Für eine lange Zeit war ich ohne Stil und Würde

Wahrer Spaß beginnt daheim. Call me onkelhaft, aber ausgehend von meiner kleinen verstaubten Lebenserfahrung gibt es kaum eine intensivere Freude, die für weniger Geld zu haben ist, als sich einmal quer durch die Fingerspitzen zu säbeln, während man eigentlich doch nur etwas Gemüse zerkleinern wollte. Der leise klopfende Schmerz in den verpflasterten Fingerkuppen bewirkt zudem ein wahrhaft stimulierendes Gefühlstremolo beim Versuch, auf einer sich zunehmend rot färbenden Tastatur zu tippen, aber was tut man nicht alles, wenn der Schrei ertönt: Rock'n'Roll!

Macht das nicht allein zu Hause, liebe Kinder, denn eine gute Show braucht ein Publikum, auch diese Empfehlung möchte ich aus meiner oben erwähnten kleinmütigen Lebenserfahrung gern beisteuern. Eine gute Show braucht aber auch Bühnenkleidung, denn ein wenig Glitter würzt das fadeste Grau. Schlabberlook kommt mir bekanntlich nicht ins Haus, weshalb enttäuschte Menschen sich im Innenhof drängeln, aber vergebens. Die oben verlinkten Bunnymen beispielsweise in ihren Holzfällerhemden können sich hinter den Mülltonnen verstecken, jedenfalls bis jemand sich erbarmt und McCulloch endlich diese Matte abschneidet. Um eine andere Musikgruppe aus meiner Kindergartenzeit zu zitieren, die heute auch keiner mehr kennt, hat gute Mode jedoch immer Saison.

Schlichte Eleganz, behaupte ich, insgesamt weiter ohne jeglichen Sinnzusammenhang, schneidet ebenso scharf wie eines meiner japanischen Gemüsemesser. Oder das passende Wort zur unpassenden Zeit. Denn Worte haben nicht immer Saison, weshalb es oft auch die Handlungen sind, die lauter sprechen. Ich glaube, ich kann mir gerade selbst nicht folgen. Also noch mal ungekettelt und ohne Zickzacksäume: Wer häßliche Dinge denkt, sollte wenigstens gut aussehen dabei. Ich finde, darauf könnte man sich einigen. Jedenfalls bis mir morgen früh zehn Gegenbeispiele aus den Seitentaschen meines gestreiften Pyjamas gefallen sind.

So, genug geredet. Macht Euch keine Umstände, die restlichen Gläser räume ich ab.

Homestory | 04:07h, von kid37 | Kondolieren | Link

 
neurokomiker - Samstag, 14. Juli 2007, 05:47
Bloody Beileid...
...für die Fingerkuppe, Herr Kid.

Zum Troste: Bei meinem letzten Messerkauf im Fachgeschäft "Galeria Kaufhof" versicherte mir der eloquente Verkäufer, am Zustand der Messer erkenne man die Geistesschärfe des Kochs.

(Jessas, ich brauche einen Wetzstein!)

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derherold - Samstag, 14. Juli 2007, 14:18
Mit dem Messer in die Fingerkuppe(n) schneiden...*autsch*... gib´s zu, daß machst Du mit Absicht, Du Genießer. :))

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kid37 - Samstag, 14. Juli 2007, 22:49
Angeblich hat für viele das Bloggen begonnen, weil der Platz auf dem Unterarm nicht mehr ausreichte, wichtige Botschaften einzuritzen. Aber ich möchte anmerken, wer kein Kinderpflaster (z.B. mit Knut-Motiven) im Haus hat, läßt besser, haha, die Finger davon.

Herr Neuron, ich benötige wohl auch einen Wetzstein. Heute ging es schon weiter mit einem Ausflug in den herrlichen Baumarkt. "Muffe" und "Doppelnippel" lauteten die Missionen. Aber wenn ich mir den Verlauf meiner Dusche nun betrachte, fehlt mir wohl ein Rückflußverhinderer. Und nicht überall ist 1/2-Zoll zu verschrauben... in einem Wort: Vorher ausmessen ist für schlecht gewetzte Heimbastler.

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kaltmamsell - Samstag, 14. Juli 2007, 21:51
"Wer häßliche Dinge denkt, sollte wenigstens gut aussehen dabei."
Wundervoll, wieder etwas, was ich gleich am Montag dem neuen Praktikanten beibringen kann. Als Credo meiner verderbten Branche.
(Auf die Fingerchen aufpassen, Mensch!)

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kid37 - Samstag, 14. Juli 2007, 22:51
Edelmann sei der Mensch, hilfreich und gut gekleidet.
(Sollte ich mir das besser schützen lassen?!?)

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cabman - Samstag, 14. Juli 2007, 22:10
Ich bin bei Ihnen, Herr Kid.

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kid37 - Samstag, 14. Juli 2007, 22:52
Danke. Dieses Wort habe ich gesucht.

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schein - Sonntag, 15. Juli 2007, 03:43
ich find die zombies klasse!

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