland von Küche oder Essplatz trennte, rauszustemmen. Der kleine Durchbruch, wenn die Mauer schon nicht fällt, Willy Brandts Ostpolitik und beginnende Reiseerleichterungen spiegelten sich so am heimischen Käseigelbuffet.

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Heute spiegeln Wohnungen ja nichts, weil die Visionen fehlen. Und so sind sie meist leer, skandinavisch karg bis auf irgendwas mit Stahlrohr, einem Bild, das mal ein Freund oder eine Freundin gemalt hat, und ein kleiner Korb aus Filz, in dem zwei Äpfel liegen und eine Fernbedienung. Außer man lebt wie ich in den Außenstellen vom Naturhistorischen Museum Wien und Harrys Hafenbasar und kann sich in der eigenen Wohnung jeden Tag aufs neue erstaunen lassen.

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Generell reicht man oft auch nicht mehr durch. Der eine passt nicht ins akkurat und unnachgiebig geplante Programm, die andere nicht in den entspannten Sonnenuntergang. Im Alter wichtig: Auch mal alle 37 artifiziell erzeugten Ausstülpungen gerade sein lassen. Großzügigkeit, Toleranz und Achtsamkeit nicht nur Matcha gegenüber.

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Die Hitze aber brüllt die Menschen an. Draußen auf der Straße wird man wie eine menschliche Cyanotypie – ein altes fotografisches Verfahren, bei dem Objekte durch Sonnenbestrahlung auf lichtempfindliches Papier belichtet werden - auf den Asphalt gebrannt. In den Dachkammern tropfen Schweiß und Kondensat von der Decke auf gelbgeränderte Zimmerpflanzen, Geckos huschen über die Wände, aus einem alten britzelnden Lautsprecher tropfen Dschungelklänge. Oder aber das letzte Album von Reiko Kudo, eine japanische LoFi-Indiemusikerin, die Anfang der 80er ihre Karriere begann. Rice Field Silently Ripening In The Night [Bandcamp] ist es ganz poetisch benannt, und ebenso leise, unprätentiös und nachtverloren kommt auch die Musik daher, Misstöne und Gestaltlosigkeit, einzelne Trompetentöne aus dem Nachbarzimmer inklusive. Hört sich am besten, wenn man leise schwitzend auf dem Rücken liegt und träge der Wanderung einer Fliege auf dem nackten Unterarm folgt, die ein kompliziertes Muster in die Härchen schlägt.

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Ich baue mir jetzt ein Kopfkissen aus einem Stapel Kühlakkus, hülle mich in ein Fächerkleid und mache regelmäßig Trinkpause („hydration breaks“), dem mot de saison.

>>> Geräusch des Tages: Reiko Kudo, Lily

MerzBow | von kid37 um 14:04h | 11 mal Zuspruch | Kondolieren | Link

 


Donnerstag, 25. Dezember 2025


Merz/Bow #83


Das Kupferphon, ein dem Waldhorn entfernt verwandtes
Blasinstrument (Skulptur. Kupfer, Messing. 1000,- Mark)


Besinnlicher Spaziergang am Weihnachtstag. Still und starr ruht der Lidl-Parkplatz. Die Kälte zwackt in die Ohren und tief hinein in die Fächer der Packstation. Der Drucker fürs Versandetikett summt sein eigenes Weihnachtslied. Beim Gang um den Block fällt auf, dass viele Menschen offenbar neue Sessel geschenkt bekommen haben. Überall stehen die nunmehr aussortierten am Straßenrand, groteske Muster auf den Bezügen, Nadelstiche ins Auge ästhetisch Sensibler.

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Werkzeug fliegt in Koffern durcheinander/
Ein Handwerker setzt fluchend ab und seufzt oh, oh.

(Gelegenheitsgedicht aus meinem Lyrikdebütband Liebe in Worst Performing Buildings.)

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Zu Weihnachten bekam ich von den freundlichen Installateuren, dir mir – Halleluja! – noch vor Heiligabend den Durchlauferhitzer im Bad austauschten, ein wunderbares Musikinstrument geschenkt. Das Kupferphon wird meine kleine Sammlung an Avantgarde-Instrumenten erweitern. Derzeit komponiere ich unter der warmen Dusche eine Étude dafür, in der Hoffnung, vielleicht eines Tages im Wechsel mit dem berühmten Turmbläser vom Michel den Hamburgern darauf vorspielen zu können. Man muss Träume haben.

