
Donnerstag, 10. Februar 2005
"One time I went to a church that was supposed to do a lot of miracles [...]. I put my hands in the [holy] water and said 'Please, God, give me some breasts' - and He gave me them." (Salma Hayek)

Mittwoch, 9. Februar 2005

Sich den Finger an einer scharfen Dose zu schneiden hatte in jüngeren Jahren einen deutlich anderen Klang.

Montag, 7. Februar 2005
Blogger.de ist auf einen neuen Server gezogen und läuft nun auf antville 1.1. Leider läuft noch nicht alles, wie gewohnt, einige Details im Layout haben sich zudem ins Unschöne verschoben.
Kommentare sieht man wohl erst, wenn man bereits eingeloggt ist gar nicht.
Die nächsten Tage wird hier aber noch geschraubt.
Erstmal Danke an Axel und Dirk, daß wir überhaupt alle anscheinend verlustfrei gelandet sind!

Sonntag, 6. Februar 2005
(Aus der Reihe: Sätze, die ich mir immer mal aufs T-Shirt drucken lassen wollte.)

Samstag, 5. Februar 2005
Wenn Don Dahlmann mir den Ball zuwirft und ganz nebenbei seinen idiosynkratischen Musikgeschmack enthüllt, wer bin dann ich, dem Ruf nicht zu folgen? Ich werde ihn aber nicht wie erhofft überraschen, sondern ganz vorhersehbar antworten:
1. Wieviel gigantische Bytes an Musik sind auf deinem Computer gespeichert?
MP3s sind böse. MP3s machen Kopfschmerzen. Ich habe MP3s gerade erst entdeckt, haha. Ehrlich: (Nur) knapp 2 GB. Interessanter sind vielleicht die knapp 100 MB eigene Songs, die ich gerne mal Andrea Jürgens oder Nicole oder so verscheuern möchte, damit die später damit meine Rente sichern.
2. Die letzte CD, die du gekauft hast...
... waren gleich drei, weil ich einmal in meinem Leben auf dicker Maxe machen wollte (leider saß meine extremgepiercte Lieblingsfachverkäuferin, deren Nachnamen ich jetzt herausgefunden habe, nicht an der Kasse):
Múm - Summer Make Good
Minox - Downworks
Wire - Pink Flag (jajaja!)
3. Welches Liedl hast du gerade gehört, als dich der Ruf ereilte?
Under Byen - Det Er Mig Der Holden Trærne Sammen. Das heißt soviel wie: "Ich bin es, der die Bäume zusammenhält". Diese dänische Band könnt ihr euch eh mal merken. Beim ersten Mal klingen die furchtbar belanglos, so nach x-te Version von "Björk singt bei Múm oder Sigúr Ros". Aber das Album (erscheint Ende des Monats in Deutschland) ist sehr, sehr groß (durch glückliche Umstände - ja, auch ich habe manchmal Glück! - habe ich es schon). Das Video zum Baumzusammenhalter wird bei MTVIVA gespielt, dortselbst auch das von der formidablen Miss Monolog zuerst entdeckten Plantage-Video.
4. Fünf Lieder, die mir viel bedeuten oder die ich oft höre.
Ach, diese Ewigkeitslisten. Wir sind doch nicht bei High Fidelity. Wichtige Stücke?
Aus der Kategorie "Sie spielen unser Lied":
The Clash - London Calling
Aus der Kategorie "Kann man immer und immer wieder hören":
Joy Division - New Dawn Fades irgendwas
Aus der Kategorie "Spielt das auf meiner Beerdigung":
Bernadette Hengst - Der beste Augenblick in deinem Leben (ist gerade jetzt gewesen) (Wahlweise: The Beatles - I Should Have Known Better)
Aus der Kategorie "Wir waren doch auch mal jung":
Gang Of Four - To Hell With Poverty
Und letztlich aus der Kategorie "Lieder, zu denen ich meine Unschuld verlor": David Bowie - Oh, You Pretty Things "Lieder von Bands, die in Deutschland unterschätzt sind": Powderfinger - With Friends Like That (Who Needs Enemies?)
Oder irgendwelche anderen. Miles Davis habe ich natürlich auch. Und Musik von Leuten, die Drogen nehmen. Oder irgendwas interessantes. Oder gerade frisch wieder Pixies. Wenn ich meinen richtigen Namen und den von Kim Deal hier eingebe, erreiche ich 98 Prozent! (Aber ich müßte ihr erst das Kettengerauche abgewöhnen.) (Mein Gott, habe ich doch gerade vorhin erst geschrieben, schnarch.)
Ober eben so Geklöppel und Gehämmer. Also wie jeder hier.
5. Wem wirfst du dieses Stöckchen zu (3 Personen) und warum?
Ah, Kettenbriefe. Als erstem natürlich Axel K, dem heimlichen Syndikus idiosynkratischer Musik. Dann unser aller Gebenedeite Frau von der Sonne, weil die als Wiener Melange Saccharinsüßes mit Morbidbitterem zu verbinden weiß und Johnny Cash mag und gerne dann noch Herrn Deedee, der gerade als die weitgereiste Lisa 9 posiert und zusammen mit Frau Pink'n'Green die schönsten Musikgeschichten zu erzählen weiß.

