Donnerstag, 13. Februar 2014


Singing the Tweet Life, the Body Electric

Ich lerne ja gerade Schwimmen in einem bestimmten populären Kurznachrichtennetzwerk. Geschult an einer gewissen US-amerikanischen Regierungsverschwörungsagentenromcom, fallen mir dabei ein ums andere Mal merkwürdige Zusammenhänge auf. Offenbar gibt es auffällige Synchronizitäten im Alltagsleben verschiedener Menschen, durch winzige, aber auffällige Details unterschieden. Vielleicht sind wir alle Figuren in einem riesigen Computerspiel, dessen Zufallsgenerator Szenarien auswirft, die nicht endlos variabel sind. Hier eine solche Ereignisschleife vom 11. Februar:





Innerhalb von vielleicht 45 Minuten lieferte die Matrix also obskure Kofferraumgeschichten, wobei unklar ist, ob die transportierten Schweine oder verlustig gegangenen Gepäckstücke im Leichenwagen oder ganz woanders wieder auftauchten. (Etwa im Stream eines anderen Nutzers.) Für die Schweine spräche das ungelenke Wendemanöver - wer geräte nicht ins Schwitzen, randalierten einem plötzlich panisch gewordene Nutztiere hinten im Kombi.

Möglicherweise wollte man mir damit auch eine Botschaft übermitteln, so wie es die Beatles einst mit dem Weißen Album machten, auf dem bekanntlich (wenn man es unter Kopfhörern bei langsamer Geschwindigkeit hört) die Botschaft "Charlie, ruf uns ins London an!" versteckt ist. Wie jedenfalls der nicht bei diesem Kurznachrichtendienst aktive Herr Manson (der andere also, der erste) 1969 behauptete.

Die Botschaft, soll noch mal jemand sagen, ich dächte mir das alles nur aus, lautet offenbar: Vorsicht im Straßenverkehr!

Tentakel | von kid37 um 21:37h | 2 mal Zuspruch | Kondolieren | Link

 


Donnerstag, 9. Januar 2014


Nachrichten aus der Sonderzone



On 9 September 2010, Burley interrupted Labour MP Chris Bryant during an interview regarding developments in the News of the World phone hacking affair with the words, "No, no, no, you can't say that, sir... No, no, no, no, I have to interrupt you, do you have evidence for that?... Pretty strong claim if you don't!" When Bryant responded that the evidence for his statement was clearly included in the parliamentary debate that Burley was actually covering in that section of the programme, she replied, "So you are in a position to have listened to the debate and read the report and as a result you are content to say that on telly.?" Bryant responded, "I have just said that. You seem to be a bit dim, if you don't mind me saying so." [Q]

Soll keiner sagen, so eine kleine Auseinandersetzung wie zwischen Gabka und Slomriel (oder war es umgekehrt?) gebe es nur in unseren Nachrichtensendungen. "You seem to be a bit dim, if you don't mind me saying so", ist schon jetzt ein Satz fürs nächste Reiseportfolio. Ich fürchte, man findet die ein oder andere Gelegenheit für eine nonchalante Anwendung. "Es macht Ihnen doch sicher nichts aus, wenn ich das Quatsch nenne", klingt gleich ganz anders und mundgerechter als ein gepoltertes Basta!

"You peed on me but it's OK!" Die wohl romantischste Silvestergeschichte trudelte via einem populären Kurznachrichtendienst bei mir ein. Skurril, aber natürlich auch ein bißchen traurig. Menschlich war, glaube ich, das Wort. Dinge passieren immer so plötzlich. Ungewollte Abgänge zum Beispiel, um ein wenig im Bild zu bleiben. Man dreht sich um, zack, ist das Gegenüber verschwunden. Die Frau, die einem eben noch Ehe und Hof versprochen hat, sagt "Lassen Sie uns mal diesen Quatsch beenden" und liegt in den Armen eines anderen, der gute Freund, der später mal die Maschinen abschalten sollte, meint, wer will, kann es auch alleine!