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Sonst haben eben die Objekte ihre Träume. When Objects Dream heißt die Ausstellung mit Arbeiten von Man Ray, die derzeit im Metropolitan Museum of Art in New York City (das ist eine große Stadt in den USA) zu sehen ist. Mit Glück wandert die von der MET auch nach Europa („über den Teich“), dann kann man auch gefahrlos mitträumen.

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Träume sind auch der Stoff für obskure Musikprojekte in einer Weihnachtshöhle, wie sie David Lynch 2002 fürs französische Fernsehen demonstrierte. Irgendetwas Geheimnisvolles, Unerklärliches, vielleicht etwas mit Musik auf einem Kupferphon. Etwas schwitzend Gearbeitetes.

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Frohe Weihnachten allen. Es muss weitergehen.

>>> Geräusch des Tages: Schrank/Simons/Benjamin, Internet des Waldes

MerzBow | von kid37 um 18:20h | 23 mal Zuspruch | Kondolieren | Link

 


Montag, 16. Juni 2025


Merz/Bow #82



Der Zirkus ist in der Stadt, und vielleicht reise ich mit. Allerdings: Zu meinen notorisch schlecht geschnittenen Haaren gesellt sich mehr und mehr eine schlecht gelaunte Müdigkeit, eine unkonzentrierte Lustlosigkeit, ein (hoffentlich nur) inneres Gnarzen und Zischeln, transmissionsloses Herumeiern, eine ergebnisoffene Rastlosigkeit, angetrieben vom Bohrwerk fleißiger Handwerker auf dem Gerüst am Nachbarhaus. Wie soll man da ins Blog notieren von Listen und Notationen und Werkverzeichnissen? Eben.

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Das drängende Thema, von keinem mehr gern gehört, heißt also wie jedes Jahr "Urlaub", den ich dieses Mal aber - wie jedes Jahr ersehnt - wie von der Firma MiuMiu vorgeschlagen [YT] mit Fotografieren und Gartensitzerei verbringen möchte. Ungerechterweise, also wie immer also, wurde in dem kleinen Film die von mir eigentlich angestrebte Rolle mit Willem Dafoe besetzt. Aber wer genau hinschaut, kann mich in einer kleinen Nebenrolle erkennen, wie ich als Butler gekleidet mit einem Silbertablett durch die Szenerie schleiche.

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Ich war einmal im Urlaub, und zwar in Istanbul. Damals gab es das aber noch nicht: Orhan Pamuks Museum der Unschuld [YT]. Der Struktur seines gleichnamigen Romans folgend, präsentiert es seit 2012 Schaukästen mit Assemblagen aus Alltags- und Erinnerungsstücken, eine Art Stadtplan für eine nostalgische, atmosphärische Reise durch ein imaginiertes Istanbul, Kindheitsverklärungen, Familiengeschichten und historischen Ereignissen.

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Zwiespältige Erinnerungen bietet auch die vieldiskutierte Online-Auktion einiger von David Lynchs Besitztümern. Bücher, Gitarren, Drehbücher, Hifi- und andere Technik, Merchandising seiner Filme, aber auch offenbar ungesäuberte Kaffeemaschinen, Bügelbretter und anderer Kram und Krempel einer ganz normalen Haushaltsauflösung, was dem Ganzen etwas unwürdig Gefleddertes verleiht. Darunter war auch Lynchs Filmbibliothek, die hier in kleine Konvolute zerlegt angeboten wurde. (Ich hörte, ein Teil der Bücher ging an Filminstitute, dies sei der Rest, der auf ausdrücklichen Wunsch Lynchs versteigert werden sollte.) Auf Instagram gibt es einen Überblick.

