Samstag, 2. Februar 2008


Sternenklar

This is an exciting month because surprise developments will bring needed changes. [...] Your chart is particularly intriguing, especially when viewed in the context of what you've been doing over the past two years.

Klingt gar nicht schlecht.

Sogar das mit der lustigen Reise Anfang Februar stimmt. Andererseits, Romance may not be your number one priority in February, da werde ich wohl wirklich was mit einer "Website" machen müssen. Oder dahin gehen, wohin niemand zu gehen wagt: Ins Rheinland, wo ich Hoffnung hege, daß sich vielleicht eine 52-jährige, füllige Prinzessin im rosa Tutu meiner erbarmt und herzt und bützt, was Tüll und Leibesfülle gestatten.

Denn merke: Von allen traurigen Vögeln bin ich immer noch der lustigste.


 


Freitag, 1. Februar 2008


Eine Erinnerung, kalt wie Schnee, hüllt uns ein

Man lernt hier im Institut Benjamenta Verluste empfinden und ertragen, und das ist meiner Meinung nach ein Können, eine Übung, ohne die der Mensch, mag er noch so bedeutend sein, stets ein großes Kind, eine Art weinerlicher Schreihals bleiben wird.

(Robert Walser. Jakob von Gunten. 1909.)

Am Ende, also später dann, geht es alleine hinaus in den Schnee. Ein letzter Spaziergang vielleicht, den Mantel um den müden Körper festgezurrt, den Zeichenstift vergessend, und Schuhe, die Fußstapfen unbestimmter Größe hinterlassen. Wenn man hinaustritt und plötzlich alles weiß, dann, in kristallklarer Nacht.

>>> Ladytron, Destroy Everything You Touch


 


Donnerstag, 31. Januar 2008


Von den schönen Dingen

Sie legt die Handschuhe auf die kleine Kommode in der Diele. Sie sind rot, aus dünnem Leder. Ich nehme sie in die Hand, die zarte Haut, vorsichtig, und denke daran, wie genau, wie geschmeidig, sie über ihre schmalen Hände passen.

Die Eleganz, die in den Dingen wohnt. Die Eleganz der Stille auch. Die Eleganz, die nicht im Krawall der Worte, sondern in der Anwesenheit liegt. Menschen, die nicht reden müssen. Menschen, die einfach da sind. Weil sie wissen, wann man sie braucht.


 


Mittwoch, 30. Januar 2008


Some Love Left

Because there is still some love left in the world.
Another customer today asked this same question, by the way.


Fragen Sie das Orakel, es weiß mehr als man meint. Die Frage lautete übrigens: "Why do I love striped socks?"

Man mag sich auch nach weniger profanen Dingen erkundigen. Manche Frage scheint auch zu groß für das Eingabefeld. Manche Frage stellt man lieber still.


 


Dienstag, 29. Januar 2008


Licht an, Licht aus

Zagen zwischen dem trotzigen Immer noch und der Angst der Fragezeichen, der Zweifel, der Schrecken um das Verlorene, gleich einem Koffer, zu dem man nur noch den Gepäckschein in den Händen hält. Eine schmerzhafte Erinnerung, die erst nach und nach enthüllt, was alles in ihm war und wohin man hätte Reisen können. Die Stille auch, mitten im Donnerhall, daneben das Kreischen der Sturmvögel mit ihrem heiseren, zynischen Loslassen! Loslassen!, für die ich Verständis wenig, ein bißchen, besitze, eher jedoch eine Schrotladung, ein Jagdgewehr (natürlich nur mit Salz geladen) - und Hände, die auch dafür zu sehr zittern.

Wir wir auf der Brücke in der warmen Sonne standen und den Flug der Libellen beobachteten. Sie betrachtete die glitzernden Flügel, und ich sah ihre Augen, wie sie sahen, versunken, und das Licht der Sonne zurückwarfen.

Ergeben die Hände gehoben, dann manchmal schlucken, den Atem anhalten, kaum weiterlesen können, wenn sie es beschreibt, diesen Zustand, mit einer verzweifelten Wucht, als sei sie die Ghostwriterin meines Lebens. Wo sie doch ein eigenes hat.

Bitte leise eintreten, das ist kein Krawallblog dort.


 


Montag, 28. Januar 2008


Pausentaste

Heute meine Einladungen für die Berlinale zurückgegeben. Es ist besser, es einen Kollegen machen zu lassen.

(Aus meinem Buch: Dinge, die jetzt auch nicht mehr so leicht fallen.)

Super 8 | von kid37 um 19:23h | 20 mal Zuspruch | Kondolieren | Link

 


Sonntag, 27. Januar 2008


Wilde Herzen


Geht gut - Geht gar nicht

Die Neigungsgruppe Kummer & Trunk informiert. Angeblich, so behauptet das Rückenetikett, geht das Rezept vom "Klosterbruder" auf einen Mönch zurück, der aus Liebeskummer näher zu seinem Herrn kommen wollte. Nachdem er aber diese geheime Kräutermischung getrunken hatte, war er geheilt. Wir geben kund: Daran mag etwas Wahres dran sein. Denn möglicherweise verklebt diese ölig-süße Pampe Spitzentinktur aus ostdeutscher Tradition (ein Land, dem Liebeskummer sicher unbekannt war) nicht nur den Mund, sondern auch sämtliche empfindsamen Herzgefäße. Wir hier von der fluffig-lockeren Sozialexperimentalfront traten jedenfalls schnell den Rückzug an. Minimalste Dosis, möchte ich raten. Minimalste Dosis.

Der Samstag brachte nach der sturmflutbewegten Lesung und fabelhaften Scampi-Spießen (<----> so groß) viele weitere Delicatessen und die Erkenntnis: Gemeinschaftliches Trinken sogenannten Kreuz-und-Quer-Alkohols (Wodka, Bier und Rotwein, um nur mal ein paar Zutaten zu nennen) ist in Maßen durchaus eine gangbare Alternative, sofern von schönen Strümpfen und einem gewissen Flair flankiert.

Versprechen gibt es keine. Es gilt, sich selbst zusammenzuhalten und über das du und das ich nachzudenken.