Samstag, 20. Februar 2021


Shake Dog Shake



Auf meine alten Tage plane ich ja, nun endgültig Privatier zu werden, ich meine, was soll der Mist, tagein, tagaus usw. Dann gleich ein Leben zwischen Sardinen und Brot und einer aus Pappkarton gemalten schwarzweißen Katze, die neben meinem Sofa hockt und mit einem ebenfalls aus einem Pappkarton geschnittenen Fisch an der Angel bespielt wird. Der Freude und stillen Einkehr wegen.

Manchmal aber packt mich noch das innerlich erloschene Feuer, und ich schwinge mich in grünes Jägerloden und derbe Hosen, um einen Leihhund auf die Freilaufwiese zu führen. Rebellen ohne Steuermarke! gröle ich, der Hund juchzt infantil Ball! Ball! Ball! und wirft mir 40 Kilo durchtrainierte Muskelmasse entgegen, ich schwanke nur wenig, denn ich bringe doppelt so viel nur geringfügig weniger trainierte Masse auf die Waage. Wir fletschen Zahn an Zahn, entdecken das innere Ungetüm in uns, Höllenfeuer, ich bin Wolf und du bist Wolf, und hey, das ist ok so.

Meine Würfe - knapp über Kugelstoßweite, dann erstmal warm geworden ein paar Zentimeter weiter - treiben einen Zerberus über das Gelände, den Ball mit schweigendem Ernst mit einem Kopf fangend, mit den beiden anderen links und rechts andere Hunde abwehrend. Ich dabei mit Seemannspfeife ein Orchester aus zähnefletschenden, fährtensicheren Stöberern dirigierend, ein Muskelballett zur Meutenmusik. Erich von Strohheims Reitgerte stünde mir gut und ein Monokel, vielleicht ein Megaphon.

Ordentlich eingesaut nach naturnaher Arbeit, Erde mannshoch, besabberte Hände vom Ball und zähem Ringen mit Knüppeln und Beute, habe ich Schamanenkontakt zum besten Totemtier des Menschen. Ich möchte mir die Fellkleidung vom Leibe reißen und mich überall mit Blut und Matsch einreiben, behalte aber hanseatische Restwürde und lasse mir nichts anmerken. War ok, sage ich also, lasse den Hund aus meiner Wasserflasche trinken (Tiere zuerst!), schüttel mir Zeug aus dem Haar und trotte zurück zum Haus. Geht doch.


 


Sonntag, 9. August 2020


DingDong


Vorher

Während ich gerade laid off bin, dabei aber wenig laid back, denke ich stundenweise über neue Gedanken nach. Heute gegen Mittag (Temperatur innen wie außen ca. 31 Grad) fragte ich mich, warum es eigentlich keine App gibt, mit der ich in Echtzeit die Position des Eiswagens, der hier immer laut klingelnd durch die Gegend fährt, verfolgen kann. Damit ich - ebenfalls laut klingelnd - mit dem Fahrrad rasch dorthin fahren kann.


Mittendrin

Im Vorgriff auf die erste Million, die ich mit meinem Start-up (Projekttitel: Es gibt Eis, Baby! - und ja, das ist diesmal wirklich eine Anspielung auf Helge Schneider) verdienen werde, habe ich mir eine neue Kingel gekauft. Die alte war so eine chinesische DingDong-Glocke, die aber ein störrisches und vor allem wackliges Eigenleben entwickelt hatte und bei jeder Erschütterung losklingelte, selbst als ich die Verschraubung der Glocke neu justiert hatte, damit sie strammer sitzt. Ich habe es schon im Muskelgedächtnis meiner linken Hand, während der Fahrt nämlich die Glocke fester oder loser schrauben. (Zu fest, heißt hier erstmal nicht "ab", sondern "stumm".)


