Teenage Lobotomy

"Das betäuben wir lokal?" fragt sie. "Besser wäre es wohl oder schlagen Sie eine Alternative vor?" - "Wir haben noch einen Hammer für schwierige Fälle." - "Den kenne ich schon von daheim", behaupte ich und tue so, als würde sich dort jemand um mich kümmern.
"Der wirkt bestimmt bei mir nicht mehr, daran bin ich gewöhnt." Sie lacht und strahlt mich mit ihren blauen Augen an. Sie weiß, gleich werde ich kein dummes Zeug mehr reden können. Der Doktor schweigt. Ich weiß, er sehnt sich nach einer Zigarette. Dann legt sie mir das Tuch über das Gesicht, und ich höre für eine geraume Weile nur noch das Geräusch des Bohrers in meinem Kopf.

Wozu habe ich einen Dremel, denke ich und merke, das irgendetwas mit meinem Kreislauf ist. Das Adrenalin aus der Betäubungsspritze wirkt. Mit vielem Zubehör und - am Allerwichtigsten - einer biegsamen Welle. Die kann man für alles gebrauchen. Aber heute morgen lag überall Schnee, eine frische, blütenweiße Decke, und meine Finger waren klamm.

Als sie mir Tuch wieder wegzieht, streicht sie mir mit einer beinahe zärtlichen Geste eine Strähne verschwitzten Haars aus der Stirn. Dann setzt sie mir fürsorglich die Brille auf. Ich kann wieder ihre Augen sehen. "Wie kommen Sie denn jetzt heim?" fragt sie. "Ich nehme mir ein Taxi", lüge ich.

Auf der Treppe denke ich, vielleicht sollte ich wirklich mal eins nehmen. Aber dann nimmt man mir in der Apotheke 35,- Euro für Antibiotika und Schmerzmittel ab, von denen ich zuhause selbst genug habe. Bleibt es also doch bei der U-Bahn. Als ich die Ohrhörer einsetzen will, merke ich, daß ich kein linkes Ohr mehr habe. Irgendwie bekomme ich aber doch den kleinen Knopf in dieses Loch an der Seite meines Kopf gestopft. Autolux, "Here Comes Everybody" oder Xiu Xiu, "Crank Heart". Irgendetwas.

Draußen liegt Schnee. Er sieht gar nicht mehr so weiß und unberührt aus. Auf meinem Gesicht liegt eine Kühlkompresse. Ich wünschte, es wären die kühlen zarten Hände der OP-Schwester. Vorsichtig taste ich mit dem, was mal meine Zunge war, nach der Schraube in meinem Mund.

Homestory | 14:52h, von kid37 | Kondolieren | Link

 
nase - Montag, 28. Februar 2005, 15:40
aaaah, sind sie denn wahnsinnig?

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kid37 - Montag, 28. Februar 2005, 15:43
Wieso, wegen der Musikauswahl?

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nase - Montag, 28. Februar 2005, 15:44
es ist, ich bin doch so empfindsam, äh...

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sonrisa - Montag, 28. Februar 2005, 15:43
Entsetzlich, ich spendiere ihnen alles an frommen Wünschen zur Besserung, dessen ich in Tijuana habhaft werden kann. Mag das alles rasch wundheilen.

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kid37 - Montag, 28. Februar 2005, 15:45
Oh, danke. Ich beobachte gerade das Nachlassen der Betäubung und lausche dem leisen Pochen in der Wunde. Alles wird gut.

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schnatterliese - Montag, 28. Februar 2005, 16:19
das
ist
ja
fürchterlich
nehmen
sie
nicht
das
eis
da
weg

zahnärzte sind feinde.

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evasive - Montag, 28. Februar 2005, 16:20
Na, das nenne ich aber mal ein intimes Foto..... gute Besserung und eine leichte und angenehme Nacht....

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kid37 - Montag, 28. Februar 2005, 16:40
"Intümes Foto", das gibt wieder Traffic. Die werden sich alle meine Vagina dentata anschauen wollen. Nachdem ich hier aber immer soviel von mir preisgebe, dachte ich, ich kann mir auch mal in den Kopf schauen lassen. Das interessiert doch einige sicher. Außerdem will ich nicht immer heile Welt vorspielen, sondern auch mal zeigen, wenn es nicht so gut läuft.

Danke für die Wünsche. Zum Glück schlafe ich stets den Schlaf des reinen äh unbeschwerten äh unbelasteten Gewissens. Also irgendwie wird es schon gehen.

