Was im Schrank

[Ach. Dreck.]

Zeit für Rehab die nächste Häutung. Stetig ist der Wandel. Es gibt schließlich, und das ist die gute Nachricht, so viele Stile zu erkunden.

Augenzucker | 13:37h, von kid37 | Kondolieren | Link

 
diagonale - Samstag, 11. August 2007, 15:53
... ich wollte heute doch putzen. Nun hab ich dazu leider keine Zeit. Man muss Prioritäten setzen.

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pappnase - Samstag, 11. August 2007, 16:23
stilberater, das ist was für sie...

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rachel - Sonntag, 12. August 2007, 19:36
nur zum barcode: es kennt doch keiner mehr l.lunch, oder gar tuxedomoon, oder

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kid37 - Sonntag, 12. August 2007, 21:28
Öh ja... und?

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c17h19no3 - Sonntag, 12. August 2007, 20:56
ich bin ja auch mal so herumgelaufen, mit 15 oder 16 jahren. ich bin fast gestorben, bis ich mir so ein todkitschiges samtenes burgfrollein-kleid kaufen konnte. fast 300 d-mark gingen da drauf, das war ein halbes jahr taschengeld. ich fand´s toll, dass die leute so irritiert guckten, wenn man in die u-bahn stieg, um zur party zu fahren. da konnte ich mir dann einbilden, ich sei etwas besonderes.
zum glück geriet ich bald an einen mann, der das reichlich albern fand und so ein stück weit dazu beitrug, dass ich mich nicht bis in die volljährigkeit blamierte, nur, weil ich so aussehen wollte wie die anderen aus der szene.

vielleicht gehört das zur abnabelung von zuhause dazu. jeder sucht sich seine clique und assimiliert sich bis zur selbstaufgabe. das nennt man dann "individualisierung". einen spiegel braucht dieser vorgang offenbar nicht. neulich standen zwei gothic-newbies in der toilette und waren nahezu hysterisch begeistert von ihrem grauenhaften outfit. "wenn mich meine mutter so sehen könnte..." ja, dachte ich mir, darum geht es wohl. die mutter wäre tot vom stuhl gefallen, wenn sie ihre bebrillte, flachbrüstige tochter in so einem nuttenkostümchen erwischt hätte.
das heißt nicht, dass ich konservativ bin. aber ich kriege augenkrebs, wenn sich kinder wie huren kostümieren oder sich jemand in ein mieder schnallt, sodass 20 cm speck oben und unten rausquellen. die leute rennen der neusten underground-kollektion hinterher und vergessen sich selbst dabei. null körpergefühl, null selbstwahrnehmung. das ist auf den bilder da im link teilweise auch nicht anders.
in unserer szene gibt es einen typ, der geht wohl auf die 50 zu. er trägt langes lichtes haar und volle kostümierung, auch im normalen leben. er sieht aus wie aus der geisterbahn entsprungen. ich habe ihn "gargamel" getauft, auch wenn der ja kurze haare hat. der ist in seiner selbstwahrnehmung vor 30 jahren stehengeblieben.
nicht missverstehen. jeder sollte das tragen, was er tragen will. aber eben bitte auch ein bisschen auf sich selbst dabei achten.

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kid37 - Sonntag, 12. August 2007, 21:33
Let the Children play
Hm. Ich finde, Sie sind zu streng. Das ist das Alter, in dem man alles mögliche ausporobiert - wann sonst will man es machen? Ich finde, die wagen was, und wie das bei Wagnissen ist, geht auch mal was daneben, aber immerhin, die wagen was. Und vieles, gerade von dem selbstgeschneiderten Zeug, sieht einfach fantastisch aus. Über den Kitsch und Schwurbel der Gothic-Szene muss man nicht diskutieren, geschenkt. Ich finde die aber trotzdem insgesamt inspirierender, schräger und interessierter an alten Stoffen, Schnitten und "guter Kleidung" als die meisten anderen Jugendszenen. Von Erwachsenen gar nicht zu reden.

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m. - Sonntag, 12. August 2007, 22:24
unhallowed pinup.trotz weiterblättern.

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kid37 - Sonntag, 12. August 2007, 22:42
Sehr. Hier in ihrem Blog auch. Korrekte Strumpfwahl sowieso.

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c17h19no3 - Montag, 13. August 2007, 18:58
trial and error - okay.
aber trial and error and error and error and error and error and error and error and error and error and error and error and error and error and error and error and error and error and error and error and error - schlimmschlechtböse.
es ist diese endlose fortsetzung bei so vielen. so wie bei gargamel.

das hat jetzt vielleicht alles nicht speziell mit der szene zu tun, eher eine allgemeine beobachtung und hängt auch ganz stark mit meiner einstellung zu konsumwerten zusammen.
was mich auf die palme bringt, ist diese endlose selbstzufriedenheit ob der äußerlichkeiten, die manchmal mit endlosem scheitern (schule, beruf, nicht vorhandene beziehung/sexleben) verbunden ist. das ist jetzt keine direkte linie, aber es korrelieren attitüde und allgemeine haltung. ich habe in meinem betrieb einige frauen eingearbeitet, da entwickelt man auch so ein schubladendenken. da gab es schon welche, die meinen, von minirock und arschwackeln wird der tisch leerer und die ordner voller. und wehe, man sagt dann was. auf die dauer: untragbar. mit der zeit entwickelt man da so einen blick dafür: sag mir, was du trägst und wie du es trägst, und ich sage dir, ob du hier den job kriegst. das haut nicht immer hin, aber grausam oft.