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Kommen wir zur Erkenntnistheorie, einem weiteren Feld dieses Instituts hier. Webseiten, so ein mit Tinte und Feder notierter Eintrag in meinem Studientagebuch, sind heutzutage wie dreijährige Kinder. "Wir nutzen Cookies und andere Technologien", erklären diese Steppkes einem stolz. Das ist so wie "Papa fährt Mercedes" oder "Ich habe eine Katze zu Hause" - gewichtig vorgetragene Informationen, die aber keinen wirklich interessieren. "Ich habe auch Cookies zu Hause" sagt man dann freundlich, um eine gewisse Einfühlsamkeit vorzugeben und das Gegenüber nicht zu enttäuschen. (Manchmal kräht es dann "Gar nicht!" oder sie fragen, leicht überfordert mit eigentlich simplen Denkprozessen beschäftigt, "Wirklich?")

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Derzeit kein Urlaubsziel. Aber die Fotos von Evgenia Arbugaeva aus ihrer sibirischen Heimat sind (immer noch) eindrucksvoll. Auch hier besticht eine gewisse unerklärte Zeitlosigkeit, der Kontrast aus Brauntönen und einzelnen Farbtupfern und dem frostigen Weiß der eisigen Landschaft, den harschen Lebensbedingungen und eindrucksvollen visuellen Erfahrungen. Sie lebte lange in New York (das ist eine große Stadt in den USA und auch kein Reiseziel derzeit), kehrte aber vor ein paar Jahren in ihre Heimat zurück. Etwas, das ich für mich selbst vermeiden möchte.

MerzBow | von kid37 um 15:20h | 4 mal Zuspruch | Kondolieren | Link

 


Montag, 7. April 2025


Merz/Bow #81



Wer was erlebt, der hat was zu erzählen. Markus „Mequito“ Pfeifer hat das jetzt endlich nicht nur in seinem Blog aufgeschrieben. Seine Novelle Springweg brennt über wilde Jahre und wilde Herzen nimmt jeden mit und lässt keinen zurück und ist in der Edition Schelf erschienen. Kann man zum Beispiel zu Ostern verschenken.

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Wer selbst nichts erlebt, mag vielleicht anderen Leuten zuhören. Die Webseite After the Tone sammelt Material von Anrufbeantwortern und ihren kleinen Kassetten, die man auf Flohmärkten oder in Trödelläden finden kann, gleich den Alben voller anonymer Fotos von Familien, die man nicht kennt. Nach dem Ton folgt ein lustiges, herzzerreissendes, langweiliges oder auch verstörendes Allerlei aus Mitteilungen, ein Sammelsurium menschlicher Gründe und Abgründe, akustischer Poesie oder kommunikativer Unbeholfenheit. Drohungen, Liebeserklärungen, Tagesreports oder einfach Nachfragen nach vergessenen Schlüsseln, Zetteln, Lieben. Läuft einfach als Dauergequatsche so durch, so lange, wie man halt Nerven hat für die Banalitäten und Dramen im Leben anderer Leute. Piep.

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Hab keine Zeit zum Telefonieren. Ich habe zuletzt meine ausführliche Sammlung ausführlicher Dokumentationen meines ausführlichen Studentenlebens durchforstet und mich dabei hin und wieder selbst überrascht angesichts der Vielfalt und Tiefe und natürlich Exzellenz meiner Mitschriften von Vorlesungen und Seminaren und konnte daher das eigentliche Ziel - die akademische Selbstentleibung durch Zubringung von immer schon obsoletem Universitätsgekritzels zum Altpapierconainer nicht umsetzen. Jetzt, wo Bücher aus Bibliothken verbannt werden sind es vielleicht letzten Zeugnisse menschlichen Denkens und Forschens, und nachher kmmen dan Student:innen aus Marbach und wollen wissenschaftsphilologische... Na ja, der Kram hat jetzt einen Karton für eine jährliche Revision, und vielleicht schmeiße ich ihn eines Tages endlich mal unbesehen in den Müll. Schon aber interessant auch!

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Habe mal nachgeschaut. Mittlerweile habe ich vier Titel aus der Edition von Joie Panique, aber leider noch keine 37 aus den nummerierten und jeweils auf 100 Stück limitierten Ausgaben ergattern können. (Die vom US-amerikanischen Pop-Surrealisten Ryan Heshka habe ich ärgerlicherweise verpasst.) Jetzt heißt es dranbleiben wie ein Spieler, der nicht aufhören kann. Eines Tages kommt die Lucky Number. Nebenbei bildet sich auf diese Weise eine Art Sammelalbum wie bei einer Fußballweltmeisterschaft, das natürlich auch Platz braucht und vielleicht einen eigenen Karton. Vielleicht gibt es auch eine Tauschbörse für andere Menschen mit bevorzugten Nummern im Zahlrenraum von 1 bis 100.