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evasive - Montag, 28. Februar 2005, 16:56
Den Schlaf des Gewissens, jau, jau..... *g*

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delacruze - Montag, 28. Februar 2005, 16:48
13,
14,15,16,17,18 oder 19????

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kid37 - Montag, 28. Februar 2005, 16:55
Zahnschema
19? Wieviel Zähne haben sie denn? Ich zähle immer nur bis acht. Nummer 36 (warum nicht 37, frage ich mich gerade), also unten links. 46 ist überkront, 6 scheint meine schwache Stelle zu sein.

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modeste - Montag, 28. Februar 2005, 16:53
Das sieht ja fürchterlich aus. Bekommen Sie in absehbarer Zeit Ersatz? Nur warnen kann ich ja - aber das wissen Sie bestimmt selber - vor Versuchen, sich mit Alkohol über das Abklingen der Betäubung hinwegzuretten. Ich erinnere mich sehr ungern an einen Abend in einer an sich angenehmen Bar, als mir wirklich große Mengen Gin Tonic aus den Mundwinkeln flossen, und ich vor Scham ziemlich lange da nicht mehr hingehen konnte.

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kid37 - Montag, 28. Februar 2005, 17:00
Ich finde ja, mein Mund sieht sehr schön aus. Also innen. Jetzt ist er vielleicht nicht so repräsentabel, das stimmt. Aber mich will ja sowieso niemand küssen. Aber warten wir mal ab, wenn ich da mein Implantat draufschraube. Dann stehen alle Schlange.

Ich sinniere gerade über dem Beipackzettel der Antibiotika, die ich bekommen habe. Neben den üblichen Krankheiten wie Pest, Gonorrhoe, Syphillis und Mykoplasmen heilt das auch noch eine Menge andere exotische Beeinträchtigungen. Ein wenig stutzig macht mich der Satz, ich dürfe keine elektrischen Maschinen bedienen. Zählt Bloggen dazu?

Keine Milch. Aha. Aber wieviel Alkohol ich zum Desinfizieren trinken darf, steht da nicht.

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evasive - Montag, 28. Februar 2005, 17:03
Und nach erfolgreich abgeschlossener Behandlung nagen Sie am Hungertuch?

Alkohol zum desinfizieren dürfen Sie in den Mund nehmen, soviel Sie wollen, Sie dürfen ihn nur nicht runterschlucken.... *g*

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kid37 - Montag, 28. Februar 2005, 17:09
Da nage ich ja jetzt schon dran. Ich überlege gerade, wie erkläre ich das... Niere bei eBay verkauft? Das geht, wenn man nie Taxi fährt? Ich arbeite nebenher am Hauptbahnhof als Abo-Verkäufer? Na ja, irgendwie muß es gehen.

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evasive - Montag, 28. Februar 2005, 17:13
Soll ich Ihnen ein Care-Paket schicken? :o)

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modeste - Montag, 28. Februar 2005, 17:15
Dann freue ich mich auf die zukünftigen Beiträge, wie Sie die Damenwelt mit ihren Implantaten bezaubern. Herren scheinen diesbezüglich leider unempfänglich zu sein. Meine eine Krone, weitere Teilkrone und diverse Inlays haben mir da irgendwie nicht weitergeholfen, ich werde da mal eine Paradigmenwechsel vornehmen müssen.

Sind Sie denn wenigstens gut versichert, oder geht das alles extra?

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arboretum - Montag, 28. Februar 2005, 17:24
Ein beeindruckendes Loch haben Sie da. Schade, dass man Ihnen jetzt nicht 'mal eben so eine japanische Krankenschwester schenken kann.

Wenn ich mich recht an meine Weisheitszähne-Rausziehereien erinnere, sind Kaffee, Tee und Rauchen (und Sport) heute auch nicht so angesagt. Und werden Sie heute Abend beim Zähneputzen bloß nicht übermütig. Ich habe einmal nach so einer Aktion vergessen, dass ich einen solchen Krater im Kiefer habe und war ein bisschen zu schwungvoll.

Ich wünsche Ihnen rasche und unkomplizierte Heilung, Herr Kid.

Trösten Sie sich, Frau Modeste, bei mir wirkt das auch nicht. Lässt die vollkommen unbeeindruckt.