Dann steht man da, allein in der feuchten Nacht, eine Zigarette in der Hand, und fühlt sich, genau: angepißt. In der bürgerrechtsfreien Sonderzone ist das derzeit praktischer. Da ruft man, wenn einer stiften geht, halten Sie den oder die mal auf! Und schon stürzen sich geübte Quarzsandhände auf den Flüchtigen, ziehen Öhrchen und stellen ihn als handliches Paket in der Packstation zu. Man fühlt sich und seine zarten Gefühle beschützt. Dennoch bleibt die Hoffnung, der kleine Brechmittelkönig, der die Stadt regiert, würde sagen: "Lassen Sie uns diesen Quatsch beenden." Meinetwegen soßenverfeinert mit einem kleinen Nachschlag: "Wenn es Ihnen nichts ausmacht".


 


Freitag, 22. November 2013


November, 22.



Ich habe den Fernseher rausgestellt für Coma White, denn heute jährt sich eine berühmte Autofahrt zum 50. Mal. Ein Lied für troubled teenagers, wie aus der selbstgestörten Zeit gefallen. Ich werde es eines Tages für meine Senioren-Goth-Band covern. Wenn uns Pfleger die gebrechlichen Arme halten, damit die Alten sich ritzen können. Vor Kummer und die zugigen Ecken in den Unterbringungsstätten. Die Beautiful People werden sich draußen die silberverkleideten Nasen an den Scheiben plattdrücken. Im wohligen gezapruderten Schauder. Geht aus der Schußlinie, junge Leute. Ein oder zwei von euch müssen die Magic Bullet überleben, um davon zu künden.

Ja, auch hier darf es mal nicht ganz so lebensbejahend sein. Wie heißt es im Lied? "Auch ein Surfer-Boy darf einmal weinen". Die Verschwörungstheorien übrigens wurden in einer bekannten US-amerikanischen TV-Serie (ich komme später noch darauf zurück) alle aufgeklärt. Die Wahrheit da draußen unter den Menschen kann so simpel und erschreckend sein, da braucht es keine Außerirdischen.

Tentakel | von kid37 um 21:22h | noch kein Zuspruch | Kondolieren | Link

 


Mittwoch, 23. Oktober 2013


Kurze Werbeunterbrechung



Jetzt heißt es schnell wieder die dunkelbelaubten Herbstmäntelchen aus den mottenkugelbefüllten Kästen und Schränken zu holen. Noch kurz vor der Zeitumstellung geht es am Donnerstag in der Kaschemme auf St. Pauli ins tiefe, aber kuschelige Tränental. Wer also noch mal richtig schön Nein sagen möchte oder sich gegenseitig anschniefen, ist dabei. Frau Beck, Frau Schwarzenberg und Frau Köhler lesen ohne Quotenmann. Stattdessen gibt es aber Musik! Und Getränke! Und Essen! Und lieb sein!


 


Donnerstag, 28. März 2013


Wie ein nasser Sack

Ältere kennen diesen Anblick aus der Badewanne. Wie aber erklärt man Kindern, daß dieser Sack Prachtbursche (links im Bild) Hamburgs häßlichstes Walroß und neuer Star bei Hagenbeck ist? Die Boulevardzeitung berichtet von verängstigten Kleinkindern, denn "Odin", so der Name des rosafarbenen Nacktmulls, sehe nicht nur aus wie eine eingelegte und entfärbte Knackwurst, sondern singe auch wie eine Kreissäge. Das aber schön laut, ein Zeichen von innerer Zufriedenheit und dem Wunsch, die Damen für sich einzunehmen. So jedenfalls ein Sprecher des Tierparks.

"Antje", das alte NDR-Maskottchen und mittlerweile wohlpräpariert in der Naturkundesammlung plaziert, wird so wohl nicht so schnell ersetzt werden, vermute ich mal. Aber gut, Toleranz, nicht Gleichgültigkeit, sei unser Gebot. Und seien wir ehrlich: nach Monaten ohne Sonne sehen wir unter unserer Hermelinkleidung doch nur unwesentlich besser aus.


 


Freitag, 8. März 2013


Der große Lürk zum Frauentag

Liebe ist wie Gefühle im Herzen
Essen ist wie was auf dem Tisch.
Freude ist wie was ohne Schmerzen
Lächeln ist wie was im Gesicht.

Sterne sind wie Lichter im Himmel
Blumen sind wie Pflanzen im Gras.
Musik ist wie Klang in den Ohren
Frauen - ich schenk euch das!

