Betrachtung I
Manchmal denke ich, morgendlich erwacht: Was, wenn der Himmel Haare hätte wie eine ungekämmte Männerbrust?
Wie eine Tageslosung knete ich diesen Gedanken durch die folgenden Stunden, versuche, die Welt ganz neu zu denken, haariger, brustiger, suche Muster und Analogien und Beweise für einen Riss in der Realität, der solche Bilder überhaupt erst zulässt.
Romantisch an einem Gestade auf dem Rücken liegen, Sätze wie "Sieh die schönen Wolken am Himmel!" kommentieren mit "Ja, wie eine haarige Männerbrust" als unwillkommenen, mindergeschätzten Gesprächseinstieg aus Unterbrechungen und Zurückweisungen empörter Art.
Das ist natürlich nur eine Metapher für etwas Verhangenes, das noch mal anders formuliert sein will. In Wahrheit sind ganz andere Sachen passiert. Doch dazu mehr an einem anderen Tag.
Was weiß man was sich hinter Wolken , Rißen & Busen verbirgt... ..... ...... . . ...Trotzdem oder gerade deshalb galiegrü.
Wenn man das blaue Wasser aus dem Meer schöpft und in ein Glas füllt, warum ist es nicht mehr blau? Wir akzeptieren diese Illusion. Aber was, wenn plötzlich Haare im Glas schwimmen würden? (Hätte ich eine Talkshow, ich würde Politiker nur zu solchen Themen einladen. Weil es die Menschen bewegt.)
Sie haben wieder diese Träume gehabt...
Ich persönlich warte ja ungeduldig auf dieses "Anders-formuliert-Sein". Es kann letztlich nicht die Lösung sein, dass ich mir jetzt einen haarigen Busen vorstelle. Bleibe aber angesichts dieses bags of mixed metaphors vorsichtig optimistisch.
Es war dieser leicht halluzinierende Zwischenstand...
@twasbo: Ohne jede Haarspalterei - aber ich muss den Cliffhanger sozusagen am seidenen Haar hängen lassen.
hoppla
Ja. Da sind Sie überrascht.
Also da muß ich nachfragen, denn eine behaarte Männerbrust ist nicht gleich eine behaarte Männerbrust.
Auf ganz viele - für mich - irks gefühlte, kommen nur wenig ansehnliche.
Welche würde es denn sein?
Geht nur um die Haare. Der ganze Himmel ein Gewöll. Das, was wir sehen, Wolken und so, sind nur optische Täuschungen.
Ein Gewöll von
Schwanzquasten?
"Nass von den Wellen des Meeres hat Kypris [Aphrodite] mich zu den Göttern / Als ein neues Gestirn unter die alten versetzt"
Das ist natürlich eine sehr hübsche Wendung. Aber eben keine Männerbrust, das möchte ich Berenike nicht unterstellen.
Es gibt auch einen behaarten Frosch (Trichobatrachus robustus), lese ich heute.