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kid37 - Montag, 28. Februar 2005, 17:52
Care-Paket? Wie soll ich das essen? Mir fiel zu spät ein, daß ich ja noch nicht einmal am Hungertuch nagen kann mit diesem Loch.

Da ich mein Gold im Mund und nicht im Herzen verbaut habe, ist das mit den Damen naturgemäß schwierig. Mir geht es da so wie in diesen Strindberg-Filmen. Aber sollte sich etwas Interessantes ereignen, lesen Sie es hier natürlich als erstes. Hätte mir nicht heute morgen eine Bekannte geschrieben, ich solle nicht immer so pathetisches Zeug schreiben, würde ich jetzt sagen, Ach, ein Leben wie meins versichert doch keiner mehr. Würde ich vielleicht schreiben. So Strindberg-mäßig. Ich löse das so:

Nein, wie immer im Leben bin ich Selbstzahler.
[Edit: Auch gut für so ein T-Shirt. Ich bin Selbstzahler.]

So einen Kaffee hätte ich ja jetzt schon ganz gerne. Sport lasse ich dann heute mal weg.

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arboretum - Montag, 28. Februar 2005, 18:14
Ok, ok, ich gebe zu, nach der ersten Weisheitszahn-OP trank ich Tee (mit besagter Freundin), rauchte und machte Sport, und es hat mir nicht geschadet. Lag wohl an meiner Unwissenheit. Aber Sie wissen jetzt ja Bescheid, also sollten Sie sich vielleicht doch besser etwas schonen. Sie wollen doch der blauäugigen Assistentin keinen Kummer bereiten.
Oder uns.

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kid37 - Montag, 28. Februar 2005, 18:39
Das haben Sie sehr lieb gesagt. Bei Strindberg lese ich gerade: "Da es in der Welt noch zwei Menschen gibt, die mich nicht verdammen, die mich noch nicht verurteilt haben - aber abwarten! Es wird kommen!" - Ich merke, ich muß mich mehr anstrengen.

In Ermangelung des von Ihnen offerierten Granatapfels und Wassermelonen im Allgemeinen, probiere jetzt einmal ein Banane.

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arboretum - Montag, 28. Februar 2005, 19:18
"Aber mich will ja sowieso niemand küssen."

Sind Sie sich da wirklich so sicher, Herr Kid?
Meistens ist das mit der Küsserei ja so: Einige würden einen schon sehr gerne küssen, trauen sich aber nicht, und man selbst ahnt auch nichts davon. Bei anderen mag man nicht, obwohl die einen auch nur zu gerne küssen würden. Doch allein der Gedanke lässt einen erschaudern.
Und dann gibt es wiederum welche, die küssen einen, obwohl man das gar nicht will. Dabei handelt es sich vorzugsweise um alte Tanten, die einem nasse Küsse auf die Wange schmatzen. Irgendwann ist man dann zum Glück zu groß und zu alt, dann hat sich das erledigt.
Das andere aber leider nicht.

Bananen sollen ja glücklich machen. Also nur zu.

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kid37 - Montag, 28. Februar 2005, 20:26
Dann gibt es noch die, die Rückzieher machen. und hott, wie die Mädels vom Ponyhof. Das ertrage ich alles mit stoischer Gelassenheit. Aber bei offenen Wunden soll man eh vorsichtig sein mit dem Küssen. (Ich sehe gerade, auf meinem Post-OP-Zettel steht: "4. Vermeiden Sie körperliche Anstrengung!" Na also, bleibe ich bei der Banane.)

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arboretum - Montag, 28. Februar 2005, 20:34
Nicht zu vergessen die, die man selbst gerne, die aber wiederum...
Scheint aber ein sehr weitverbreitetes Phänomen zu sein.

Close your eyes
and think of someone
you physically admire
and let me kiss you
let me kiss you.

- Morrissey: "Let me kiss you" -


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kid37 - Montag, 28. Februar 2005, 21:32
Oh, talking about Sehnsucht. Heute nach dem OP-Termin fuhr eine hübsche junge Frau in der U-Bahn mit mir. Sie war sehr hübsch und sehr jung. Mir fiel noch rechtzeitig ein, daß ich a) unpäßlich und b) ein alter Sack bin. Dafür genieße ich jetzt die stille Freude, mit der Spitze meiner Zunge an den Enden der Wundfäden zu spielen. Toll.

