Wir Kassettenkinder



Derzeit bin ich in einer Phase, das eine Ding, was ich so rumstehen habe, einen Zentimeter nach links und ein anderes einen Zentimeter nach rechts zu rücken. Mal neue Perspektiven im engbegrenzten Raum des Leuchtturms schaffen. Das schafft schon Luft. Neulich aber drohte bot sich Aufräumagitatorin Frau Novemberregen an, bei mir mal auf Sortierstreife zu gehen. Da bekam ich Angst.

So habe ich heute ein wenig aufgeräumt, dabei Chemie aus meinem geheimen Forschungslabor Farben, Lacke, Fotofreunde e.V. für den Sondermüll zusammengeräumt, Grillanzünder wie Aal-Dieter, "komm hier, haste auch noch!" obendrauf, dann ging es ans Medienarchiv. Weil ich nicht gleich an die Wachswalzen aus der Frühzeit der Klangarchivierung wollte, beschloß ich, den Bestand an Magnetbandkassetten zu komprimieren. Also wegzuschmeißen. Fort. Raus. Jedoch: Herrliche Funde, allesamt! Den halben Meter Bootlegs, also Live-Mitschnitte aus der Zeit, als selbst ich noch ein Kid war, darunter einen viertel Meter von einer britschen Kombo namens The Cure, ließ ich erstmal als Memento mori zurück. Kann man ja mal eine Collage draus basteln oder in Gießharz einbetten. Auch seltene Exemplare aus der Kassettenszenen-Zeit erhalten ein Gnadenbrot. Sonst, weg.

Zum Glück war ich vor langem so schlau, mein Tapedeck aus Platzgründen in den Keller zu verfrachten. So gab es nun keine Versuchung, irgendwelche Hörproben und Rauschverkostungen anzufangen. Toll aber auch der Gang durch die Technikgeschichte. Obskure, aus Armut benutzte Markennamengratistapes ("Saba"!) und überspielte Hörspielkassetten, deren originaler Inhalt sicher interessanter wäre als das Debüt von Nichts beispielsweise ("Zehn Bier zuviel"). "Flug XS 2340 - Bitte melden!" - das will man doch jetzt wissen! In Stereo sogar, so habe ich das nie gehört (Armut).

Ein Teil dieser Kassetten fiel schon in den 80ern meiner Schönberg-Phase zum Opfer, als ich aus dem Tonkopf eines alten Walkman eine Art elektronische Geige bastelte, die man mit einem "Bogen" spielen konnte, der aus einem Holzstab bestand, auf den ein Stück Magnetband geklebt war. So konnte man dann Klänge verschiedener Höhen erzeugen, je nachdem, wie schnell man spielte und was vorher darauf aufgezeichnet war. Das versucht mal digital, Kinder. (Wo ist dieses tolle Gerät eigentlich hingekommen?!? Ich war immer so achtlos, was die Selbstmusealisierung anbelangt. Sonst, heute: Weltruhm!)

Nun aber hinweg, meine kleinen Kassettenfreunde. Oder... Moment... Weihnachten! Statt Lametta an den Baum hängen? Einen Kissenbezug für Musikfreunde draus weben und verschenken? Vielleicht sollte ich euch doch noch eine Weile aufbewahren...

Radau | 17:47h, von kid37 | Kondolieren | Link

 
samojede - Samstag, 10. November 2018, 18:35
Bin jetzt so weit, wo TABULARASA mach:
0. Aufräumen hin, her, womöglich mit der Kalenderweisheit: "Wies in der Wohnung aussieht, so siehts im Kopf herz | Leben aus. " Halt ich nix von.
1. Hab ihnen auch mal 1 Kassette geschenkt, wo wohl bereits weg ist?!? Denke mal, kann alles weg außer die.
2. Aber Cure Kassette soll bleiben - jawoll. Finds alles nur noch noch unverschämt | unschön | unangebracht!
0.1. Überlege, den geschätzten Herrn Olbertz mal 1 kleinen Brief schreiben. Meinerseits kann der mal GRÜNDLICH durchfeudeln. In der Welt + Hier auch. Meinen Segen hat er.