Nachher

Um also dem Eiswagen folgen zu können, braucht es zunächst eimal einen neuen Ton, den ich ab heute anschlagen möchte. Zugleich habe ich mein Dreieck größer aufgezogen auf die Eckpunkte Köln/Düsseldorf - Berlin - Wien, nachdem ich im Frühjahr bereits über Relocation im kleineren Maßstab nachdachte. Leuchttürme gibt es schließlich überall, und Eiswagen auch. Einfach mal - DingDong - wach und munter werden. Weil so viele Männer in meinem Alter mit Fahrradprojekten beschäftigt sind, habe ich mich endich mal altersgemäß verhalten und selbst ein wenig geschraubt. Alte Klingel ab, neue draufgesetzt (muß noch ein wenig justiert werden) ging ganz schnell. Wer clever wie ich ist, läßt die neue zwischendrin kurz mal aufs Pflaster fallen, dann hat die gleich Patina und schaut aus als gehöre die seit ewig zu mir. Gewußt wie! Nur mein Muskelgedächtnis muß ich noch umtrainieren. Das Rumfummeln an der Kingel während der Fahrt ist unbewußt noch drin. Pling!


 


Montag, 23. Dezember 2019


Driving home for Dings

"Daheim ist es doch am schönsten", heißt es im Film. Und doch verlangt es alte Sitte, Weihnachten in vollen Zügen zu genießen.



Die Hinfahrt im Fahrradabteil, die Rückfahrt mit Verspätungen und Unterbrechungen. Das Thema "Deutsche Bahn" bleibt schwierig. Die freundliche Bedienstete im Mitternachtsauffangdienst am Hauptbahnhof Hannover meint nur, es sei eigentlich ruhig, die größere Unruhe erwarte man erst um Heiligabend. Ich bin ein bißchen genervt, beschließe aber trotz gefühltem inneren Lärm, den Ablauf nun auch nicht weiter stören zu wollen.



Die Heimatstadt zeigt sich graugeschleiert. Zurückhaltende Opulenz mit einem leisen Hauch von erzitterndem Verfall. Lückenhaft schindelverkleidetete Häuser mit bloßgelegtem Holz, wie die Zahnhälse durchgeregneter Nörgelrentner. Als Visitenkarte steht die Hauptschwebebahnstation verlassen und verlottert, auch der Aufzug zur Plattform ruht still wie der weihnachtliche See.



Ja, wo sind wir denn hier? Die Geräte sind längst leer, alle Bildnisse und Gleichnisse auf ein anderes Gerät übertragen, von dort aus vielleicht auch schon weiter. Ein Glöcklein klingelt in der Kirche, Geheimnis der Weihnacht. Gerätschaften sind die neuen Mysterienbehälter. Alexa strömt Weihrauch aus, im Gehäuse der Googlebox liegen die Gebeine der heiligen Siri. Um Mitglied der Gemeinde zu bleiben, buche ich im Haus meiner Mutter einen Tagespass für einen Internet-Hotspot im liturgischen Magentagewand. Halleluja!



Ein Fenster zur Welt. Ich schlafe schlecht, halte die Augen halb geschlossen und entwickle Ideen fürs Stadtmarketing. Hier eine Zwischenlösung, dort was Radikales. Die Stadt indes hat die Neunziger Jahre entdeckt, die Radwege im Zentrum vergessen und plant dafür ein Outlet-Center.



Dafür wäre hier viel Potential, allein aufgrund der Topografie, die keine Mittelwege zuläßt, einmal schräg zu denken. Kopfstand auf der steilen Treppe, Wind durchjagen, den inneren Dauerregen vertreiben. Die Schuttberge hinter staubigen Fenstern verräumen. Man muß dazu offen sein.



Vieles rührt in einer Unbeholfenheit. Anderes sperrt sich starr entgegen. Soll man Ruten verteilen oder lieber Lebkuchen? Ich bleibe Gast auf der Sofakante, ansprechbar von vier bis zehn. "...eine seltsame Stadt, schwarz vor Romantik und Geschehnissen und Umhertreibern aller Art", schrieb die Lasker-Schüler. Vielleicht sollte mal einer den Finger zwischen die lockeren Schieferplatten schieben, den Schmodder herausprokeln, die Verklebungen freispülen. Die Stadt der Chöre zum Singen bringen.


