Lockmittel: Toter Fisch

Früher™ schaute ich regelmäßig Aspekte, das beschloß den offiziellen Freitagabend, ehe man dann aufbrach, um in eine sogenannte "Discothek" zu gehen. Oder grübelnd ins Bett. Seit Aspekte mal so, mal so läuft, vor irgendwas, nach irgendwas, fluide Sendezeiten im Aufmerksamkeitslaboratorium Linear-TV, verpasse ich regelmäßig den ungeregelten wöchentlichen Kulturbeitrag.


2 Ameisen II (2015)

Jetzt aber stieß ich beim Herumstrolchen durch 52 inhaltslose Kanäle auf einen Beitrag bei Aspekte über Maximilian Prüfer, der fantastische Sachen im Zwischenfeld aus Biologie und Kunst macht. Es sind grundeigentliche Naturbeobachtungen, Aufzeichnungen von Insektenspuren zumeist, die als abstrakte Strukturen auf präparierte Malgründe erscheinen. Angezogen durch tote Tiere ("Lockmittel: Toter Fisch") ziehen allerlei Verwesungskäfer (oder ihre Larven) ihre Laufwege über den Grund, hinterlassen Bienen, Schnecken und Ameisen ihre verrätselten Spuren oder werden als Skulpturen neu geordnet. Der kurze Beitrag vom BR erläutert ein wenig seine Arbeits- und Denkweise. Man mag an Jean-Henri Fabre denken, dessen Naturbebachtungen und Insektenforschungen Ansatzpunkt für philosophische Betrachtungen und Vergleiche mit der menschlichen Natur wurden. Rausgehen, aufmerksam sein, eine schöne Tradition.

>>> Webseite von Maximilian Prüfer

Flanieren | 15:16h, von kid37 | Kondolieren | Link

 
fidibus - Sonntag, 7. Februar 2021, 16:41
Danke für die Entdeckung! (Verstehe die ausgebüxte und nun im Kreis rennende Ameise besser als mir lieb ist.)

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kid37 - Sonntag, 7. Februar 2021, 16:55
Ja. Da ist man seine Fesseln los und rennt doch nur im Kreis. Oder sieht nur Schatten an der Wand. (Vom eigenen Flügelschlag womöglich.)

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frau eff - Dienstag, 9. Februar 2021, 08:25
Oh, das gefällt mir ganz außerordentlich - Tierkunst!

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kid37 - Dienstag, 9. Februar 2021, 15:07
Es sind Muster überall. Bin sehr fasziniert.

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