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arboretum - Montag, 28. Februar 2005, 21:46
Mit diesen Fäden kann man sich tagelang amüsieren. So hat man wenigstens etwas zu tun (es wird auch gar nicht langweilig - im Gegensatz zu manch jungem Gemüse). Wie lange sind Sie denn krankgeschrieben? Oder ist Ihr Zahnarzt eher von der herzhaften Sorte?

Blaues oder schwarzes Garn?

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kid37 - Montag, 28. Februar 2005, 21:57
Krankgeschrieben?!? Moment, ich muß erst mein T-Shirt anziehen. Mit Festangestellten diskutiere ich nicht. Ach so, sie sind ja bei den Absurden auch. Wie war es denn heute?

Blau oder schwarz? Blutgetränkt, würde ich sagen. Ist ja kein Rückholfaden.

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arboretum - Montag, 28. Februar 2005, 22:35
Ich vergaß, Sie hatten ja so ein Tuch über dem Gesicht und konnten nicht sehen, was man mit Ihnen anstellt. (Sehr hübsch finde ich übrigens immer, wenn sie mittendrin fragen, ob man etwas merken würde.) Den Faden, den ich mir mit diesen netten Zungenspielchen seinerzeit versehentlich selbst gezogen hatte, war übrigens dunkelblau. Sehr schick.

Was Ihr T-shirt angeht, ich war immer beides irgendwie. Und ich dachte, Sie brauchten so ein gelbes Papier für die KSK. Bei den Absurden ging es heute - nachdem es neulich fast eine geschlagene Stunde dauerte, das richtige DinA 4-Blatt wegen meiner Flockenproduktion in der Schneekugelmanufaktur zu bekommen -, geradezu rasend schnell. Auf Nachfragen ist ihnen sogar eingefallen, dass Sie mich eigentlich einmal einladen müssten. Die können dann aber keinen Termin direkt mit einem vereinbaren, sondern schreiben einen Brief. Der klingt dann ungefähr so freundlich wie eine Steuernachforderung von Finanzamt. Und wie ich die kenne, wollen sie mich dann wahrscheinlich montagsmorgens um 7.30 Uhr sehen.

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kid37 - Montag, 28. Februar 2005, 22:45
Ich hatte heute keinen Job. Sonst wäre es was für die KSK gewesen, stimmt. Das vergesse ich übrigens immer, hm. Jetzt mit der Kinderlosenzulage ist das ja gleich unangenehm geworden. (Wäre auch mal ein Thema für einen hübschen Beitrag. Aber wer weiß, bald, mit dem neuen Implantat, macht mir vielleicht eine Frau ein Kind. Oder darf ich sagen, darf ich der auch ein Implantat machen. - Ok, nicht in der Spaßfastenzeit.)

Hübsch war auch der Spruch, als das sterile Tuch ein wenig verrutscht war: "Wenn der Herr K. mal seine Hände unter der Decke halten würde, und nicht so herumruckeln würde..." Dabei hielt man doch zu diesem Behufe früher die Hände immer hübsch über der Decke.

Morgen werden die neuen Zahlen aus Nürnberg vermeldet. Klingt nicht gut. Ich erinnere mich, daß ich auch mal montags um 8.00 Uhr dorthin mußte. Nur, damit mein Sachbearbeiter mir sagte: "Sie haben recht. Und wir können nichts für Sie tun."
Diese beiden Dinge aber hat mir das Leben schon beigebracht.

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arboretum - Montag, 28. Februar 2005, 22:52
Und der dritte Satz lautet: "Sie wissen ja, in Ihrer Branche läuft das über Kontakte."
Als ich im vergangenen Monat die aktuellen Daten aus dem Bezirk auf dem Tisch hatte, habe ich mich selbst in der Statistik entdeckt. Die Zahl der Arbeitssuchenden endete hinten auf 1. Beim nächsten Mal kann ich dann nachschauen, ob sie mich ordentlich in die andere Kategorie verrutscht haben. Wehe, wenn nicht.

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kid37 - Montag, 28. Februar 2005, 23:20
Womöglich kommen Sie einer Verschwörung auf die Spur. Können Sie dann drüber bloggen und berühmt werden.

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arboretum - Dienstag, 1. März 2005, 15:13
Klar, doch, damit werde ich reich und berühmt. Und da sie zwar einen Dremel haben, aber keinen Dehmel, schenke ich Ihnen anschließend ein schönes Implantat (Yacht geht leider nicht, denn das könnte zu Verdruss führen, wenn man den Gerüchten hier glauben schenken darf).
Fortan werden Sie stets mit einem breiten Lächeln durchs Leben gehen, um die Damenwelt zu betören – ich bin gespannt, ob Sie auch eine Frau einfach mit einem Kuss in einer Pariser Gasse für immer verlassen werden -, äh, damit man die ganze Pracht auch schön sieht.