 


Samstag, 3. August 2019


Vienna Calling #7

Wann sind wir endlich daheim?
Wir sind nie daheim!

(Kreisky, "Dow Jones")



Es ist Zeit, Baba zu winken. In Wien macht das, Bitte, bitte!, die Katze Kreisky, für mich ja immer noch die beste Schrammeldiskursrockband Österreichs, da können sich alle Wandas ins Bilderbuch legen. Die Woche ist rum, das Wetter wird besser, denn der Abschied naht. Noch schön in der Sonne am Platz sitzen, Pläne schmieden, Sonnenbrillen rauf- und runterschieben, den Kindern beim Spielen zuschauen. Schauspieler laufen vorbei.



In der inneren Stadt aber stehen die apokalyptischen Reiter. Und, man stelle sich das vor: Wie ein ungeschickter Gast, der beim Hinausgehen die wertvolle chinesische Vase umwirft, stürze ich am letzten Abend die Regierung. Sozusagen. Ein delikates Urlaubsvideo sickert durch, und ein Land hält den Atem an. Hat er das gerade wirklich so gesagt? Mit der letzten Maschine komme ich aus dem Land, ehe hinter mir alles zusammenbricht.

Die magnetische Anziehungskraft der Stadt aber bleibt. Vielleicht sollte ich dort endlich eine Dependance errichten, den ganzen Klumpat in Hamburg zusammenpacken und umsiedeln. Einen Titel tragen, einen Laden erwerben und fortan nur noch Kunst und Bücher verkaufen, abends im Beisl was singen, einen Text vortragen. Das kann doch alles so schwer nicht sein, die drei Mark 50 Schilling zum Leben muß man doch wohl zusammenbekommen. Der Dow Jones zuckt auf und ab, auf nix is' Verlaß, is' nämlich nicht. Da muß man in Bewegung bleiben.

>>> Geräusch des Tages: Kreisky, Dow Jones


 


Donnerstag, 1. August 2019


Vienna Calling #6



Wien ist immer gut gekleidet. Männer halten stets einen Ersatzkragen in der Tasche bereit, die Damen tragen fesch und extravagant vor der Staatsoper oder abends zur Burg auch Klimperbehang. Im Vergleich dazu ist Hamburg leider grau und trostlos oder eben ein Szeneviertel im Kapuzenpulli. Nur Ringelhemden, die gehen immer. Auch ganz ohne Kragen und Klimperbehang.



Ich sag mal nix dazu, aber wenn ich nach Wien komme, hängt man mittlerweile die Ringelstrümpfe raus. Sehr charmant, ich bleibe stoisch, freue mich aber innerlich. Überhaupt die Aufmerksamkeit und Freundlichkeit der Menschen. Grantler kenne ich dort nicht. Das ist eben der sprichwörtliche Wiener Wald: Wie man reinruft... usw. Ebenso stoisch nimmt man dort meine piefkeschen Versuche hin, Weanerisch zu reden. (Kellner spucken mir möglicherweise in die Suppn dafür, aber höflicherweise nie vor meinen Augen.)



Es sind die Widersprüche dieser Stadt, die ich reizvoll finde. Vieles geht mit Augenzwinkern, manches provozierend langsam, die Läden heißen mit weichem B wie ein Kinderabzählreim: Beständig, Bipa, Billa. Manches neu, vieles alt, anderes verborgen. Obskures atmet einen überall überraschend an, im 1. Bezirk gibt es laut Türschild so etwas wie einen "psychoanalytischen Waffengutachter", das kann man sich für Romane nicht ausdenken.

Irgendwo trällert ein Sopran, irgendwo wird laut gekeucht. Irgendwo ist gerade Pensionistentag, irgendwo wird grad gestorben. Vor dem Haus steh'n schwarze Pferde. In Hamburg, der Freien und Abrißstadt, wäre das alles schon entwickelt und entsorgt, umgewandelt in ein Containerlogistikzentrum, ein Musicaltheater, ein Bürokomplex. Erinnerungen macht man besser anderswo.


