Samstag, 21. Juni 2008


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Wir reden nicht im Superlativ der großen Städte. Wir nehmen uns die schönen Momente, die kleinen, und sehen den Regen nicht.

Aber wir hätten auch gar keinen Schirm gehabt.


 


Freitag, 20. Juni 2008


Schlaand 3, Sagres 2





So ist Fußball: Kaum haben unsere Jungs die Österreicher nach Hause geschickt aus dem Wettbewerb gezwungen, sagt sich lieber Besuch aus Wien an und bringt, charmant wie die Wienerinnen sind, nicht nur sich selbst, sondern auch noch tolle Geschenke mit. Paris, Picknick, gute Gaumendinge waren die Stichworte, und ich frage mich gerührt, wieso Menschen häufig so nett zu mir sind, wo ich doch häufig nicht so nett zu Menschen bin. Für das Viertelfinale ziehen wir uns eine lauschige Ecke beim Portugiesen zurück, leider ohne Sichtkontakt zum Fußballfeld, dafür mit Sicht aufeinander und Ohren für ein Gespräch und das Interpretieren zahlreicher gepresster Aaaaahs, enthemmter Ooooohs und gequietschter Uiiiiis aus der Fankurve. Die Neuauflage des Spiels Frohsinn gegen Saudade verdirbt weder Koch noch Gästen die Laune, mit raschen Flankenwechseln werden ernste und heitere Themen gemischt, ein Stück weit durch die jüngere Vergangenheit gekreuzt, Kopf geschüttelt und dann vorausgeblickt in die Zukunft. Zum Beispiel nach vorne, auf die Reeperbahn. Kaschemmen gegen Clubs, Molotow gegen Mandarin, dazwischen Neon, Tänzerinnen an der Stange und immer wieder Schlaandhallodris beim Hupkonzert.

Selbst der Nachtbus, wo sind wir eigentlich, zeigt sich andekoriert, alle schweinsteigen, hihi, dichte ich im Stillen, Sagres sei Dank, aus mir wird noch mal ein Großer werden; erst aber husch, ab ins finstere Körbchen.

Homestory | von kid37 um 04:37h | noch kein Zuspruch | Kondolieren | Link

 


Donnerstag, 19. Juni 2008


Durch den Lichtschacht betrachtet



Gerade mußte ich tatsächlich überlegen, wie man das Magazin befüllt. Es ist das eine, sich selbst oder die Wohnung zu vernachlässigen. Aber seine Staffelei doch nicht. Viel zu lange schon. Das rächt sich, wenn man die Koffer lüftet und merkt, daß plötzlich die Blende hängt. Die Trägheit der Mechanik. Das langsame Surren, wenn der Verschluß abläuft, der kurze Moment, wenn das Licht einfällt.

Die Wiederentdeckung des langsamen Herantastens, mit demütig gesenktem Kopf, der seitenverkehrte Blick auf die Welt, der ganz neue Wahrheiten enthüllt. Eine von vielen, je nachdem, welcher Perspektive man nachhängt.

Viele vergessen das. Sie bilden ihr Gucklochurteil. Sie halten ein Auge geschlossen.


 



Guter Mond...

...geh doch still woanders hin.

(Aber gepflegt. Damit ich in Ruhe dichten schlafen kann.)


 


Mittwoch, 18. Juni 2008


Altmann an Zitronengras

If a man does not keep pace with his companions,
perhaps it is because he hears a different drummer.
Let him step to the music which he hears,
however measured or far away.

(Henry David Thoreau. Walden. 1854.)


Gestern im Schanzenpark gesessen und über das Thema Berufsjugendlichkeit nachgedacht. Wie man so rumläuft zum Beispiel im Einheitsornat aus Lastkraftwagenplane und Segeltuchschuh. Immerhin habe ich keinen Apfel in der Tasche. Hier ist alles nur ein Butterbrot.


 



<< Fast Rewind

193 Seiten in etwas über 17 Minuten. Lesen kann es nicht sein, was hier gerade ein Besucher aus einer mir auch ganz gut bekannten Großstadt treibt. Hallo, und guten Abend. Irgendwie bin ich bei solch exzessivem Stöbern in den Archiven ja doch merkwürdig berührt. Einmal las sich jemand zwei Jahre zurück. Aber das war eine andere Geschichte. Das habe ich verstanden, auch wenn ich wußte, daß die Antwort nicht im Blog liegt. Fast hätte ich es damals laut geschrien. Fast.


 


Dienstag, 17. Juni 2008


Ringel, maskierte Hasen & eine Teeparty

(c) AlyzHerr Kid, raunt es. So still? Was machen Sie eigentlich den halben Tag? Nun, ich muß gestehen, ich arbeite an einem tollen Projekt habe mich ein wenig verliebt. Natürlich nur noch mit Airbag, Fallschirm und Ausweiskontrolle, ist ja nicht so als lernte ich nicht dazu. In diesem Fall heißt das, zur Abwechslung seine l'objets du désir im Netz zu finden.
Mein aktueller Crush ist dieser hier: Die Musikjournalistin und Fotografin Alyz kennt beide Seiten der Kamera und entzückt mit hinreißenden verspielten Inszenierungen. Nichts übertrieben Spektakuläres, mehr so der nonchalante französische Freizeitspaß, bei dem man sagt, Mensch, hier sind noch ein paar Rollen alter Tapete und hier ein Karton mit lustigen Strümpfen... und dann kommt noch der Nachbar und die Nachbarin dazu. Augenfutter, wie diese Zuckerdinger, die es auf der Kirmes gibt.

Ein Blog hat sie auch.


 


Sonntag, 15. Juni 2008


Kein SVV zur Altonale





Manchmal, so scheint es, braucht man nur ein Elektrokabel, einen Deckenhaken und eine Flasche Schnaps für das große Glück. Dann wiederum scheint das kleine auch verlockend: ein Flohmarkt vielleicht oder ein bißchen Kulturkarneval. Die Altonale bietet jedes Jahr von allem ein bißchen - Schlurfschlenderer, Lautstimmler und Gitarrenschrummler, dafür fast prominentenfrei. Irgendwo war Unterwäsche aufgereiht, irgendwo gab es Briefbeschwerer, irgendwo traf ich Bekannte. Das Glück bot keiner feil, nur heiße Suppen, gut und scharf.

Gefallen haben mir die kleinen Illustrationen von Paulina Archambault, die wie Kinderzeichungen aussehen. Sie unterhält auch einen Shop im Netz. Sehr sympathische Person, sehr herzlich; aber das verraten ja schon ihre Bilder.

Man muß das alles aufnehmen. Das Neue, das Gewitzte, die Schätze unter dem Staub. Weitermachen, immerzu.


 


Freitag, 13. Juni 2008


Freitag, 13, Filmverschnitt

Planet Terror vs. Death Proof.

1:0 für Rodriguez. Schon allein, weil er nicht gleich auf halbem Weg stehenbleibt. Schöner Date-Film auch. Aber das nur nebenbei.

Super 8 | von kid37 um 14:26h | 18 mal Zuspruch | Kondolieren | Link