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kid37 - Montag, 13. August 2007, 19:34
Ich glaube, Sie erzählen jetzt gerade mehr über sich als über diese Menschen dort mit ihrem Interesse an schräger Klamotte. Ich weiß auch nicht, woher Sie wissen wollen, daß die Leute auf Shoutfit alle "gescheitert" sind. Ich sehe da viel tongue-in-cheek, Spaß und kreatives Tun. Meine Kinder müßten alle sowas tragen.

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diagonale - Montag, 13. August 2007, 19:44
Desweiteren kenne ich erschreckend viele Menschen, die in ihrer Jugend einen ganzen Haufen Mode- oder Stylesünden begangen haben. Ob als Punk, als Popper, als Rocker, Grufti (jajaja, damals nannte man die noch so) oder Mod: Heute sieht man allenfalls noch ein paar sehr dezente restliche Spuren davon. Dennoch sind sie alle alles andere als oberflächlich, verblödet oder faul einzustufen.
Ich sehe das eher wie Herr Kid: Es ist ein Austoben und eine Kreativität, die ich manchmal toll, gelegentlich gar bewundernswert finde. Manchmal muss ich auch schmunzeln. Aber ich kann mich nicht drüber aufregen. Viel schlimmer sind diese Nicht-Outfits in ständigen Sportdresses. Das ist ja sowas von phantasielos und nichts sagend.
In meinem heimischen speziellen Fall finde ich sogar mutig, da meine Tochter in ihrer Stufe die einzige ist, die zu 99% in schwarz rumläuft und sowas wie rote Haare hat (auch wenn ihre Outfits meist noch sehr sehr dezent sind). Und egal wo er im Teeniealter eingesetzt wird: Mut ist nie falsch. Wer weiß, wozu man ihn später mal brauchen kann.

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mark793 - Montag, 13. August 2007, 20:05
Das Outfit als solches
bürgt zunächst mal für gar nichts. Welche Mischung aus Mitläufertum der eigenen Scene gegenüber und Abgrenzung dem Rest der Welt gegenüber jemanden in ein bestimmte Kluft reintreibt, ist von außen nun mal nicht zu ermessen und erahnen. Natürlich springe auch ich auf entsprechende Schlüsselreize an, aber ich versuche mit zunehmendem Alter, weniger Schnellurteile aufgrund dieser Indizien zu fällen.

Ich weiß noch sehr gut, welche Vorurteile mir entgegenschwappten, als ich seinerzeit gelegentlich im Maßanzug ins Politikwissenschaftliche Institut einlief. Im bevorzugten Grufti-, Punker- und Independent-Schuppen an meinem damaligen Wohnort hielten mich manche für einen Zivilbullen, weil ich mein Outfit dem dortigen Schmuddelpostulat nicht unterordnete. Ich habe auf dieser Klaviatur als junger Mensch gern gespielt, und ich lasse den jungen Leuten gerne ihren Spaß, das auch zu tun - selbst um den Preis, dass mich speckige Hüften mit Arschgeweih aus zu kurzen Hosen angucken oder der Schritt bei den jungen Männern auf Wadenhöhe hängt. Ich tue denen einfach nicht den Gefallen, mich geschockt zu zeigen. ;-)

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iii - Montag, 13. August 2007, 20:56
Diese nuttige(n) Jugend/Szene/Frauen. Lesen ja auch nix mehr!

(Aber selbst wenn es so wäre, immer noch besser als dieses betuliche onkel-& tantenhafte Tandem aus Hochmut und Sülz.)

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rabe489 - Montag, 13. August 2007, 01:57
Hallo Herr Kid 37, der Kaffee oben muß schon kalt sein inzwischen...

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kid37 - Montag, 13. August 2007, 19:35
Immerhin schwimmt keine Zigarettenkippe drin.

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kid37 - Montag, 13. August 2007, 21:55
Bevor sich hier die Vertreter von A-Linie und H-Linie in die Haare bekommen, schnell noch ein bekennendes Kleidungsstatement statt medizinischem Bulletin:



Vielleicht könnte ich bei Shoutfit die Rentnerecke bestücken.

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diagonale - Montag, 13. August 2007, 22:02
Aus aktuellem Anlass?

Neu?

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kid37 - Montag, 13. August 2007, 22:05
Nee, habe ich schon eine Weile. Aber jetzt paßt es besonders gut.

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kid37 - Montag, 13. August 2007, 22:22
(Und noch cooler ist es, wenn man nicht nur ein schickes Outfit, sondern auch das passende Auto dazu hat.) Wow, ich glaube, ich habe im Leben noch so viel nachzuholen!

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diagonale - Dienstag, 14. August 2007, 10:52
Wenn ich auch mal fahren darf, nähe ich Ihnen so einen Umhang.

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saxanasnotizen.blogspot.com - Dienstag, 14. August 2007, 19:49
Bin in allen Punkten Ihrer Meinung. Gut, dass das hier mal auf den Punkt gebracht wird, auch/vor allem in Ihren Kommentaren.
Diese Art sich zu kleiden hat viel mehr mit Lebensfreude zu tun als wir ahnen.

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