Wie geht es Ihrem Kiefer heute?

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kid37 - Dienstag, 1. März 2005, 16:16
Das ist ein praktisches Geschenk. Ich hoffe, Sie schaffen das. Das jetzt zahle ich vorsichtshalber selbst, sonst werde ich nämlich ohne Kuß in irgendeiner Gasse stehengelassen. (Ich ließ schon mal eine Dame in Paris zurück, das heißt, ich brachte sie bis zum Gare du Nord. Und ich glaube, wir verabschiedeten uns mit einem Kuß, aber das ist schon so lange her, ich weiß es nicht mehr genau. Es lag wohl daran, daß ich die gar nicht kannte. Sie hatte mich im Jardin de Luxembourg aufgerissen aufgegabelt... na ja, andere Geschichte.)

Heute war ich wieder beim Kieferchirurgen. Die nette OP-Schwester strahlte mich an, der Arzt war sehr zufrieden. Ich auch. Eine Ibuprofen, eher prophylaktisch, um meinen heiligen Nachtschlaf nicht zu gefährden, das war's. Jeden Tag brauche ich das nicht, aber es ist auch nicht weiter dramatisch.

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astra70 - Montag, 28. Februar 2005, 18:09
Au Backe!
Hoffentlich haben Sie daran gedacht, Ihre Spuren im Schnee zu verwischen? Man weiss ja nie ... Gute Besserung!

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kid37 - Montag, 28. Februar 2005, 18:34
Sie wissen doch, ich mußte meine Hänsel-und-Gretel-Markierungen bereits am Samstag verstreuen, um wieder nach Hause zu finden.

Jetzt schleife ich immer so ein Stück Dornbusch hinter mir her, so kann mich keiner verfolgen. Mein Blut fange ich jetzt in so einer Schale auf. Und warte auf das Mirakel.

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lunally - Montag, 28. Februar 2005, 22:56
Boah, Herr Kid, ich hoffe Sie schreiben die nächsten Stunden noch mindestens drei lange Beiträge. Sonst komm ich die Woche nich wieder her.

(man, erst Herr Sebas mit Zähnen, mit geschlagenem Gesicht und dann noch Pilzkulturen... jetzt Sie mit sowas... die toten Tiere immer, die ham schon gereicht für *schnellklicks* ...Bah! Ich möchte nicht wissen, was der nächste "enthüllt"... brrr)

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kid37 - Montag, 28. Februar 2005, 23:19
Oh. Morgen ist mein Gesicht bestimmt auch grün und blau. Da wollte ich mir natürlich eine ergreifende Geschichte dazu aus dem Ärmel schneiden. Sie wissen doch hier geht es um höhere Werte und Aufrichtigkeit öh Aufklärung also Enthüllung der heiligen Monstranz. Da muß ich auch die unangenehmen Seiten des Lebens zeigen. Einmal, wenigstens.

Ich dachte auch, das Zeigen von Verletzungsfotos wäre der neue Trend beim Bloggen?

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cassandra - Montag, 28. Februar 2005, 23:32
*Prust* (ich spucke gerade mit Rotwein um mich)
Beim Lesen Ihres Textes dachte ich doch glatt, 'Oh jetzt bin ich doch beim Herrn Sebas gelandet. Die Geschichte von der Krankenschwester'
Wer hat denn das Foto gemacht?
Aber mich will ja sowieso niemand küssen.
Na kommen Sie Herr Superkid. Der letzte Bloggertratsch Die letzte Info, die ich hatte, klang sehr vielversprechend.
Edit: *kleinlaut-weil-ja-doch-ein-wenig-respekt-vor-dem-supercowboy* Tut mir leid: heute bin ich auf Radau gebürstet.

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lunally - Montag, 28. Februar 2005, 23:39
Herr Kid, Sie müssen da was falsch verstanden haben. Mitm Schlagen und mitm Küssen sowieso.

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kid37 - Montag, 28. Februar 2005, 23:44
Ich will mich doch nicht schlagen, um Gottes Willen. Gewalt im Haus brauche ich nicht mehr. Aber womöglich ist die linke Wange morgen dickgeschwollen von der OP. Dann erfinde ich natürlich eine ganz wahre Geschichte dazu.