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Hab mich die Tage mit einer deutlich jüngeren Frau unterhalten und berichtete ihr dabei von meiner trashigen, aber charmanten Lieblings-Sitcom, entschuldigte mich aber bald, ihr völlig banale Dinge über eine banale Serie erzählt zu haben, worauf sie mich rigoros unterbrach und sagte, ich solle sofort aufhören, so zu reden, die Sache brächte mir offenbar viel Freude und damit sei die nicht "banal", und jetzt gebe ich euch den sehr dringlichen Rat: Heiratet diese Frau.

MerzBow | von kid37 um 19:04h | noch kein Zuspruch | Kondolieren | Link

 


Sonntag, 8. Dezember 2024


Merz/Bow #80


"Steinobst". (Skulptur, 2024. Holz, Bindfaden, Stein. 1000,- Mark.)

Im Leben kann man sich nur auf eins verlassen, und das ist die Kunst. Und wenn die Abende länger werden, so werden sie auch schöpferischer: Aus den im Sommer bei Mansardenwohnungshitze ausgebrüteten Ideeneiern pickt und schält sich nach und nach Gestaltetes heraus, so wie hier meine umwelt- und gesellschaftkritische Skulptur "Steinobst". "Harte Frucht vom kargen Baum/Sollst mein Wintermahl mir sein", heißt es im protestantischen Gesangbuch. Oder auch: "Schwer hängt die Frucht/Und wie ein Stein im Herzen".

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Habe jetzt begonnen, meinen ersten Krimi zu schreiben, weil ich gehört habe, so etwas liefe gut als Genre und man käme auf diese Weise zu Geld, ohne dass man dabei selbst eine Bank überfallen müsste. Mein mit lokalem Ambiente gefülltes Debüt heißt "Dunkel war die Nacht" (AT), und der Anfang lautet: "Alles begann, als jemand sagte, mach doch mal Licht. Und es ward Licht. Und es ward eine andere Art von Finsternis. Und es waren nicht die umgekippten Stühle, die mit Unrat übersäten Möbel oder das viele Blut, das auf dem Boden lag."

Die ganze Chose soll herumbollern wie ein hartgekochtes Ei in einer Campingtasche, in der außer einem Kotelett und einer Flasche warmen Bieres auch ein Beweisstück liegt, hinter dem gesottene Polizisten her sind, sowie ein pfeifender Detektiv, der in der Kneipe "Zum letzten Loch" gastiert, und Gangster, die mit rauen Stimmen und ebensolcher Haut an den Fingerknöcheln durch den Hafennebel schleichen.

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Vom Killer zur Killing Machine. Das kanadische Künstler- und Ehepaar Janet Cardiff und George Bures Miller sind für ihre Klanginstallationen und Filme bekannt. Reizvoll ist ihr antikes Klangkabinett, bei dem man durch Öffnen und Schließen der Schubladen eigene Mixe aus unterschiedlichen Soundfragmenten zusammenstellen kann, die den Raum nach und nach befüllen. The Killing Machine, eine Hommage an Franz Kafkas "Strafkolonie", eint verstörende Mechanik unter einer glitzernden Discokugel, der gleichnamige Begleitband mit hintergründigen Geschichten von zum Beispiel Philip K. Dick und vielen Fotos und Skizzen von rostigen Trichtern und anderen Klangerzeugern und -verstärkern sei dringend empfohlen. (Bei Hantje & Cantz.)

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Die Briten haben das Walking Artists Network. Der Spazierbummel als kulturelle Praxis und Forschungs- und Sammlungsgang für visuelle Eindrücke, Umweltklänge und soziale Interaktion. Nie mehr "einfach so" unterwegs, sondern als entspannte ortsspezifische kulturelle Intervention - ob eins mit der Umgebung oder quer zu ihr. (Hier regnet es leider gerade.)

