Einfach schauen, was sich auf der Straße findet

Blogs are for the scholar's idle times.
When he can read God directly, the hour
is too precious to be wasted in other
mens' transcripts of their readings.

(Ralph Waldo Emerson. "The American Scholar". 1837.)


Die Welt kann man bekanntlich aus den unterschiedlichsten Perspektiven betrachten. Man kann zögern, zagen, sich Hoffnungen machen. Luftige Höhen erobern oder schmählich zu Boden gehen. Am Ende aber ist einfach manche Blume im April bereits verblüht, greist womöglich das Alter einem mit herbstlichem Griff die letzten Zähne aus dem Mund.

All überall finden sich nun Bruchstücke und Fragmente, wo früher vielleicht mal eines war.

The office of the Blogger is to cheer, to raise, and to guide men by showing them facts amidst appearances. He plies the slow, unhonored, and unpaid task of observation. (Ralph Waldo Emerson, ebd.)

Tentakel | 01:23h, von kid37 | Kondolieren | Link

 
bluetenstaub - Dienstag, 17. April 2007, 01:35
Hm, was ist das auf dem zweiten Bild? Oder will ich das gar nicht wissen?

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kid37 - Dienstag, 17. April 2007, 01:53
Tschäne. Lagen da halt so rum.

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frau stella - Dienstag, 17. April 2007, 02:23
Ich habe ja schon einiges vom Boden aufgeklaubt, aber Zähne sind mir noch nie untergekommen...
Tolle Fotos...

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saxanasnotizen.blogspot.com - Dienstag, 17. April 2007, 12:14
Ich glaub mich knutscht ein Elch. Habe heute Nacht so einen Albtraum gehabt. Die Zähne zerlegten sich in Teile und sahen genau so aus. Und jetzt sehe ich es in Reality vor mir, das was ich träumte.

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kid37 - Dienstag, 17. April 2007, 16:34
Da sieht man es wieder: Zufälle waren gestern - jetzt gibt es partizipative Träume 2.0!

Frau Stella, hier in diesen Vierteln liegt ja alles mögliche auf der Straße, kleine Schnapsfläschchen, Zeugnisse kurzzeitigen körperlichen Begehrens, allerlei Zerbrochenes (Herzen habe ich noch keine gefunden). Zähne sind gottlob selten, ich hoffe, dem Besitzer geht es gut. Der erdverdeckten Prothese nach zu urteilen hatte der (oder seine Zähne) ins Gras gebissen.

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kid37 - Dienstag, 17. April 2007, 21:18
Es ist aber schon auch lebensfroh hier, mußte ich heute entdecken:


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nicwest - Dienstag, 17. April 2007, 17:37
Oh, Emerson 2.0!

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kid37 - Dienstag, 17. April 2007, 18:19
Nicht wahr? Als ich gestern "American Scholar" las (man sollte viel häufiger Emerson oder Thoreau lesen, immer wieder brandaktuell), dachte ich, wie sehr das alles paßt. Auch der Emanzipationsgedanke alte Medien/neue Medien ("Zu lange haben wir den Geshichten aus dem alten England gelauscht", sinng. zit.) - alles bereits drin. Und auch das, was heute so gern unterschlagen wird: Die Rechte des Scholar, aber auch seine Pflichten.

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calla - Mittwoch, 18. April 2007, 01:24
landkinder (selbst ehemalige), sagt man, sollen ja angeblich immer nach oben schauen in städten. die häuserfassaden entlang nach oben. dachlandschaften und deren bewohner (engel, hirsche, rosse und ihre lenker, gerüstbauer, spengler, selbstmörder, rabenvögel auch...) - und ein stückchen himmel - im blick. da findet man derlei freilich nicht.
gut, herr kid, dass sie meine wahrnehmung immer wieder aufs trefflichste ergänzen. man kriegte ja sonst ein völlig falsches weltbild!

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kid37 - Donnerstag, 19. April 2007, 02:50
Spengler kennt auch kein Mensch mehr, aber Blogs halten vergessene Berufe und Kulturtechniken wach! Ich lernte im Struwwelpeter ja das abschreckende Beispiel vom "Hans Guck-in-die-Luft", deshalb halte ich gern den Blick auf dem Boden. Da wo der Abfall blüht.

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ichichich - Mittwoch, 18. April 2007, 01:30
Musste beim ziellosen Rumklicken grad an Sie denken.

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kid37 - Donnerstag, 19. April 2007, 02:46
Ach, das arme Dier. Hübsches Blog auch, ich lese schaue in letzter Zeit ja viel in spanische Blogs. Sehr interessant ist da auch Reciklante, das mit vielen tollen Links auftrumpft.

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lady.death1 - Donnerstag, 19. April 2007, 10:06
Ich dachte gerade an:

Die alten Zähne waren schlecht,
man begann sie auszureißen,
die neuen kamen gerade recht,
um mit ihm ins Gras zu beißen.


Was die Leute alles so verlieren.. ne ne ne

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dialogannahme - Samstag, 21. April 2007, 01:22
Aber passen Sie auf sich auf, wenn Sie ein Ohr im Gras finden.

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la tinowa - Freitag, 27. April 2007, 01:04
bei mir war der auch schon. vielleicht gibt es irgendwo eine webseite, auf der man vermerkt, wo man seine prothese aussetzt, so wie mit den büchern.

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kid37 - Freitag, 27. April 2007, 14:56
Es ist ein zahnloses Land, soviel ist mal klar. Meine lag neben einer Bushaltestelle, vielleicht sind Automobile der gemeinsame Nenner. Ich werde gleich mal Prothesenfund.de sichern, eine tolle soziale Plattform im Netz, die zusammenbringt, was manche brauchen und andere nicht mehr.

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la tinowa - Freitag, 27. April 2007, 20:41
ein löbliches vorhaben. ich bin begeistert!!!

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