Future Ex-Wives

Dieses Jahr wird sein wie eine mühsame Kutschfahrt aus einem Belá-Tarr-Film. Ein Unterfangen in Unbehagen, weitergeführtes Verharren in der Schlüssellochperspektive: Ich lasse mir vorführen und führe mich selber dabei vor. Schlag nach unter "Unbeholfenheit". Kommen wir lieber zu anderer Leute Auffälligkeiten. In Oddities, einer Doku-Soap rund um einen Trödelladen im East Village (das ist in New York, einer Stadt in den USA), ist Laura Flook eine regelmäßige Kundin. Die junge Dame ("She's spooky, but hot as hell", Youtube-Kommentar) arbeitet als Bestatterin, Model, Einbalsamiererin und Modedesignerin - kurz, in Berufen, die man als Frau halt so macht, wenn man nicht gerade mit Backen beschäftigt ist. Oder damit, ein Geschenk für die Freundin zu kaufen. Testikel im Glas, darauf muß man auch erst mal kommen.

Oddities verschenkt leider seine Möglichkeiten. Im hektischen Dauerquasselton zusammengeschnitten, unbeholfen gescriptet (Sieh an, ein Clown betritt unseren Laden. Hat sein Show-Köfferchen dabei, na, so ein Zufall... usw.) kapriziert sich die Sehen-Staunen-Stöhnen-Show auf be-ooohte und be-aaaahte Seltsamkeiten und Sammelsurien vorzugsweise aus dem Medizin- und Varieté-Bereich. Sich den Dingen wirklich zu widmen, fehlt hier vor lauter "Gosh! Look at this!" die Zeit. Schade, was könnte man rund um Harrys Hafenbasar für interessante Geschichten erzählen, moderiert vom weltgrößten Gnom (also ich) und einer dieser schwertätowierten Tresenfrauen aus der weiteren Umgebung. Dazwischen Neues vom häßlichen Walroß, als comic relief dazwischengeschaltet. Ganz schlimm bei Oddities die Folge mit Frau Dita von Teese, von Beruf Ausziehtänzerin. Es wird immer klarer, warum Herr Marylin Manson, von Beruf Schaubudenmusikant, die Ehe mit ihr aufkündigte. Oder verhielt es sich anders herum? Wie dem auch sei, das funktionierte nicht. Dafür habe ich einen Blick. Anders als bei Laura Flook und mir. Jetzt nur mal als Beispiel.

Super 8 | 13:37h, von kid37 | Kondolieren | Link

 
ana - Montag, 29. April 2013, 19:11
Früher wusste ich hier viele Trödelläden mit Kuriositäten und kuriosen Besitzern. Aber einer nach dem anderen ist mit der Zeit verschwunden. Vielleicht sind sie auch nur umgezogen, und ich weiß nicht wohin. Sehr schöne solcher Kruschläden habe ich von daher zuletzt in Amsterdam gesehen.

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kid37 - Montag, 29. April 2013, 19:28
Hafenstädte beherbergen mehr Kruschelläden. Hafenbasare für all die Mitbringsel aus Java und Shanghai. In Hamburg scheint mir, wird ansonsten immer zu schnell, zu viel aussortiert. Selbst Störtebekers Schädel war lange unauffindbar.

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kid37 - Montag, 29. April 2013, 19:21
Und in einer nicht völlig unverknüpften Angelegenheit sei angemerkt, daß Kim Gordon, von Beruf Gott, Musikerin, Role-Model, Modedesignerin neben vielen anderen Dingen (wenn sie nicht gerade backt), am Sonntag 60 wurde. 60. Und so laut.

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maphisti - Dienstag, 30. April 2013, 15:09
Dezentes Auftreten ist ja sehr vornehm, aber oft sooooo langweilig!

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carodame - Dienstag, 30. April 2013, 16:40
Gott kann ein sehr schöner Beruf sein, neben Backen...

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kid37 - Dienstag, 30. April 2013, 21:57
Gott gehört zu den erhabensten Berufen, die man sich vorstellen kann. Und jetzt zum Kirchentag in Hamburg gehören einem dann sicher die Schlüssel zu allen Backstuben dieser Srtadt. Ich werde in den nächsten Tagen die Nase in den Wind legen.

@Frau Maphisti: Alles außer Langeweile, bitteschön. Wobei subtil ja auch... nun ja.

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maphisti - Dienstag, 30. April 2013, 22:09
Herr Kid, naturellement, subtil kann seehr kurzweilig sein, sieht man ja an Ihrem Blog! Ha! Ich meine ja auch mehr das Gegenteil von Kim! Klaro?!

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maphisti - Dienstag, 30. April 2013, 22:28
... und, sorry, meine göttliche Ex ist nun mal Pretty Woman!

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schneck - Donnerstag, 2. Mai 2013, 01:10
Testikel im Glas, so dachte ich eben, ließe sich bestimmt noch toppen. Aber nach längerem Nachdenken dann wohl doch nicht.

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kid37 - Donnerstag, 2. Mai 2013, 01:31
Wäre diese Sendung nicht so oberflächlich, würde sie erklären, gegen welche Krankheiten dieser "Cocktail" wirksam sein soll. Also außer gegen Langeweile natürlich.

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maphisti - Freitag, 3. Mai 2013, 18:52
Hmmm!
Eier im Glas mag ich - können sehr pikant schmecken!

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cabman - Freitag, 3. Mai 2013, 21:39
Harry ist heute auch nicht mehr das was es einmal war. Ich habe seinerzeit noch dem Harry persönlich etwas abgekauft, da unten, in diesem Kellergewölbe, angestarrt von tausend toten Augen. Was war ich da jung.

Heute ist das irgendwie nicht mehr dasselbe. Mag an mir liegen. Auf jeden Fall ist das Gefühl, das kuriose, wech.

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kid37 - Sonntag, 5. Mai 2013, 23:40
Der Harry ist weg. Da wird man doch gleich mißtrauisch, ob die Schrumpfköpfe überhaupt echt sind. Wer bürgt denn jetzt dafür?

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