(lieb gemeint)

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kid37 - Samstag, 10. November 2018, 18:58
Mein Leben ist jetzt Chromdioxid II
Emotional aufgeladene Artefakte (genauer: POSITIV aufgeladene Artefakte) bleiben natürlich archiviert. Es soll ja auch nicht alles weg, nur alles geordnet sein. Und aus zwei kleinen Kisten Kassetten, eine zu machen, ist schon ganz gut. Da kann ich dann CDs lagern - das
soll nämlich das Medium der Zukunft sein!
Ich glaube, Herr Olbertz feudelt hier bereits mehr durch als wir alle mitbekommen. Da würde ich gerne einige zum Kassettenbandweben schicken. Ds gäbe für alle schönen Magnetbandbaumschuck dieses Jahr.

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samojede - Samstag, 10. November 2018, 20:09
Wie gesagt, kann ALLES weg inklusive und insbesondere Cure ausser der Mix von mir. Ist aber GESCHMACKSACHE. bin fairer Mensch und sag auch immer: Der Ton macht die Musik (Schallplatte)

Bin mal mit jmd. von 1 Brücke gesprungen (Bungeejump ),wo gesagt hat, wenn den GÄSTEN die Musik nicht passt, sollen sie doch in 1 andere Kneipe | Club | Bumsschuppen gehen.

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kid37 - Sonntag, 11. November 2018, 13:37
Ihr Mixtape bewahre ich in einem mit Samt ausgeschlagenen, reich verzierten Holzkästchen. Wenn man das öffnet, bewegt sich eine kleine Spieluhrfigur von Joey Ramone, die "Onetwothreefour!" ruft.

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samojede - Sonntag, 11. November 2018, 15:56
Gefällt mir schön ❕ Ich selbst schmeiss ja viel(es) weg. Janun, ist jede® anders. Apropos, von Ihnen hab ich mal was in 1 Fluß versenkt (pathetisch), hab dabei aber (lieb) an Sie gedacht. Müssense selbst entscheiden | wissen |raten, ob wahr oder unwahr..

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kid37 - Sonntag, 11. November 2018, 16:00
Ist das die Stelle, wo Sie öfter mal was versenken? Absichtlich oder nicht? Kommende Generationen von Archäologietauchern werden sich wundern. Ich bin ja für Befreiung. Manches muß weg. Je nachdem, wie es aufgeladen ist.

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samojede - Sonntag, 11. November 2018, 16:09
Huuut ab², P h ä n o m e n a l es Gedächtnis haben Sie. (Wär manchmal vieleicht auch gut, wenn man*n sich davon befreien könnte *<|;-))

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mark793 - Samstag, 10. November 2018, 19:07
Hier ähnliches Dilemma. Hatte neulich das Bedürfnis nach einem bestimmten Mixtape aus den 80ern. Festgestellt, dass mein Tapedeck nach jahrelanger Nichtbenutzung extrem antriebsschwach geworden ist. Wechsel des Antriebsriemens war früher eine Routineoperation, aber heute mit den zittrigen Fingern und schlechter gewordenen Augen schrecke ich davor zurück.

P.S. Als Lokalpatriot kaufte ich natürlich überwiegend BASF-Kassetten.

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kid37 - Sonntag, 11. November 2018, 13:33
Aus Platzgründen (da haben wir es wieder!) im Nußbaum-Phonoschrank mußte ich das Tapedeck in den Keller verbringen. Seither ist die Ära vorbei (sieht man von meinem alten Vierspurrekorder ab, den ich eigentlich nur noch vorhalten muß, um Zugriff auf die entsprechenden Bänder zu haben). Beim Entsorgen fand sich natürlich eine Menge an gelben und grünen "LH 60" und "LH 90" von BASF. Aber wollte man bei den Mädchen landen, mußte man TDK oder wenigstens Maxwell haben. CRII - damit war man der King!

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mark793 - Sonntag, 11. November 2018, 14:48
Hießen die nicht Maxell? Maxwell war doch Pfeifentabak Instantkaffee, wenn meine Erinnerung mich nicht täuscht.

Es war ja auch eine Wissenschaft für sich, welche Tapedecks sich mit welchen Kassetten vertrugen. Mein Sony-Tapedeck kam mit BASF CrO2 am besten klar, aber damit veranstaltete mein Kenwood-Teil im Auto regelmäßig Bandsalat. Dort kamen dann meistens Maxell und vereinzelt auch TDK zum Einsatz.

