
Donnerstag, 30. Dezember 2004
Ihr seid doch alle betrunken.

Mittwoch, 29. Dezember 2004
"Aktion Deutschland hilft"
(das ist ein Zusammenschluß von zehn Hilfsorganisationen)
Bank für Sozialwirtschaft
Konto 10 20 30, BLZ: 370 205 00
Stichwort: "Seebeben Südasien"
Weitere Adressen stehen bei der Lu.
Update: Wer sich über einzelne Organisationen genauer informieren möchte, kann dies auf der Seite des Deutschen Zentralinstituts für
soziale Fragen/DZI tun. Dort gibt es auch spezielle Informationen zum Bereich Seebeben in Südostasien.

Dienstag, 28. Dezember 2004
In Verfaultem süß und schal
Lautlos ihre Schnäbel mähen.
(Georg Trakl, "Winterdämmerung". 1909.)
Aus der Reihe: "Mit toten Tieren durch das Jahr"
Dort, wo sich im Herbst noch Eichhörnchen niederlegten, begrüßte mich heute morgen eine verendete Ratte. Von weitem schon sah ich den schwarzglänzenden Körper einer Krähe, als diese sich mit blutigem Schnabel gierig über Aas beugte. Nur widerwillig räumte sie mir das Feld und wartete mit böse blitzenden Augen in einem Baum, während ich mein Foto machte. 2005 wird das Jahr des Hahnes, nicht der Ratte.
Heute abend lag Schnee. Als ich zurückkam, war ihr kleiner steifer Leichnam von weißen Flocken überzogen. Der Winter ist da. Bald hat er sein Laken über alles gelegt.

Montag, 27. Dezember 2004

Zwischen Gänsesägen und Liedabsingen gab es noch Zeit für die Gabenübergabe. Zwischen uiuiui und mach doch mal den Baum an gab es dann keine Zeit für eine Ansprache. Und zwischen ich dachte, wir schenken uns dieses Jahr nichts und aber doch nicht gar nichts brauchte man Zeit für hast du davon noch den Kassenbon? Und man nahm sich die Zeit für naja, wer brav war...
Überhaupt, die ZEIT! Vielen Dank.
Schöne Sachen habe ich bekommen, was sage ich, sehr schöne Sachen. Überhaupt habe ich dieses Jahr mehr bekommen als ich zurückgeben konnte. Vielleicht aber kann, es bleibt ja noch Zeit.
Von den vielen schönen Geschenken möchte ich eines herausheben. Ach was, MUSS ich herausheben. Schauet, staunet, fallet auf die Knie vor Neid und Entzücken, stammelt in monologischer Extase und vergießet bittere Zähren, weil ihr nur plumpen Tand oder eine Kaffeemaschine geschenkt bekommen habt, während ich mit meinem Kissen kuscheln kann:


Freitag, 24. Dezember 2004
But in a last word to the wise of these days let it be said that of all who give gifts these two were the wisest. Of all who give and receive gifts, such as they are wisest. Everywhere they are wisest.
They are the magi.
(O'Henry, "The Gift of the Magi". 1908.)
Wer dieses Jahr mindestens so brav war wie ich (was keine große Aufgabe gewesen sein darf), soll sich ruhig reich beschenken lassen. Aber vergeßt nicht: Die Weisen geben die einfachen, die kleinen Dinge, die so viel mehr bedeuten.
Ich wünsche Euch allen da draußen ein Frohes Fest.
Macht einfach weiter. Macht ein Licht.

Dienstag, 21. Dezember 2004

Wer mich demnächst luftgitarrespielend durch die Stadt marodieren sehen sollte, denke sich bitte nichts weiter dabei. Aus der Reihe "vorgezogene Weihnachtsgeschenke" habe ich mir dann doch mal einen dieser rundgelutschten Musikstifte zugelegt. Jetzt kann ich die Who Boys auch unterwegs hören.
Das tolle daran: Sollte mir mal jemand das Teil wegen enervierender Zischelgeräusche in den Hals oder sonstwohin stopfen wollen, so befindet sich ein praktisches Rückholbändchen daran.
Die Macher haben an alles gedacht.

Sonntag, 19. Dezember 2004
Sometimes, I feel I gotta get away
Bells chime, I know I gotta get away
And I know if I don't, I'll go out of my mind
Better leave her behind with the kids, they're alright
(The Who, "The Kids Are Alright")
Als ich noch jünger und energetischer war, fühlte ich mich wie The Who in den mittleren 60ern. Ich besaß zwar keine Vespa oder Lambretta, sondern nur ein Hollandrad, dafür konnte ich aber Luftgitarre spielen wie Pete Townshend. Ich schredderte auch keine Marshall- oder Orangeboxen kaputt, dafür aber die ein oder andere Hängelampe. Große Teenage-Revolution!
Lärm, Feedback und Aufbegehren! Bleichgesichtig, hypernervös und kurzhaarig in der Schule sitzen, während den Pink-Floyd-Fans um mich herum das Öl aus den schmantigen Spaghettizotteln tropfte. Sich natürlich unendlich überlegen fühlen. Und allein. Große Sache. Lange her. Jetzt nur noch allein. Egal.
Entzückt war ich daher, die "Tales of Townshend and Wilson" zu entdecken. (via MP3/Antville):
The Who Boys stricken ein wüstes D'n'B-Gemisch aus zwei der einflußreichsten Bands der 60er zusammen. Unter dem Motto: Come on, children of the apocalypse! Join in the destruction! This is the end of the world! gibt es jede Menge freie Downloads auf der Seite.
Anspieltips: Feedback & Destruction und Magic In My Eyes.