 


Sonntag, 28. Juli 2019


Vienna Calling #5



Weil ich diesmal irgendwie schlecht zu Fuß war und Wien in den Fängen der Heiligen Eismarie, war mir eher nach Innen und Sitzen. So daß ich dachte, als Buß- und Fürbittgang für innere und äußere Schwäche mache ich mal eine ausgeweitete Kirchentour. Also nicht immer nur Stefansdom, einmal in durch Menschenhände verkeimte Weihwasser tunken, sich an das katholische Erbe erinnern und innere Zwiesprache anzustimmen. Bekanntlich haben aber auch andere Kirchen schöne Opferkerzen, dazu allerlei Prunk und zur Schau gestellte Tafelkunst.



Im katholischen Wien herrscht kirchlich-beschaulich ein anderer Schnack als im protestantischen Hamburg, man sieht - für den reinigenden Schauer - leidende Heilige, durchbohrt, geköpft und verbrannt. Goldene Reliquienschreine, viele Füße, weitere verehrte Gebeine und Fetzen von diesem und jenem, Opferstöcke und Opferkerzen. Dazu gibt es Wlan mit teilweise ganz humorig benannten Routern, Stichwort "Tor zum Himmel" usw. Achtet mal drauf.



Ich habe gar nicht alle geschafft, zumeist aber gut in den Bänken gesessen. Meditiert, den Kopf gehoben und Deckengemälde betrachtet, Seitenflügel und Altararrangements, dazu Orgelproben gehört. Ein eigener Reiseführer würde sich lohnen, in dem der Sitzkomfort der Bänke bewertet wird und auch, ob es neben dem Beichtstuhl auch weitere stille Örtchen gibt. Dominikanerkirche, die üppige Franziskanerkirche, St. Peter, die Votiv-Kirche, ein paar andere kenne ich noch von früheren Besuchen, so wie die Kirche am Steinhof - noch nie aber war ich in der Karlskirche, weil mir das immer zu touristisch oder sonst gerade für den Terminplan nicht passend schien. Man sitzt dort aber, auch das wäre ein Punkt für meinen Reiseführer, sehr schön im Warmen auf den Stufen, wenn die Sonne scheint, und kann den Menschen auf dem Platz zuschauen.


 


Mittwoch, 24. Juli 2019


Vienna Calling #4



Wer die schöne Stadt besucht, tut dies ja meist wegen der herzensschönen Menschen dort, aber oft auch einfach nur wegen der schönen Kunst. Da es auf dem Naschmarkt so leer geworden ist, zeigt man nun auch dort viel Kunst, großformatig und in vielen unterschiedlichen Stilrichtungen.



Man sitzt dann vis-a-vis, brustet und prostet sich zu, singt ein fröhliches Lied zu einem vernünftigen Getränk, sagt "a geh" und meint "komm her", und "angreifen" ist immer noch keine Kriegserklärung. Es sind volksnahe Legendenerzählungen, Heiligentafeln, die Bild für Bild die Stationen erklären, wo St. Tschocherl und die hl. Beisl umherwanderten und Wunder wirkten. Wo zwölf Tschick geraucht und ebenso viele Glaserl gestemmt wurden. Noch heute erzählen die Leute davon.




Wer nicht malen kann, klöppelt Worte aneinander. Oder umgekehrt. Am Ende hilft der Glaube, weshalb es in der schönen Stadt auch so viele Kirchen gibt. Aber davon vielleicht später. Ich mag es ja, wenn es freundlich zugeht in der Welt, Stille statt Geschrei, Blicke statt Besserwisserei. Die Kunst betrachten, staunen, mit der Taschenlampe leuchten. Und anschließend gehst einfach hoam.


 


Donnerstag, 18. Juli 2019


Vienna Calling #3



Auf meinen Bildungsreisen nach Wien schaue ich ja immer auch nach den Tieren. Manchmal in Schönbrunn, meist im Naturhistorischen Museum, manchmal aber auch in freier Wildbahn. Zart zerkaute Giraffen findet man da oder riesige Glaswespenbienen. Und zuletzt staunende Hasen, die als alte Hakenschlager auch nicht recht erklären können, wie die Welt gerade läuft.