Freitag, 4. Februar 2005
Snow can burn your eyes,
But only people make you cry.
(Lee Marvin, "Wandrin' Star")
Heute mit zwei der neuen Herren im Aufzug gestanden. Im breiten bayrischen Akzent erklärte das Alpha-Männchen seinem Begleiter Details der Lage. Ich wurde geflissentlich übersehen. Mein "einen schönen Tag noch", als ich vor ihnen ausstieg, nahm das Alpha-Männchen gar nicht wahr. Man gibt sich nicht mit den Ameisen ab.
In der Mittagspause machte ich darum vorsichtshalber in der Arbeitsagentur einen Eignungstest. Viel habe ich ja nicht gelernt. Vielleicht wäre eine Fortbildungsmaßnahme ja das richtige. Der Sachbearbeiter sah gutgelaunt auf meinen Bogen.
Nicht schlecht, Herr Specht
Kid.
Herr Kid. Wenn ich die Ergebnisse so sehe, sind Sie besonders für eine Sache qualifiziert.
Und?
Schuld sind Sie besonders gut. Das ist doch wunderbar. Stellen Sie sich vor, Schuldige werden immer gesucht, haha. Eine äußerst krisenfeste Branche.

Montag, 31. Januar 2005
Einige Menschen, höre ich, haben Schwierigkeiten mit dem neuen Film von Regisseur Wong Kar Wai, "2046". Möglicherweise habe er vergessen, beim Regieführen die eine Hand aus der Hosentasche zu nehmen. Möglicherweise hatte er auch eine Dose Ananas geöffnet, deren Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen war.
Hier ein paar Informationen, die das Verständnis hoffentlich erleichtern. Wong Kar Wai, den mir Leute, die vor Jahren nicht mal "Pulp Fiction" buchstabieren konnten, plötzlich wichtigtuerisch als "Quentin Tarantinos Lieblingsregisseur" vorstellen, verfilmte - wie viele Regisseure, die dringend neuen Input brauchen - eine der 5480 bislang unbekannten Stories von Philip K. Dick. Der hatte die Idee von Friedrich Dürrenmatt, aber das nur nebenbei. Jedenfalls ließ Wong Kar Wai den "Chungking Express" wieder von Gleis 1 in den Tunnel brausen.
Die exzellente Kamera stammt, wie stets bei Wong Kar Wai, von Christopher Doyle ("Hero"). "2046", so behauptet der Film zu Beginn, sei ein bestimmtes Jahr in der Zukunft. Oder auch der Titel eines Science-Fiction-Romans aus den 60ern. Oder die Zimmernummer in einem heruntergekommenen Hotel in Hongkong. Mag sein, aber darum geht es ja offensichtlich nicht.
Der Film beschreibt vielmehr die Lebenspanne eines jungen Mannes zwischen seinen frühen Zwanzigern und Mitte 40 in fragmentarischen Ansätzen. Wong Kar Wai, gerade selbst 46 Jahre alt, dürfte diese Daten also bewußt genommen haben. Denn sonst hieße der Film ja 2037 oder 3041. Der junge Tony Leung (gespielt von Clark Gable) eiert als verkrachter Journalist im Hongkong der 60er herum, wo gerade der Film "In The Mood For Love" gedreht wird. Nach Drehschluß trifft er sich mit einigen der Schauspielerinnen aus dem Film (u.a. Ava Gardner, Maureen O'Hara und Audrey Hepburn) in Bars oder dem Hotel, wo er und die Filmcrew wohnen. Clark Gable (also Leung) schreibt dort in sein Blog Pronos oder "moderne Kung-Fu"-Romane, hat Sex mit den Damen aus Zimmer 2046 und bekommt ansonsten nichts gebacken. Bevor die Damen anfangen zu klammern, macht er nämlich lieber auf Rhett Butler und sagt "schönen Dank".
Als er dann 46 ist, will er am liebsten wieder zurück - klar, wer wollte das nicht. Aber niemand, so heißt es, hätte dies je geschafft. Also schreibt euch das hinter die Ohren und gründet rechtzeitig eine Familie ein Blog. Ständig vergleicht er die Frauen mit einer, die er einst zurückließ, aber nicht losließ, und hängt in Kneipen oder Spielcasinos ab, hört Connie Francis oder raucht auf dem Balkon und denkt über die Rente nach.
Drei- oder viermal ist der Film zu Ende, aber nach der ersten Rohfassung, die er in Cannes zeigte, hatte Wong Kar Wai noch Schnipsel gefunden und einfach hinten drangeklebt. Endlich, nachdem unser Held mehrmals sein Geheimnis in ein freudianisches Loch sprechen wollte, hört der Film gerade dann auf, wenn man sich bereits auf das Auftauchen weiterer bekannter Frauengesichter aus Film, Funk und Fernsehen eingerichtet hatte. Keine Rolle mehr für Sophia Loren? Elizabeth Taylor? Nun gut, dann waren die Kleider wohl durch.
Toller Film, tolle Kamera, tolle Farben, tolle Stimmung. Besser aber, man schaue sich noch einmal "In The Mood For Love" (2000) an. Am besten allein.
(2046. Hongkong 2004. Regie: Wong Kar Wai)
