Montag, 16. Februar 2015


Ey, Kosmos!

Valentine's Day, February 14,
has the potential
to be as breathtakingly romantic
as you could ever want.
(Q)



Das üben wir aber noch einmal, ihr Sterne. Selten lag Ms. Miller so daneben, möchte ich sagen - denn wie sonst nur Landtierarzt James Herriot mit dem Arm in einer Kuh wühlte ich mit der Hand im Briefkasten, tauchte tiefer und tiefer, kein Herz jedoch brachte ich hervor. Das war also mehr ein Charlie-Brown-Valentinstag, glücksmißraten entgegen jeglicher astrologischer Versprechen. Oder eben exakt so romantisch as I could ever want, berücksichtigt man mein bevorzugtes regenschirmloses Gemüt im Dauerniederschlagsgebiet. Am heutigen Rosenmontag (Rosen? Verhohnepipelung!) kann man da bilanzierend nur sagen, Mahatma Glück, Mahatma Pech, Mahatma Gandhi.

Das fürs Protokoll, ansonsten habe ich auch überhaupt keine Zeit für sowas. Haushalt, Schuhe putzen und sortieren, Bildbände aufstapeln und wieder herunter, Bücher sortieren wie etwa Miranda Julys Roman The First Bad Man, mit dem ich aber noch nicht angefangen habe. Ich stecke noch in Katherine Dunns Geek Love fest, einer wilden Familiengeschichte über ein Sideshow-Artistenpaar - Achtung, werdende Mütter lesen jetzt mal kurz nicht mit! - , die in moralverdrehter Absicht während der Schwangerschaft der Mutter mit Drogen, Giften und Radioaktivität experimentierten, um mit den in Folge mißgestalteten Kindern eine eigene Schaubude betreiben zu können. So liest es sich auch, also die Geschichte aus Sicht der Albino-Mutter, die ihre Tochter weggeben mußte, weil die nämlich einfach zu hübsch geraten war - wenn auch nicht ganz -, folglich fürs Geschäft nicht zu gebrauchen und nun als "Stripperin mit einer kleinen Überraschung" in einem exotischen Varieté arbeitet. Alles gar nicht so lustig, falls das wer meint.

Aber durchaus romantisch. Es muß nicht immer alles normal sein. Nur mutig.

>>> Katherine Dunn, Geek Love. New York, 1989.