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Dann sei halt wie ein Stein, genieße das Nichtstun. "Überlege nicht, was du als nächstes machst, sondern was du als nächstes bleiben lässt" heißt es in diesem wichtigen Arte-Beitrag übers Faulenzen und den Müßiggang. Dolce far niente in Italien und Abhängen in Berlin - aber natürlich nicht Durchhängen dabei, sondern mit Genuss der Ruhe nachhängen. "All art is perfectly useless", sie folgt keinem Zweck, heißt es. Schaff an einem anderen Tag.

MerzBow | von kid37 um 14:36h | 6 mal Zuspruch | Kondolieren | Link

 


Donnerstag, 8. August 2024


Merz/Bow #79



Erfreue mich derzeit daheim am sehr hübschen Band On Deciphering the Pharmacist's Prescription for Lip-reading Puppets, der 2012 die gleichnamige Ausstellung über das Werk der anglo-amerikanischen Animationskünstler Quay Brothers begleitete. Ausgiebig mit viel Hintergrundmaterial, selten gesehenen Nebenwerken und visuellen Vorbildern illustriert, sind die Texte eine weitere Fundgrube an Querverweisen und Spuren zu den vielfältigen Einflüssen und Anregungen auf das zurückgezogen lebende Zwillingspaar.

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Das passt insofern, als bei den Filmfestspielen in Venedig Ende des Monats endlich auch der langerwartete dritte Spielfilm der beiden präsentiert werden soll. Sanatorium Under the Sign of the Hourglass nach der Erzählung von Bruno Schulz läuft in der Autorenreihe außerhalb der Konkurrenz. Vor ein paar Monaten gab es mal ein paar Minuten der Eingangssequenz zu sehen auf der Seite des polnischen Filminstituts. Diese wurden mittlerweile wieder entfernt, zeigten aber bereits einen recht reizvoll-atmosphärischen Einstieg mit dem Dampfzug, der sich durch Berge müht.

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Sehr leicht in die Liste meiner beeindruckendsten zehn Filme schafft es ja die Verfilmung von Wojciech Has (Die Handschrift von Saragossa, Die Puppe), die man auf Youtube sehen kann. Ein visuelles, surreales Fest, das einen wieder fragen lässt, warum so wenige polnische Filme hierzulande auf DVD erhältlich sind. Nachbarvölker, so fern. EU, leg da mal ein Programm auf.

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Ich habe mir die vier Folgen von "Galleripky" angeschaut (hier in der ARD-Mediathek). Fotograf und Ex-Fotograf und Internettausendsassa (Leute, die gerne auf der OMR interviewt werden) Paul Ripke, bekannt durch Konzert- und Musikerfotos beispielsweise, und der von sich selbst sagt, dass sein fotografisches Talent Grenzen hat, besucht Kolleg:innen, schaut ihnen über die Schulter und probiert sich selbst an unterschiedlichen Themen. Das ist alles sehr "hands on" und vor allem erfrischend umstandslos, offen und selbstreflektiert. Auch Szenen, in denen das Filmteam mal unangenehm Grenzen überschritt, sind drin geblieben, das allein macht die Stücke authentisch. Keine anhimmelnde Meisterschau zum Glück, dankenswerterweise auch kein Dude-Gelaber über Fototechnik, sondern ein Versuch, das Gespür, die Methode, den Ansatz und Blick verschiedener Fotograf:innen aus unterschiedlichen Genres nachzuvollziehen. Das wird manchem ein bisschen zu "flott" sein, aber am Ende hat es mir gefallen, weil es das Wesentliche der Fotografie ins Zentrum rückt und dafür auch mal Füße abschneidet. (Auf dem Foto.)

MerzBow | von kid37 um 18:17h | 7 mal Zuspruch | Kondolieren | Link

 