Frau Cassandra, machen Sie wieder Kollegen betrunken und entlocken denen Geheimnisse, Sie Radauschwester? Üben Sie bitte Mitleid, ich bin doch noch halb bedröhnt - und darf bestimmt keinen Wein trinken (hab' die Info immer noch nicht auf dem Beipackzettel gefunden. Vielleicht ganz moderne Antibiotika...)

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lunally - Montag, 28. Februar 2005, 23:49
Hättense was gesagt, hätte ich Ihnen doch am Freitag ein Päckchen geschickt. Mit Traumel oder wie das Zeug heißt. Hab ich noch für die Katzen. Soll man auch nehmen vor Zahn-OPs. Dann gibts keine blauen Flecke und so. Herr Kid, Sie sollten so ab und an mal früher mit allem ans Licht rücken, wissense. Manches kann dann leichter werden.

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cassandra - Montag, 28. Februar 2005, 23:58
Herr Kid. Was heisst hier WIEDER???
Mit den wenigen Kollegen, die ich kennengelernt habe, trank ich brav Milchkaffee, Wasser, frischgepressten Orangensaft und ein Tomatensaft war ebenfalls dabei.
Sie Schlawiner haben mich in den Alkoholrausch getrieben und mir meine intimsten Geheimnisse entlockt.
Vergessen Sie die Beipackzettel. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich Alkohol und Medikamente bestens vertragen. (und man braucht viel weniger Alkohol, bevor sich die Wirkung entfaltet) Schlafen werden Sie danach auch viel besser. Vorsichtshalber rate ich zu drei vorbeugenden Aspirin vor dem Schlafengehen. Sie werden sehen, morgen geht's Ihnen großartig.

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kid37 - Dienstag, 1. März 2005, 00:09
@Lunally: Möchten Sie mir was durch die Sonnenblumenaugen sagen?

Manchmal wird man auch nicht richtig gehört. Das war ja die bittere Ironie dabei. Es war so unnötig. Manchmal wird man auch selbst hinters Licht geführt. Das ist immer unnötig.

Ich konnte immerhin Reue zeigen. Es gibt Menschen, die sind in ähnlicher Situation auch noch stolz auf sich. (Die zählen aber sowieso nicht.) Ich schreibe noch mal was zum Thema Moral, das habe ich Frau Evasive ja schon versprochen. Ich muß nur im Kopf wieder etwas klarer werden.

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kid37 - Dienstag, 1. März 2005, 00:14
@Cassandra: Bloß nichts Blutverdünnendes in solchen Fällen! Kein ASS, kein -pirin. Ich habe hier Ibuprofen, das ist bestimmt der richtige Dämpfer für mich.

Das war doch aber nur ein klitzekleiner Rausch und ich habe Sie einfach reden lassen und habe nur an den richtigen Stellen mit dem Kopf genickt oder "aha?" gesagt. ;-) Daß aber andere Kollegen schon unter dem Einfluß von Tomatensaft das Singen anfangen, erschüttert mich. Was machen die, wenn ich mit dem 3. Grad anfange?

PS: Haben Sie schon mal auf rost.blogger geschaut?

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lunally - Dienstag, 1. März 2005, 00:17
Das, was ich meine, ja, die Sonnenblumenaugen, das solle nicht hier stehen. Ich musste übrigens, noch ergänzend dazu, die Erfahrung machen, dass es immer Unterschiede gibt - zwischen dem was man meint mitzuteilen, und dem, was dann ankommt. Das geht von A nach B und auch von B nach A. Vielleicht kennen Sie das? Und manchmal hilft es, das einfach nochmal, vielleicht etwas anders, mit anderen Worten (wissen Sie, darum gibt es, glaube ich, soviele verschiedene Worte), zu erläutern. Und Moral und Reue, nun, so ab und an wird auch das überbewertet. Man darf nicht immer so hart zu sich selbst sein. Das verdirbt einem dann doch immer wieder das Leben. Wenn verziehen wird, dann muss man auch sich selbst verzeihen können.

Schlafen Sie gut :o)

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kid37 - Dienstag, 1. März 2005, 00:32
Wenn verziehen wird, dann muss man auch sich selbst verzeihen können. Soviel Wind kann in meine Fahne nicht wehen. Die zeigt haarspraygestärkt verbissen nach Norden. Oder Süden. Oder... was weiß ich. ;-)

(Verzeihen Sie den scharfen Ton. Mir gehen die letzten paar Tage ein, zwei negative Gedanken durch den Kopf.)