Von den gelben und grünen LH hatte ich nur wenige, die waren meiner Mutter abgeschwatzt. Sie hatte allerlei Erbauungzeugs und Unterrichtsmaterial auf Tape. Da kam es auf High Fidelity nicht so sehr an.

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kid37 - Sonntag, 11. November 2018, 16:05
Sie haben recht, ich habe gerade noch mal in den Müllbeutel geschaut. Maxell XL II. Und TDK AD 90 schien damals verbreitet zu sein. Ich war ja nie Nerd in der Hinsicht und besitze auch erst seit zwei, drei jahren so etwas wie eine "Hifi-Stereoanlage". Jetzt könnte ich "Feuer, Pfeife, Max(w)ell!" Stanley. Mein Gott, das ist wirklich Ewigkeiten her. Tabakwerbung im TV. Glaubt kein Mensch mehr.

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mark793 - Sonntag, 11. November 2018, 16:33
Oder gar "Clan-Raucher müsste man sein" (bisschen nach unten scrollen). Da wird nicht nur für Tabak-Gift geworben, sondern auch für toxische Männlichkeit, wie man heute sagen würde.

In Sachen Anlage war ich auch nie ein Highend-Freak, habe immer die Altgeräte meiner älteren Brüder aufgetragen, wenn die sich was neueres leisteten.

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kid37 - Sonntag, 11. November 2018, 16:58
Sieh an. An "Clan" kann ich mich gar nicht erinnern. Das waren ja echte Jamers-Bond-Phantasien.

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nnier - Sonntag, 11. November 2018, 19:45
Wie wichtig dieses Medium war! Ich erinnere mich glasklar an die verschiedenen Fabrikate und ihre Anmutung bis hin zum Geruch. Wie oft hatte man diese Dinger in den Händen und hat sie eingelegt, umgedreht, beschriftet oder bei Bedarf auch geöffnet und geflickt. BASF war bei uns irgendwann verpönt, sie sollten angeblich durch starken Abrieb den Tonkopf verschmutzen, ich war dann Fraktion TDK SA 90 und das waren immerhin 5 Mark pro Stück.
Sie sind dahingegangen, auch bei mir, da half ein Wasserschaden, aber Ihr Foto hat echte Sehnsucht ausgelöst, ach, das war schon toll.

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mark793 - Sonntag, 11. November 2018, 20:53
A propos wichtig: Ich hatte meine Kassetten sogar durchnummeriert und mit eigenen Covern versehen.

An das Gerücht mit dem erhöhten Abrieb der BASF-Tapes kann ich mich auch noch erinnern. Hat mich aber nicht groß beeinflusst, da ich den Tonkopf ohnehin regelmäßig gereinigt habe. Kann aber schon sein, dass die TDK-Teile weniger schnell an Tonqualität eingebüßt haben im Vergleich zu BASF. Mit der Hitze im Auto (man hatte ja keine Klimaanlage damals) kamen TDK jedenfalls besser zurecht.

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monnemer - Montag, 12. November 2018, 09:51
Oder gar "Clan-Raucher müsste man sein" (bisschen nach unten scrollen).

Reyno, meine Güte. Die rauchte die Frisöse meiner Kindertage immer während dem Haareschneiden.
Menthol wohl für die Atemwege der Kleinen. Eine frühe Euro6-Frisöse quasi.
Währen die Herren, die sich nach der sonntäglichen Kaffeetafel ihre Schimmelpennincks ansteckten, offenbar alle ein H-Kennzeichen hatten.

Neben den BASF-Teilen finden sich hier auffallend viele Fuji-60er-Kassetten. Gab's wahrscheinlich mal bei Phora im Angebot.

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kid37 - Montag, 12. November 2018, 15:05
Man darf nicht vergessen , daß viele Kassetten heute nur deshalb noch hörbar sind, weil sich auf ihnen eine schützende Patina aus Tabakqualm angelagert hat. Möglicherweise stammte umgekehrt der Abrieb auch daher. Müßte man untersuchen!

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kid37 - Montag, 12. November 2018, 15:06
@nnier: Na toll. Jetzt habe ich ein paar Tapes wieder aus dem Müllsack geholt, um sie für die fantastische Webseite abzufotografieren. So wird das nie was mit dem Ausmisten.