Montag, 1. Juli 2024


Merz/Bow #78


Gartenmaschine nach Plänen um 1900

Hier war es ein wenig ruhiger, weil ich die meiste Zeit in meiner kleinen Werkstatt verbringe, wo es hinter dem Wandregal eine unsichtbar verborgene Tür gibt, die in mein geheimes Geheimlabor führt. Dort war ich aus altruistischen Gründen mit einer Erfindung beschäftigt, die ich nach Plänen aus einem alten Buch um 1900 gebaut habe. Man hört und liest in dieser Saison leider viel von einer sog. Schneckenplage in den Gärten. Traditionelle Haus- und Hilfsmittel ("Tradgardening") wirken offenbar nicht viel, so dass ich beschloss, die Lücke zwischen Vergrämung und Extermination mit einer Maschine zu füllen. Ein kleiner Turm (oder mehrere davon) wird mit einem geheimnisvollen (= zum Patent angemeldet) Metall gefüllt und mit einem optischen Sensor (= Auge) gekrönt. Dieser überwacht visuell das nächtliche Nagegeschehen rund ums Beet und setzt über einen Mechanismus (= kompliziert) aus dem elementaren Innern des Metalls eine saure Kraft frei (= Handelsname Sauron™), die eine gemeine Nacktschnecke in eine "schrumpelige Rosine" verwandelt, wie man unter hemdsärmeligen Gärtner:innen so sagen könnte. Leider ist diese saure Kraft noch nicht richtig regulierbar, weshalb bislang (= Betastadium) auch die Beete und all ihr Gemüse in eine graue, verdorrte Karglandschaft transformiert werden. Es ist ein Fluch und oft geht das eine nicht ohne das andere.

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Apropos Transformation. Vielleicht erst nach dem Essen, aber hier kann man den wunderbaren Kurzfilm (18 Min.) Wrought schauen, der als eher poetische denn wissenschaftliche Reise durch die faszinierende Welt der Dekomposition führt. Ein morbides "Koyaanisqatsi": Leuchtende Farben und amorphe Strukturen in organischem Material (Achtung, auch "Roadkill"), von Bakterien in Fäulnis und Fermentierung gesetzt und durch Zeitrafferaufnahmen lebendig gemacht. (Hätte mehr Arbeit am Text und im Tonstudio verdient.)

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Apropos altes Buch um 1900. Mit viel Freude lese ich derzeit in dem aktuell für kleines Geld angebotenem Schaubuch Inventions that didn't change the World von Julie Halls, das in dem für seine vorbildlich wundervoll aufgemachten (medizin-)historischen Bücher gerühmten Thames & Hudson-Verlag erschienen ist. Randvoll mit aus Archiven geschöpften Patentzeichnungen und Erläuterungen, versammelt es allerhand Ideen und Einfälle, die alle auch von mir hätten stammen können. Darunter Banales wie Zylinderhüte mit Ventilator oder Spazierstöcke mit Einschraubfach für die Zigarre, aber auch Erfindungen, die sehr wohl die Welt veränderten, wie etwa den per Handkurbel ausziehbaren Esstisch. Ein Mysterium ließ mich schlucken: Um 1852 wurde die geräuschlose Vorhangstange zum patent angemeldet, ein Umstand, der Twin Peaks-Fans wie von einer zu rasch zurückgezogenen Gardine vom Bett hochschrecken lassen dürfte. Eine geräuschlose Gardinenstange? Dem MacGuffin der revolutionären TV-Serie? Hier wird Geschichte neu geschrieben werden müssen.

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Apropos, Geschichte neu schreiben: Das Oxford English Dictionary weist die erste Quelle für das Wort "Cornice-pole" für das Jahr 1879 aus, was mit dem Fund in Inventions that didn't change the World widerlegt ist. Obwohl Laie auf diesem Gebiet, habe ich die Briten gleich angeschrieben und auf die veränderte Quellenlage hingewiesen. Ein akademischer Umsturz! dem einer an der Wahlurne folgte. Beinahe geräuschlos.

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Apropos Vergrämung. In einer kleinen Reportage des Saarländischen Rundfunks über die Sprengung eines stillgelegten Kraftwerks lerne ich neues Fachvokabular. So spricht man von "Niederlegung" und nicht wie ein ahnungsloser Amateur von "Sprengung", wenn ein Turm oder Gebäude zu Boden gebracht werden sollen. Vor dieser Niederlegung gibt es zudem eine umsichtige sogenannte "Vergrämungssprengung", mit der man Tiere aus dem Gelände scheucht. Mehrere Aktionen müssen in einer "Sprengchoreografie" koordiniert werden, damit nichts durcheinanderkommt oder einer der Zünder plötzlich ohne Kontaktverbindung dasteht. Ein Ballett der Explosionen, Rhein in Flammen für Anlieger und Detonationsschaulustige.