Schlafen Sie auch gut!

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cassandra - Dienstag, 1. März 2005, 01:03
Ich bin gerade äusserst beschämt. Im nachhinein hatte ich den Eindruck zu viel geredet und zu wenig Raum für Gegengerede gelassen zu haben. Jetzt bestätigen Sie diese Annahme. Ich versinke in den Tiefen meines Glases. das leer ist und sich somit friedlich der Flasche anschliesst. Ein äusserst frustrierender Anblick.
Die Kollegen haben nichts weiter erzählt, als dass es Ihnen gut gegangen ist. (Was mich natürlich sehr gefreut hat.) Gerede. Egal. Ich wünsche Ihnen das beste. (Ich glaube, ich befinde mich gerade in der Übergangsphase zwischen Kicherei zur Melancholie.)
rost.blogger scheint interessant. (nach langem rätseln habe ich auch gemerkt, dass ich vielleicht ein "de" hinzufügen sollte. Nicht immer funktioniert apfel c und apfel v.) Sehe ich mir noch einmal im nüchternen Zustand an.

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kid37 - Dienstag, 1. März 2005, 01:12
Ich habe einen äußerst anregenden Abend (ich möchte nicht "Nacht" sagen, dann jagt die Gerüchtemühle wieder die Gänge hoch) mit Ihnen erlebt, keine Sorge. Außerdem bin ich sonst der Mann für endlose Heldengeschichten, da kann ich auch mal lauschen.

Ich wollte sagen, mir geht es doch immer gut. Aber hier wird ja immer die Wahrheit erzählt. Und ich will auch nicht immer so hochmütig sein, wegen meiner emotionalen Ausgeglichenheit, von der sich einige eine Scheibe... öh. Ok.

Die Links auf Rost dürften Sie auch interessieren. Und wenn Sie dafür Beiträge haben, immer her damit.

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mequito - Dienstag, 1. März 2005, 00:16
Zu der Diskussion da oben in dem langem Thread wollte ich nur eine Kleinigkeit vonwegen Antibiotika hinzufuegen. Eine Kleinigkeit, jedoch mit grossen Auswirkungen.
Da gab es naemlich diesen Kieferchirurgen, der mir mal das Kiefer augebohrt hatte um von aussen irgendwelche Nerven abzuklemmen und Plastikkapseln auf meine Wurzel zu montieren. Neben Schmerztabletten und anderen freudigen Pillen, verschrieb er mir auch eine einwoechige Antibiotika-kur, um der Entzuendung entgegenzuwirken. Da ich kaum jemals mit Pillen (im medizinischen Sinne) in Beruehrung gekommen bin, und ich die Geschichten von alkoholfreien Wochen nur aus dritter Hand kannte, fragte ich ihn gleich nach der Notwendigkeit zur Enthaltsamkeit, weil mir ein wichtiger sozialer Termin bevorstand.
Er schuettelte bloss seinen Kopf und sagte das sei Unsinn. Solange ich nicht uebertriebe bis zum kotzen hin, sei alles OK. Das Problem mit Antibiotika sei bloss, dass der Magen etwas empfindlich davon werde. Man uebergebe sich dadurch schneller, und die Kur werde dadurch wertlos, weil man dadurch den Zyklus unterbrechen wuerde. Ich koenne getrost Alkohol trinken.
"Ich kann mich auch betrinken?"
"Ja, auch betrinken"

Schade dass er bloss Kiefernchirurg war. Sonst haette ich ihn zu meinem Hausarzt ernannt. Solche Typen darf man nicht loslassen.

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kid37 - Dienstag, 1. März 2005, 00:17
Herr Mequito! An mein Herz! Sie sind der Mann der guten Nachrichten. Ich eile zum Flaschenöffner...

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shako - Dienstag, 1. März 2005, 01:56
... nicht zum Korkenzieher ? ;-)
Übertreiben Sies aber trotzdem nicht. Ob Alkohol und Medikamente zusammengehen, ist ganz sicher auch konstitutionsabhängig. Und wo sie eh so ein Sensibelchen sind ...

