
Montag, 10. November 2008

Auch darum geht es schließlich im Leben: Sich immer wieder aufs Neue faszinieren zu lassen. Abtauchen, eine stille Welt entdecken, mal "Ach" sagen oder auch "Oh". Die Axlotls aber sind zu weit weggesperrt, da tröstet auch der geringelte Bambushai nicht sehr. Was fehlt, sowieso, ist das einst erlebte Überwältigungsmoment, das Gefühl für Größe und Tiefe, ohne den Kitsch eines Fantasialandes.
Es gibt ausgesprochen griesgrämige Fische, als lebten sie in einem ewigen November.

Freitag, 7. November 2008
Die Schablonensprüche, die manchen so unbezahlt aus dem Munde purzeln, das Ach-ich-freu-mich-so-Getue - morgens, abends, immerzu - an den Tagen (und die Nächte, Herr Kid?), an denen bloß feuchter Nebel durch Ritzen und Fugen einen Weg sich bahnt, an denen man Hände sucht für einen kurzen Druck, für den Halt, für die Erinnerung an ein Verlangen, an diesen Tagen soll Stille sein. Das Reflexgerede, der Postkartentrost - ein Schild hängt man raus, auf dem "Keine Werbeversprechen" steht. Ernstes Schweigen, feine Linien ziehen. Heute sehr viel Papier zerknüllt, Worte dem Papierkorb zugeführt. Sie wären zu leise gewesen, immer noch zu leise. Selbst das trockene Rascheln der Blätter klingt lauter unter dem Schritt.

Mittwoch, 5. November 2008

Wie schön es wäre, denke ich manchmal, einen Garten zu besitzen. Einen kleinen vielleicht, denn ein Grundstück macht auch Arbeit. Fallende Blätter, wühlende Würfe, maulende Besucher. Man zupft hier und spatet da, pflanzt, sät und macht. Aber wie schön es wäre, so denke ich manchmal, in leicht domestizierter Natur auch ein wenig zu entspannen. Auf Liegen liegen, in Büchern blättern, nach Wolken gucken. Und im Sommer könnte ich eine lampionverhängte Gartenparty geben. Oder Krocket spielen.

Montag, 3. November 2008

Bildnisse & tote Tiere, treffsichere T-Shirts, die Einsamkeit von Landstrichen mit viel Landschaft, dazu ein Test auf Kindersicherheit.
So ist Leben. Kann man mal machen.

Freitag, 31. Oktober 2008
Süden, Osten, Norden und Westen.
Herr Schneck hat da eine wunderbar melancholische Befindlichkeitsstrecke zusammengetragen.

Donnerstag, 30. Oktober 2008
Vielleicht ist es falsch, seine Vorstellung von Loyalität aus einem Tennessee-Williams-Stück herzuleiten. In Zeiten, in denen man einen lädierten Fuß hat, ist es allerdings gut, eine Katze im Haus zu haben, die auch kämpfen will.

Dienstag, 28. Oktober 2008
And the whirlwind is in the thorn tree.
(J. C., "When The Man Comes Around")
Und trotzdem kommt er ungefragt zu mir. Die Dornen, die Blüten auch. Immer ein bißchen Hoffnung, immer die Überraschung, die sich zwischen das Basilikum gräbt. Steißgeburt, sagt meine Mutter. Ich war schon immer ein wenig eigen.