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Gärtner mit Schneckenplage verzichten versehentlich auf die Vergrämungssprengung, bringen aber bitte vorher die Igel raus.

MerzBow | von kid37 um 12:28h | ein Zuspruch | Kondolieren | Link

 


Dienstag, 11. Juni 2024


Merz/Bow #77


"Träumender". Aquarell auf Papier, 2024. 1000,- Mark.

Musste unruhig träumen, wachte dann in den Nachwehen einer Wahl auf und fand Europa zu einem riesigen Ungeziefer verwandelt.

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Zur Beruhigung einer Idee von @dasnuf auf Mastodon gefolgt und mir von der KI ein Lied für mein Blog komponieren lassen. Muss sagen, die Maschine und ihre Zahlenkolonnen kennen mich offenbar sehr & erstaunlich gut:

"Blogger kid37
With his pen made of gold
Spreads wisdom and poetry
For the hearts to behold"

Dabei habe ich als Prompt nur ein paar Schlüsselbegriffe wie "Blogger Kid37" und "Hermetic Café" eingegeben - und schon kam dieser zauberhafte Indiehit heraus.

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(Wir reden also tatsächlich vom Ende, wenn nun jeder jeder zum Geburtstag einen "persönlichen" Song "komponieren" und "aufnehmen" kann. Der Geist, so dumm er auch ist, ist aus der Flasche. Ein lallendes, kreischbuntes Papageienmonster.)

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Apropos Mode. Bin noch ganz entrückt von der wohl besten Schau in diesem Frühjahr. Galliano bat für Maison Margiela in den Pariser Untergrund und sorgte für den most talked about Moment in der diesjährigen Saison der Pariser Modewoche. Fantastische Atmosphäre, spektakuläres Make-up und faszinierende Kleider. Hier ein paar Fotos auf Instagram, das Video (Langversion) vom Laufsteg aus der Kellerkneipe gibt es auf Youtube.

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Aber interessiert eh keinen in diesem Wolfstatzenfunktionsland.

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Bei wärmeren Temperaturen schwirren auch die Honigbienen wieder geschäftig aus und schaffen - von Ladislav Hanka nur beehutsam unterstützt - erstaunlich zauberhafte Kunstwerke.

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Mein neues kleines und weitgehend unschuldiges Interessensgebiet sind japanische Girl-Bands von 50ties-Rock'n'Roll über Sixties-Beat bis Ekstase-Punk oder 5,6,7,8s bis Otoboke Beaver. Die Highmarts fielen zurück in die 60er und zwar ganz munter. I Want You So Bad. (Um Händchen zu halten.)

MerzBow | von kid37 um 22:40h | 9 mal Zuspruch | Kondolieren | Link

 


Montag, 8. April 2024


Merz/Bow #76


Just mit dem Postboot überbracht: nachempfundene Fotografie einer Sonnenfinsternis im 19. Jahrhundert [Symbolbild]

Helle Aufregung in den USA (das ist ein großer Staatenbund in Nordamerika) über eine finstere Sache: Die Total Eclipse of the Sun lockt Sonnenhungrige in den mittleren Westen und Anrainerstaaten. "The Great American eclipse" sagt Susan Miller und wagt einen Ausblick in die Sterne. Wer es wissenschaftlicher haben möchte, kann den Verlauf der schwarzen Sonne auch auf der Seite der NASA verfolgen.

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"Ersatzzüglein": Im Aufzuchtgehege der großen Bahn

Hin und her in der kleinen Stadt. Ostern in Wuppertal, mit Muttern im Museum, kleine Speise, Familienrundfahrt, dann wieder heim vor der großen Rückreisewelle ("vor die Welle kommen"). Der Nachtzug aus der Schweiz hat Verspätung, Warten in der zugigen Halle am Hauptbahnhof. Dort spielt ein Obdachloser, genervt von seinem labernden Sitznachbarn ("Ich geh' jetzt mal ans Klavier"), Klavier. Große, vom Alkohol aufgedunsene Hände und Finger bei einstudierter, filigraner Musterarbeit. Kein rumpeliger Boogie-Woogie, sondern ziselierter Frühlingswalzer im verlorenen Hall des großen Wartesaals, I Like Chopin sozusagen als Überbrückungshilfe. Wir hatten alle mal ein Leben vor diesem Leben. Dann mit dem federnden Eurocity in die Nacht, schlummernde junge Leute, erschöpft von irgendeinem Festival, draußen Gewitter, Starkregen, zuletzt wieder verschlierte Lichter der aufgereihten Städte. Nocturne.