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nnier - Montag, 12. November 2018, 22:03
Ein Elend. Vor ein paar Monaten blieb ich auf einer ähnlichen Seite hängen, die ich gerade nicht wiederfinde. Da ging es ans Eingemachte, so etwas geht dann auch nur nachts alleine vorm Rechner: Die Cassetten wurden geöffnet, da schnappt man nach Luft. Anzahl der Schrauben! Evolution der Umlenkrollen! Federmechanismen hinter Andruckfilzen! Eine fast vergessene, faszinierende Welt. Fotografieren Sie, Sie machen Menschen glücklich.

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kid37 - Dienstag, 13. November 2018, 22:00
Ich erinnere die filigranen Operationen, wenn ich im Schein einer funzeligen Schreibtischlampe und einem mit einer stumpfen Schere zugeschnittenem Stück Tesa, die Kassette auseinandernahm, um das Band zu flicken. Das versuche man mal mit einer CD!

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fritz_ - Dienstag, 13. November 2018, 22:50
CDs, ja? Ganz recht. Das wird mal der neue heiße Scheiß. (Das Jahr 1983 hat mich vorhin angerufen.)

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frau eff - Samstag, 10. November 2018, 19:09
Achtung, Achtung: Sollte sich Herr K. bei Ihnen melden, von wegen Übernahme von scheinbar Überflüssige, geben Sie ihm nichts. Gerne dürfen Sie ihn stattdessen ermuntern, bei sich selbst einmal DAS ARCHIV zu reduzieren (oder die unausgepackten Kisten auf dem Dachboden in Angriff zu nehmen). Danke. Over.

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kid37 - Sonntag, 11. November 2018, 13:30
Aber, aber. Archive besitzen eine schlummernde Kraft. Wie oft heißt es, "das schlummert in Archiven"? Ich gehe nicht ins Bett, ich gehe ins Archiv, sagt der Volksmund. Wieviele wälzen sich schlaflos im Bett, statt ins Archiv zu gehen?!? Ich denke, die psychosozialhygienische Wirkung von Archiven ist noch nicht hinlänglich erforscht. Ein Kollege hat sich gerade einen Self-Storage-Raum gemietet, das wäre auch eine Alternative. Sie könnten ein Gartenhäuschen hinters Haus setzen!

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fidibus - Sonntag, 11. November 2018, 13:14
Mein Mitleid gehört allen Menschen, die ihre Jugend ohne ORWO-Magnetbandkassetten K60 (Einzelhandelsverkaufspreis je 20,00 Mark) verleben mussten. Und ohne das hübsche Abspielgerät Babett.

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kid37 - Sonntag, 11. November 2018, 13:25
"Babett" sieht wirklich ganz schmuck aus. "Der Radio Recorder Babett wurde im VEB Antennenwerke Bad Blankenburg entwickelt" - und der Trageriemen ist schon inbegriffen. (weiß auf hellgrau dort, das ist ja wie Schreiben mit Geheimtinte aus Zitrone.) Aber 20 Mark - da mußte man ja die Hörspielkassetten gleich mehrfach überspielen.

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fidibus - Sonntag, 11. November 2018, 13:53
Babett war mit 880 Mark auch eher eine Anschaffung fürs Leben. (Mein Monatslohn betrug im ersten Job 400 Mark.)
Mit dem Riemen hab ich meine Brüder gefesselt, damit die sich nicht an meinem Eigentum vergriffen.

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kid37 - Sonntag, 11. November 2018, 14:35
Soso. Ein forcierter Eigentumsbegriff. Ob das mal so linientreu war. Ich hoffe, Sie haben keinen Ihrer Brüder vergessen. Wie oft erschrickt man, weil einem plötzlich einfällt, daß man noch jemanden am Babettriemen auf dem Speicher hat! Im Westen gab es die Geräte ja als Bruns, was marketingtechnisch ein bißchen langweilig klang. "Babett" wäre ein Renner gewesen.