Ins Glas geblasen sind die bunten Superinsekten von beeindruckender Schönheit und Größe. Sonst, selten. Diese riesigen Exemplare nähren sich von der geheimnisvollen, dichten Pflanzenpracht, die es irgendwo auf der Donauinsel geben soll. Üppige, schwül duftende Blumenfelder, auf denen gerüchteweise laut schwirrende, ins Monströse mutierte Schmetterlinge, Bienen und Wespen heranwachsen sollen. Bereit, in die inneren Bezirke der Stadt vorzudringen, um Touristen zu bedrängen, die im Sommer die Caféhäuser überfüllen. Eiweißreiche Nahrung für die Brut, die in gigantischen Papiernestern heranwächst und jeden Morgen von den Praterfahrgeschäften geschlagen werden muß. Eine andere Erklärung fällt mir gerade nicht ein.



Mit toten Tieren durch Wien wäre auch eine bezaubernde Idee für einen kleinen Spezialinteressenreiseführer. In vielen Geschäften stehen sie und starren, mahnen den Betrachter durch die Schaufenster, das Leben gut zu nutzen, nicht in jede Hasenschlingschlagfalle zu tappen, aber auch nicht an jeder offenen Türe vorbei - usw. usf. Sie lehren Geduld, denn anders als Menschen laufen ausgestopfte Tiere nicht davon, wenn man ihnen die Leviten liest. Anders als Menschen reden sie auch kein dummes Zeug, weshalb man sie auch oft als besten Freund bezeichnet. Gerne hätte ich dem toten Hasen noch die Kunst erklärt, sie sind Interessierte, auch hier von vielen Menschen unterschieden.


 


Dienstag, 16. Juli 2019


Vienna Calling #2



Im Mai ist Wien wie Venedig im Winter. Wirte weigern Wagnisse, wenig warmer Wind weht durch die weltberühmten Wege. Die Straßen folglich leer, keine Stühle rausgestellt, Menschen frösteln und schauen unverständig. Manche machen lieber Urlaub auf Ibiza.



Selbst die Buden vom Naschmarkt sind verbrettert. Eine Geisterstadt, die den Kragen hochgestellt hat. Stille im Gewürzland, ein Schrei verhallte wohl ungehört. Der Tag hält die Pappn, ich schaue unter Fußmatten, zähle die Schilder von Therapeuten und Militariageschäften.



Immer schön langsam ein- und ausatmen, die Tagesform in Ruhe austarieren, langsam machen und sogar noch etwas langsamer. Das Motto dieses Urlaubs wird "Meditation". Eine bedächtig gesetzte Schnitzljagd, kein Geschrei, Laufen in Herzfrequenz.


 


Montag, 15. Juli 2019


Vienna Calling #1



Bevor ich in München war, war ich ja in Wien. In Wien aber war ich ein wenig krank. Da ich aber schon so oft in Wien war und mich dort mittlerweile ein bißchen heimisch fühle, dachte ich, eigentlich auch schön, irgendwie in Wien fast derart zu Hause zu sein, daß man dort ruhig einfach mal krank sein kann. Also normal.



So war ich fast entspannt ein wenig krank, schaute abwechselnd kabelfern oder an die Decke. Ging zum Billa um die Ecke für ein paar Kleinigkeiten und regionales Obst, fühlte mich etwas gesünder, traf Freunde, sagte aber auch Verabredungen ab, legte mich wieder hin. Stand wieder auf. So wechselte das hin und her, wie das Wetter, das sich ebenso eis- wie scheinheilig unentschlossen zeigte.



Ungestört ein wenig vor sich hinleiden, zwischendurch aber auch munter - und immer weitermachen, heißt es dann in irgendwelchen Büchern. Die Straße runter zum Museumsquartier, dort ausruhen, Pläne überdenken, kurz mal schauen, ob die Orte noch da sind, die verwunschenen Stellen, geheime Plätze und die Kreidezeichen, die Jahr für Jahr dort hinterlasse.