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Hilde & Gretl. Ein Haus voller Geschichten.

Einem Hinweis im wunderbaren Wieselblog folgend, habe ich kürzlich das ebenfalls wunderbare Buch Hilde & Gretl von Tarek Leitner und Peter Coeln erworben. Zwei Cousinen, eben diese Hilde und Gretl, bewohnen ein Haus, musealisieren es entlang ihres Weges, hinterlassen das, was eben so hinterlassen wird: flüchtige Spuren einer alten Republik, Profanes und Banales, Kitsch und Krempel zwischen Nachtschrank und Wohnzimmertisch. Archäologisch aufgearbeitet, aus dem Abfall erhoben und in klugen Texten in Beziehungen und Deutungen gebracht, ist das Buch ein Katalog einer Zeitreise in die Welt der Tanten und (Groß-)Eltern, in die Provinz und Wendehammer-Siedlungen. Ganz toll.

MerzBow | von kid37 um 19:31h | 10 mal Zuspruch | Kondolieren | Link

 


Montag, 12. Februar 2024


Merz/Bow #75



Als kleine kreative Schmuckbegleitung kann man sich für die glücklicherweise kaum abreißende Demonstrationswelle gegen Rechtsaußen passende Embleme basteln. Zum Beispiel ruckzuck mit dem Antifascist-Logo-Generator. Es gibt noch weitere solcher Generatoren im Netz. Auf Mastodon konnte man in den letzten beiden Wochen einen ganzen Schwung sehr kreativer Entwürfe bestaunen, sehr hübsche Farbtupfer gegen braune Suppe.

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Apropos Schwung, wir geben weiter zum Sport. Aus einer Reihe von teils auch altersbedingten Gründen habe ich ja ein weiches Herz für Darstellungsformen vitalkraftstrotzender Unbekümmertheit junger Leute. So war ich doch bestimmt auch mal, könnte man rhetorisch fragen (Antwort: Nein.) und sich nostalgisch verklärt erinnern. Schlittschuhe und Rollschuhe hatte ich in meiner Kindheit nicht. Einmal war ich mit einer Rollschuhmeisterin liiert, aber die riet mir dringend ab, so was "in meinem Alter" noch zu probieren. Recht hatte sie, ich kann mir das ja - ohne Helm und Knieschoner - gemütlich vom Internetrand aus anschauen.

Kids, don't do this at home! Geht auf die Skaterbahn. So wie Jamma Lynn, die mit ihren Rollschuhvideos Schwung in die Instagrambude bringt. Dabei immer mal wieder auf haarsträubendem Kollisionskurs mit ihrem munterem Hund, Rampen und Eisengeländern, schreddert sie - wenn die Eltern nicht gucken - ganz frisch auf acht Rädern daher. So wie, hier [IG] im Kalifornientraum. Ziiiiisch! Mein Motto für 2024.

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Mutti macht derweil Punkrock, heißt es bei Arte. Dort läuft eine Doku mit diesem vielleicht nicht ganz glücklich formulierten Titel, der aber andererseits genau beschreibt, um was es geht. Statt Deckchen zu häkeln, haben sich ältere Frauen in Leicester, England ein Projekt ausgedacht, bei dem es heißt: auf die Bühne, drei Akkorde und los. Ganz fantastisch und mutmachend, und man möchte sich sofort eine Gitarre kaufen und mitjammen, aber für irgendwelche Macker ist das gar nicht gedacht - die sollen bitteschön Rollschuhlaufen gehen.

Hier geht's aber erstmal zur Doku [Arte].

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Noch etwas luftige Kunst: Nicole Banowetz konstruiert bunte Sky Machines, amorphe Zeppeline, ausgestellt in dem möglicherweise nach mir benannten Kid's Awesome Children's Museum in Taipai. Alles für hochfliegende Träume, Vorstellungen und Ideen.

MerzBow | von kid37 um 17:15h | noch kein Zuspruch | Kondolieren | Link