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kuena - Sonntag, 11. November 2018, 17:57
"Bruns", jetzt wo Sie´s sagen, gab es, glaub ich, bei "Nec....ann", hab ich mir von meinem "Jugendweihe-Geld" ne Anlage von gekauft. Später, im selben Versandhaus, auch meine MZ TS250. Ich war schon Ostalgier, als es die noch gab. Die einfache Qualität die einfach ewig hielt. Dagegen hoite .... CDs die nie mehr knacken? Festplatten auf denen ich Musik archivier (und nach 10 Jahren haben die und auch ihr Backup einen Crash)? Ich lobe mir noch immer meine 40 Jahre alten Kassetten die auf dem 30 Jahre alten Tapedeck laufen, oder die Schallplatten die noch immer zuverlässig an zu hören sind, wenn die 5 verschiedenen CD Player gerade zeitgleich ihren Dienst versagen und das Internet mal wieder kaputt ist ..., ach, und meinen analogen Anschluss hat man auch gerade gekappt und ich muss mir neue Endgeräte kaufen, wenn ich weiterhin die Dienste, für die ich gezwungen bin zu zahlen, in Anspruch nehmen will ...

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kid37 - Montag, 12. November 2018, 14:59
Dieses Versandhaus machte es möglich. Damals gab es sie quasi noch, die guten Dinge. Reparabel, dafür/deshalb technisch nicht ausgefuchst. Ich habe zuletzt allerdings tatsächlich die CD zu schätzen gelernt. Einfach, weil darauf vieles verfügbar ist.

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fritz_ - Sonntag, 11. November 2018, 14:25
Es gibt glaubhafte Berichte von orgasmusartigen Effekten, die es hat, wenn man endlich ausmistet. Alles, was seit Jahren im hintersten Wandschrank herumgammelt, im Keller, auf dem Speicher, und was man nicht mal dem Arsch angeguckt hat und auch nicht vermisst hat, und das vielleicht doch wie Blei auf der Seele lag.

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kid37 - Sonntag, 11. November 2018, 14:39
Also "Befriedigung" liegt sicher darin. Und es stimmt, bei manchen scheint es fast eine Sucht, das muß dann auch nicht sein. Ich hingegen habe ja immer mal wieder überlegt, die Abseiten hier unterm Dach auszubauen - dann müßte ich keine Kassetten wegwerfen.

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fritz_ - Sonntag, 11. November 2018, 16:32
"der ganze alte Schrott muss raus und neuer Schrott muss rein"
Nicht erst in der Abseite messieparken, sondern pfeilgrad nach Ablage P! Habe vor ein paar Wochen ein neues Wort gelernt, da war eine Hamburgerin beim Trödler und die hatte was aus der Abseite dabei. Niemand außer ihr kannte das Wort.

Der trifft die Stimmung gut: "letzte Station vor dem Recyclinghof. Mein Keller ist eine Aussegnungshalle für Konsumgüter" Krempel.

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kid37 - Sonntag, 11. November 2018, 16:56
"Aussegnungshalle für Konsumgüter". So schön. Die Innuit des Hortens kennen ja über 200 Wörter für Krempel.

("Abseite" habe ich auch erst hier im Norden kennengelernt. In einer Wohnung hatte ich mal eine, da paßte endlos viel rein. Am liebsten wäre ich hinterhergeschlüpft.)

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fritz_ - Sonntag, 11. November 2018, 19:27
Bin jetzt fast so weit, wo ich mich mit Ihnen in die Abseite abseile.

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kid37 - Montag, 12. November 2018, 14:59
Treffen um elf, Taschenlampe nicht vergessen!

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zeilensturm - Montag, 12. November 2018, 14:36
Tapedeck im Keller?
Ich will ja nicht unken, aber angesichts der mir allzu bekannten Feuchtigkeit Ost-Hamburger Souterrains ...
Nicht umsonst lebt man auf dieser Seite der Alster so preisgünstig, wenn auch mit Asthma, Gicht und Schwindsucht.

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kid37 - Montag, 12. November 2018, 15:03
In dieser Charles-Dickens-Bleak-House-Szenerie muß man da tatsächlich aufpassen. Auch, daß man keine gewischt kriegt, wenn man mit regenklammen Fingern die Geräte einschaltet. Tatsächlich aber liegt mein Keller hier im Leuchtturm wegen der Flutgefahr fast im Erdgeschoß. Das geht einigermaßen. Andrerseits, Stichwort "Aussegnungshalle", ein Feuchtetd des Tapedecks wäre auch eine Entscheidungshilfe.

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