Überbracht von Don Pascal.


 


Donnerstag, 3. Januar 2013


Die subtile Traurigkeit der Frauen

Ich treffe beruflich öfter auf kinderlose Frauen jenseits der 40. In meinem natürlich subjektivem Empfinden sehe ich etwas, das all diese Frauen gemeinsam haben.
Es ist eine gewisse Leere in ihrem Blick, eine subtile Traurigkeit, ein Ausdruck fehlender Erfüllung.
[Q]

Wir wissen nicht um den Beruf des Guten, aber privat trifft er offenbar andere Frauen. Frauen, in deren Bauch und Blick Fülle und Freude herrscht. Möglicherweise mehr als nur subtil. Bei Spon wird heftig über den Geburtenrückgang diskutiert. Wer aber meint, Gleichberechtigung sei in Deutschland längst etabliert, kann sich zur Erhellung durch eimerweise Haß, 30er-Jahre-Familienbilder und klebrige Stammtische wühlen. Ich merke, ich habe bislang in einer Enklave mit anderen, möglicherweise auch nur scheinbaren Selbstverständlichkeiten gelebt. Ich möchte da draußen nicht sein. Da draußen tobt offenbar eine verbitterte, sich von "Kinderlosen" und "Emanzen" und "Selbstverwirklichern" bedroht fühlende Parallelwelt, die sich nicht integrieren mag.

Ich selbst habe sicher eigene Defizite. So kenne ich Frauen praktisch nur aus dem Internet, in dem ich mich aus beruflichen Gründen häufig bewege. Und so basiert mein eigenes, möglicherweise mangelhaftes Wissen über Frauen auf zwei eigentümlichen, aber offenbar offenbaren Wahrheiten: Frauen können nicht aus Flaschen trinken. Frauen müssen lachen, wenn sie Salat essen, selbst wenn sie kinderlos sind.

Jetzt erzähle mir keiner, die Welt sei im Grunde anders. Voller Toleranz und ein wenig Salattraurigkeit.


 


Freitag, 30. November 2012


Mach doch mal ein Café mit Tieren

Diese Woche war so viel zu tun in der Heimverschönerungsfabrik, da kam ich gar nicht zum Befüllen dieser kleinen Textschutthalde am Ende der Straße. Wem die Wartezeit zu lang wird, kann mal schauen wie es ausschaute, wäre dies ein richtiges Blog.

(Ich will aber keine Ooooohs und Aaaaahs hören.)


 


Mittwoch, 21. November 2012


Referrer Botschaften, Teil irgendwas

Einst eine beliebte Methode, kurze netztelegraphische Botschaften mit Hilfe einer Suchmaschine zu versenden, ist die Technik der anonym-klandestinen Nachrichtenübermittlung ein wenig in Vergessenheit geraten. Nicht immer ist auch sicher, daß man wirklich als Empfänger gemeint ist, andererseits, welchen Satz, der so durch den Netzäther schwirrt, ließe sich nicht passend machen. Vorausgesetzt, man führt ein blütenreiches Leben, gleich einem Garten, in dem Platz für die obskursten Pflanzen ist. Oder für eine Bank, auf der man stumm sein kann.

search request man schweigt am meisten bei der person der man eigentlich so viel sagen will

Das ist wohl so. Manchmal erschrocken, manchmal erbost. Manchmal erschöpft oder einfach gesättig, Schnauze voll, kraftlos. Oder eben aus verlorenem Mut, gehemmt, verzagt und zögernd. Ausgespielt, aufgewacht, abgebogen vielleicht in ein anderes Leben.

Wie bestellt zeigt Viktoria Sorochinski dazu eine Fotoserie auf ihrer Webseite. Momente von Schweigen, Stille, Sprachlosigkeit. Oder einfach nur Leere, ein angerostetes Leben kurz vor dem großen, langen Warten.


 


Montag, 22. Oktober 2012


Herbstlese



Liverpooler Beatbands hatten den Cavern Club, Hamburger Blogger haben die Kaschemme. Wer also am Donnerstag dabei ist, hat in 50 Jahren was zu erzählen! ("Ich habe sie alle gekannt!" oder ähnlich.)