Asche zu Asche

Wie der bekannte Schlager Es war ein Mädchen und ein Matrose so anschaulich präzisiert, ist ein zuviel der Rede und ein zuviel des verbalen Verstehens ja gar nicht immer wünschenswort. So plaudere ich stumm, schaue die Wolken und deute die Zeichen, zerfranste Metaphern, ausgezakt, schrill wie der Schrei im Büroflur, wenn das Glöcklein schlägt.

Gestern endlich die Fabrik einmal fünf Minuten früher verlassen und siehe da, es war hell noch für Augenblicke. Man sah ein Licht am Himmel, schweigend staunende Menschen packten sich ein vom Abendrot, tunkten Segel darin und sprachen von Glück. Derweil die Zeitungen runten von Blutregen und finsteren Wolken aus Asche, die vom vulkanischen Nordland herkommend langsam gen Süden ziehen. Ein altes Sprichwort sagt: Wenn die eisernen Vögel am Boden bleiben und der Himmel finster vor Asche ist, werden MP3-Player sein wie ein kleines Bayreuth und Walküren reiten über leergefegte Flugfelder. (Snorri Sturluson)

Schlaf könnte sein ein großes Versprechen.

Homestory | 12:07h, von kid37 | Kondolieren | Link

 
cabman - Samstag, 17. April 2010, 23:11
Und ich habe mich verdammt nochmal über die Chance, die vertane, geärgert, weil es doch famos war, das Licht, welches da gleiste und tanzte, doch der Lichtfangkasten war daheim; und heute dann, ich schreibs Ihnen, war ich mit der Frau in der Stadt und all über all waren gestrandete Touristen: Schweden und Engländer und Menschen aus Bayern, allerorten Koffer und Trollys, die da dräuend auf alles und nix warteten, weil doch der Luftverkehr (zum Glück nur dieser Verkehr) bis morgen noch eingestellt bleiben soll. Und? Fiel Ihnen die Ruhe heute auf? Also die im Luftraum? Könnte es doch immer so sein, es wäre Lab und Wohl des Innenohrs.

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kid37 - Montag, 19. April 2010, 01:28
Selten war so eine Ruhe über der Stadt (und den Feldern, wie ich heute bemerkte). Und selten war der Himmel so blau. Wollte ich nicht selbst ab und an fliegen, man könnte es meinetwegen so lassen.

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modeste - Montag, 19. April 2010, 01:55
Heute in der Sonne kurz an diese nostalgieschwangeren Erzählungen der autofreien Sonntage gedacht, an die die Republik sich ja offenbar recht gern erinnert.

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kid37 - Montag, 19. April 2010, 12:26
Und: Was auch kaum einer glauben mag, wir haben das überlebt! (Gespenstische Ruhe, das hübsch Unwirkliche, auf dem Mittelstreifen balancieren zu können.)

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