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kid37 - Dienstag, 1. März 2005, 02:25
Isch? Schenschibel? Wer hat denn das erzählt. (Jetzt wollte ich mich gerade als harter Kerl aufbauen, und nun das. ;-))

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marie__ - Dienstag, 1. März 2005, 10:03
Meine Güte, Herr Kid! Sie also auch!
Ich wünsche Ihnen einen komplikationslosen Heilungsverlauf und keine weiteren Lobotomien dieser Art! *daumendrück*

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lady.death1 - Dienstag, 1. März 2005, 10:59
Mein herzlichstes Beileid *lach* Männer!

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kinky - Dienstag, 1. März 2005, 15:27
*umfall*
Also Sie müssen immer noch einen druffsetzen!
Gute Besserung.

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kid37 - Dienstag, 1. März 2005, 16:09
Tapfer bleiben, Miss Kinky! Das sieht schlimmer aus als es ist. Nur ein bißchen Blut. Nichts, was man nicht aus dem Fight Club kennte.

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kerstin13 - Dienstag, 1. März 2005, 19:16
cool
das ist echt der kracher, dieses bild mit der geschichte. bin beeindruckt und voller mitgefühl. jaja, ich sehe, man kann es auch locker wie sie nehmen, aber bei mir würde sich nach so einer "behandlung" mein zahnarzttraumata nur noch tiefer in meine seele fräsen... ihnen alles gute!

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kid37 - Dienstag, 1. März 2005, 19:29
Das war alles in allem harmloser als eine Kariesbehandlung. Kein schrilles Gefräse, nur ein dumpfes Mahlen im Knochen. Merkt man gar nichts von. In vier Monaten gibt es das Implantat. Muß ich mir bis dahin überlegen, welche Edward-Gorey-Zeichnung ich dort auftragen lasse.

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l9 - Dienstag, 1. März 2005, 21:11
Da sind sie mal froh...
... dass sie nicht verheiratet sind (unterstell ich jetzt mal). Als ich dieses Ding hatte da bekam ich die SuperdickeBacke, und dann hat dieser Verheiratete mich nicht bemitleidet sondern fotografiert "Hey, sieht ja voll abgetreten aus". Das Foto gibts noch, aber ich suchs jetzt nicht raus. Aber ich seh Elefantenmenschmässig aus drauf.

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kid37 - Dienstag, 1. März 2005, 21:19
Muß man alles fotografieren. Sind nachher die schönsten Erinnerungen. Fotos muß man an Regentagen machen, ganz bestimmt. Das Schöne, das Leichtgängige drängt sich sowieso immer nach vorne. (Ich bereue es immer noch, keine Fotos aus der Zeit zu besitzen, als ich mal auf der Intensivstation lag. Mein Vater hatte die Kamera vergessen.)

Alter Hagestolz, der ich bin, mußte ich meine Implantatschraube (Modell 37/8) selbst fotografieren. Gerne hätte ich im OP fotografiert, aber ich wurde ermahnt, meine Hände unter dem sterilen Tuch zu lassen.

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l9 - Dienstag, 1. März 2005, 21:55
Regentage - ja. Wobei ich finde die Sonne in solchen Situationen ist viel härter.

Zum "selber Filmen" - ein Experimentalfilmfreund hat seinerzeit seine Warzenentfernung gefilmt und den Kunstfreunden präsentiert. Die waren nicht nur bleich sondern auch verärgert.

Splatterfilmfreunde sind allerdings auch nicht viel realitätsfreudiger. Ich habe den Meinigen tatsächlich fotografiert als er auf der Intensivstation lag. "Gebeutelt und Geschlaucht" im wahrsten Sinne. Und ich habe seine Rede aufgenommen fürs Weekend of Fear (www.weekend-of-fear.com - um mal diskret Werbung zu machen da). Er fiel nämlich aus, wegen seiner Intensivstationsgeschichte, ich mußte einspringen. Die Rede und sein Foto wurden eingeblendet, das war den Leuten dann doch zuviel Realität.

Leichtgängig war nach der ganzen Sache unsere Reise nach Norderney. Nebel und Wind im Februar - ohne Sonne aber harter Wind. Der hat uns geklärt.

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leteil - Dienstag, 1. März 2005, 22:27
Norderney im Februar macht manches klar!

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kid37 - Mittwoch, 2. März 2005, 00:12
Oh, Weekend of Fear. Muß ich hin. Leider Erlangen, hm.
Aber ich beobachte das! Schön, daß es sowas gibt. (Und Splatterfreaks sind doch alle Show-offs, das weiß man doch ;-))

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